Zeitgenössische Kunst aus Peru und Chile in Berlin

ifa

Datum: 04. Februar 2011
Uhrzeit: 05:21 Uhr
Ressorts: Kultur & Medien, Peru
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Autor: Redaktion
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► Zweite Ausstellung in der Reihe Kulturtransfers

„Wo ist mein Platz?“ fragt sich in ihren Arbeiten nicht nur die in Lima geborene Künstlerin Sandra Nakamura, deren Vorfahren wie viele andere einst aus China und Japan nach Peru ausgewandert sind. Mit Fragen nach Identität und Herkunft – wie zeichnet beispielsweise ein peruanisch-kolumbianisches Künstlerpaar ein Bild von Amerika? – beschäftigt sich die ifa-Ausstellung „Cut & Mix“ vom 4. Februar bis zum 27. März in der ifa-Galerie Berlin.

„Cut & Mix“ ist nach „Another Country l Eine andere Welt“ die zweite Ausstellung in der Reihe „Kulturtransfers“. Sie zeigt Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern aus Santiago de Chile und Lima. Im Mittelpunkt der von Eva-Christina Meier kuratierten Ausstellung steht nicht primär die südamerikanische Herkunft der Arbeiten sondern eine bestimmte Haltung und künstlerische Methode. Die präsentierten Installationen, Skulpturen, Zeichnungen und Videos kombinieren selbstverständlich unterschiedliche kulturelle Kontexte und Disziplinen miteinander. Dieser produktive Umgang der bildenden Kunst mit „fremdem“ Material ist in vielen Aspekten beispielhaft im Zusammenhang mit einer Diskussion über Möglichkeiten kulturellen Austauschs.

Zu den Künstlerinnen und Künstlern:
Armando Andrade Tudela, der nach Aufenthalten in Frankreich und Großbritannien heute in Berlin lebt, zeigt in seiner Diaprojektion Camión / Lastwagen (2004), eine Serie von Lastwagen, die auf den staubigen Landstraßen Perus unterwegs sind. Erst auf den zweiten Blick erkennt man in den Firmenlogos auf den Lkw-Planen handgemalte Zeichnungen mit erstaunlicher Nähe zur abstrakten Malerei der Moderne.

Die Familie der in Lima lebenden Künstlerin Sandra Nakamura emigrierte wie viele andere einst aus China und Japan nach Peru. Studium, Stipendien und Ausstellungen führten Nakamura in die USA, nach Spanien, Deutschland und Japan. „Wo ist mein Platz?“ klingt in einigen ihrer Installationen und Interventionen im öffentlichen Raum als berechtigte Frage mit und meint damit nicht nur sich selbst.

José Carlos Martinat und Enrique Mayorga gehören zu der Generation in Peru, die mit der rasanten Entwicklung neuer Informationstechnologien groß geworden ist. In ihrer interaktiven Installation Inkarrí (2005) verbinden die Künstler auf überraschend selbstverständliche Weise den bekannten Mythos von Inkarrí, dem von den Spaniern enthaupteten Inka-König, mit dem Know-how digitaler Medien.

Das Video von David Zink Yi Dedicated to Yi Yen Wu / Yi Yen Wu gewidmet (2000) verdeutlicht anschaulichdie künstlerische Praxis kultureller Aneignung und Bearbeitung. Personen unterschiedlicher Herkunft berichten hier von dem Erleben der viel gerühmten peruanischen Küche, die von den zahlreichen Einflüssen verschiedener Kulturen und deren Essgewohnheiten geprägt ist.

Die chilenischen Künstler Mario Navarro und Leonardo Portus bearbeiteten in ihren Beiträgen für Cut & Mix jeweils historische Ereignisse, die auf unterschiedliche Weise gesellschaftliche Visionen und Utopien in Südamerika widerspiegeln. Navarros Objekt Barba del Diablo / Bart des Teufels (2011) und seine zwei Fotografien Dos Islas / Zwei Inseln (2011) thematisieren das gewaltige Scheitern eines Vorhabens des argentinischen Präsidenten Juan Peron in den 1950er Jahren.
Leonardo Portus rekonstruiert in Transferencia / Übertragung (2010) in fünf Modellen das Gebäude des brasilianischen Architekten Oscar Niemeyer im Hansaviertel von Berlin und reflektiert damit den Austausch und die Universalität modernistischer Ideen.

Über mehrere Jahre verfolgte das peruanisch/kolumbianische Künstlerpaar Gilda Mantilla und Raimond Chaves ihr Projekt Dibujando América / Amerika zeichnend (2005–2008). In einer modernen Version des historischen Sujets der Reisemalerei hielten sie auf unzähligen Blättern fest, was sie auf ihrem Weg quer durch Lateinamerika sahen und erlebten.

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