Die Mischung zwischen dem Islam und Sozialismus hat ausgedient

Datum: 02. März 2011
Uhrzeit: 04:16 Uhr
Ressorts: Leserberichte
Leserecho: 1 Kommentar
Autor: Frank Meier, Deutschland (Leser)
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)

Ich muss Sie daran erinnern, dass in Tunesien und Ägypten amerikanische Potentaten ihr Umwesen trieben, die das Volk hemmungslos ausgebeutet, unterdrückt und KZ-ähnliche Folter-Gefängnisse betrieben haben. Dort hat sich die Generation Facebook gegen das US-Regime erhoben und es zum Teufel gejagt. In unseren Qualitätsmedien wurde während der Aufstände in Tunesien und Ägypten in absolut jedem Satz die unberechtigte Angst vor den Muslimbrüdern und den Islamisten geschürt und sogar versucht die Aufstände klein zu reden.

Der “Marsch der Millionen” wurde so schon mal zu Tausende Demonstranten reduziert. Und es hat Wochen gedauert, bis aus den autokratischen Präsidenten Diktatoren worden. Jedoch sieht die Sache in Libyen ganz anders aus, hier herrscht wirklich ein Sozialist und Diktator, der jedoch alles andere als ein Macho und Islamist ist. Vor dem Umsturz der monarchistischen US-Marionette 1969 durch Gaddafi war Libyen ein bitterarmes Land, das alle seine Reichtümer an multinationale Konzerne abgetreten durfte und für die Bevölkerung nicht einmal Krümel zum Leben blieben. Heute ist (bzw. war vor dem Aufstand) das libysche Pro-Kopf-Einkommen das höchste in Afrika. Die Bevölkerung musste keine Drecksarbeit verrichten, das übernahmen schon die 1,5 Millionen Gastarbeiten in dem ölreichen Land, die jetzt leider wieder versuchen in ihre Heimatländer zurückzukehren.

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    Der Liter Benzin kostete durch staatliche Subventionen nur 6 Cent. Die Lebensmittelpreise in Libyen sind durch die Wirtschaftskrise zwar gestiegen, jedoch ist der Preis, im Vergleich zu den Nachbarländern, durch die vom Ölreichtum finanzierten Subventionen verschwindend gering geblieben. Und Immobilien bekommt man zum Spottpreis. Die Schulbildung und das Studium ist in Libyen kostenlos – generell ist Gaddafi ein Mann, bei dem Bildung ganz groß geschrieben wird. Vor 1969 waren 100 % der libyschen Frauen Analphabetinnen – heute sind sie zu über 90 % alphabetisiert. Es herrscht in Libyen Gleichstellung der Geschlechter und die Frauen können studieren, hohe Posten besetzen, in die Armee eintreten und haben ein Mitbestimmungsrecht in den (leider bis jetzt recht machtlosen) Volkskomitees, die den Schein der Demokratie von unten symbolisieren sollen. Mittlerweile sind bereits über 53 % der libyschen Schüler weiblich.

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    1. 1
      compos

      diesen artikel finde ich äußerst interessant und notwendig. unsere massenmedien bringen leider nicht die wahrheitsgemäßen infos, wie sie hier stehen. leider sind sämtliche konsumenten unserer medien dadurch gehirngewaschen und nicht mehr in der lage, die situation richtig einzuschätzen. bitte mal alle vorkommnisse im hochzivilisierten libyen auf unsere verhältnisse anwenden… wie würde wohl die (führung der)bundeswehr vorgehen, wenn sich z. b. bayern per demonstrationen selbständig machen wollte? was würde hier passieren, wenn ein paar tausend demonstranten die kanzlerin und die regierung weghaben wollten??
      ach, wir müssen ja nur ein paar monate zurückdenken an die stuttgart21-demos und den „zärtlichen“ einsatz der polizei dagegen…

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