Staaten der Karibik: Beginn der Übung „Tsunami-Frühwarnung“

Boje_Tsunami_Fruehwarnsystem

Datum: 22. März 2011
Uhrzeit: 10:30 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
Autor folgen:
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)
► Wirksamkeit des Frühwarnsystems soll getestet werden

Insgesamt 33 Länder der Karibik werden am heutigen Mittwoch (23.) an einer Übung zur „Tsunami-Frühwarnung“ teilnehmen. Angesichts des verheerenden Erdbebens in Japan und dem kurz danach aufgetretenen Tsunami soll die Wirksamkeit des Frühwarnsystems gegen diese Bedrohung getestet werden. Innerhalb weniger Minuten kann ein Tsunami große Zerstörungen anrichten und viele Menschenleben fordern. Auslöser von Tsunamis sind Verwerfungen am Meeresboden, die an der Meeresoberfläche zu einer Flutwelle führen. In 90 Prozent aller Fälle entstehen solche Verwerfungen bei einem Erdbeben, aber auch Vulkanausbrüche oder Unterwasserlawinen können einen Tsunami zur Folge haben. In den letzten 500 Jahren traten in der Karibikregion etwa 75 Tsunamis auf.

Der Name „Tsunami“ (Hafenwelle) stammt aus dem Japanischen. Geprägt haben ihn japanische Fischer, die bei ihrer Rückkehr in den Heimathafen ihre Dörfer verwüstet vorfanden, obwohl sie während ihrer Zeit auf offener See keine größeren Wellen bemerkt hatten. Heute kennt man den Grund: Da Japan eine Tiefseesteilküste hat, türmen sich die gefährlichen Riesenwellen erst kurz vor dem Strand auf und schlagen dann mit geballter Kraft in den Hafen. Das Naturphänomen wurde Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen, seit einer großen internationalen Konferenz im Jahr 1963 ist der Begriff weltweit üblich.


Tsunamis entstehen meist an den so genannten Subduktionszonen der Erde. In diesen Regionen, gelegen u.a. im Pazifik, im Mittelmeer und im Indischen Ozean, treffen ozeanische und kontinentale Erdkrustenplatten aufeinander, wobei die meist dichtere und daher schwerere ozeanische Erdkruste unter die leichtere kontinentale gedrückt wird. Dabei können sich die Platten verhaken, es baut sich eine Spannung auf, die sich schließlich in einem unterseeischen Erdbeben löst.

Der innovative technische Ansatz des Tsunami-Frühwarnsystems beruht auf einer Kombination verschiedener Sensoren. Das zentrale Element dieser Sensoren ist eine schnelle und präzise Erfassung und Auswertung von Erdbeben, unterstützt durch GPS-und Pegel-Messungen. Eine Tsunami-Warnung erfolgt maximal fünf Minuten nach einem Seebeben. Die Warnung wird auf der Basis aller verfügbaren Informationen von den Messstationen ausgegeben. Dazu gehören Seismometer, GPS-Stationen und Küstenpegel. Die Daten dieser Sensoren werden über ein Tsunami-Simulationssystem im Warnzentrum in ein Lagebild umgesetzt, das entsprechende Warnstufen für die betroffenen Küstenabschnitte liefert.


Teilnehmende Länder an der Übung „Tsunami-Frühwarnung“ sind unter anderem Aruba, Antigua und Barbuda, Bahamas, Barbados, Belize, Brasilien, Kanada, Kolumbien, Costa Rica, Kuba, Dominica, die USA, Martinique, Guadeloupe, Guyana und St. Martin, Granada, Guatemala, Guyana, Haiti, Honduras, Jamaika, Mexiko, Nicaragua, Niederlande (Bonaire, Curaçao, Saba, St. Eustatius und St. Martin), Panama, Peru, Dominikanische Republik, Vereinigtes Königreich (Anguilla, Bermuda, Cayman Islands, Turkey und Caicosinseln, Britische Jungferninseln und Montserrat); St. Kitts und Nevis, St. Vincent und die Grenadinen, St. Lucia, Sri Lanka, Surinam, Trinidad und Tobago und Venezuela.

Anzeige
wandere aus, solange es noch geht

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2016 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden. Bildnachweis: bmbf

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.

Leider kein Kommentar vorhanden!

Diese News ist älter als 14 Tage und kann nicht mehr kommentiert werden!