Gedanken zum Welttag des geistigen Eigentums

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Datum: 26. April 2011
Uhrzeit: 12:43 Uhr
Ressorts: Editorial
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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► Copy+Paste avanciert zum neuen Volkssport im Internet

„Ich denke, also bin ich!“ Wer hat noch nicht diesen Satz gehört. Doch gehört das, was ich denke, auch wirklich mir? „Gedanken sind frei!“ wird so mancher darauf antworten wollen und hat damit natürlich nicht ganz unrecht. Denken darf man glücklicherweise immer noch, was man will. Nur artikulieren, sei es mündlich oder schriftlich, kann in einigen Regionen unserer Erde Probleme heraufbeschwören. Doch darum soll es heute hier nicht gehen, die Meinungsfreiheit steht auf einem anderen Blatt dieser Kolumne.

Es geht um das geistige Eigentum, wobei mir der spanische Begriff „Propiedad intelectual“ sympathischer ist. Von den Vereinten Nationen im Jahr 2000 ausgerufen, wird der Welttag des geistigen Eigentums jedes Jahr am 26. April „gefeiert“, nur drei Tage nach dem Welttag des Buches. Während man Bücher in der Regel nicht kopiert – Ausnahmen bestätigen die Regel – ist dies bei kürzeren Publikationen allerdings ein richtiger Volkssport geworden. Auch im Nachrichtenbereich tummeln sich jede Menge schwarzer Schafe, die anscheinend von geistigem Eigentum nie etwas gehört haben oder ihr Wissen fahrlässig oder mutwillig ignorieren.

Auch unser Nachrichtenportal ist davon betroffen. Übermotivierte Blogger, skrupellose Redakteure spezieller Online-Medien oder auch Seitenbetreiber auf der Suche nach passendem Content haben sich mit dem „Copy+Paste“ – Syndrom infizieren lassen und klauen nun wie es ihnen gefällt. Dass jemand anderes sich die Mühe gemacht hat, Informationen zu recherchieren, aufzubereiten und vielleicht in einer anderen Sprache zu formulieren sowie abschliessend zu veröffentlichen interessiert dabei nicht. Auch nicht, ob die Erstellung des Artikels für den Publizisten mit Kosten verbunden war.

1:1 findet man dann den Bericht irgendwo im Netz wieder, meist sogar ohne Quellenvermerk und im Impressum macht derjenige Seitenbetreiber dann die ohne jegliche Veränderung kopierten Worten zu seinem Eigentum und beansprucht ein eigenes Urheberrecht dafür. Dies ist Diebstahl von „Propiedad intelectual“ im perfidesten Rahmen. Oft noch in kommerziellen Kontext abgebildet, wird sich nicht nur mit fremden Federn geschmückt sondern auch damit noch Geld verdient. Der wahre Urheber darf in die Röhre schauen.

Doch was tun, wenn man einen Content-Dieb auf frischer Tat ertappt? Die Rechtssprechung ist eindeutig: Anspruch auf Unterlassung und Schadensersatz. Das Vorgehen ist umstritten: Wattebällchen oder Dampfhammer? Doch reagieren muss man darauf, so oder so. Auch ich. Denn zunächst bin ich als Herausgeber meinen Redakteuren, Autoren und Kolumnisten verpflichtet. Ihr geistiges Eigentum muss gewahrt bleiben. Doch obwohl wir die unterschiedlichsten Formen einer Zusammenarbeit anbieten, finden wir fast täglich kopierte Artikel in den Weiten des Internets. Die meisten davon durch Zufall, denn uns fehlt schlichtweg die Zeit, kontinuierlich das Internet danach zu durchforsten.

Die Ausflüchte der „Wiederholungstäter“ – denn oft finden wir auf diesen Seiten nicht nur unsere Berichte sondern auch die anderer Online-Medien – sind dabei weitaus kreativer als der profane Kopiervorgang. Es handele sich um ein „Grosszitat“, um „kostenlose Werbung für unser Portal“ oder um „ein bedauerliches Versehen“. Manche allerdings reagieren überhaupt nicht auf unsere Forderung nach Löschung, solche Vorgänge müssen wir dann vor den Gerichten klären. Dies kostet viel Geduld, jede Menge Zeit und vor allem Geld.

Und all dies wollen wir eigentlich in diese Seiten stecken, um sie für unsere Besucher noch interessanter und umfangreicher zu machen. Diebstahl von geistigem Eigentum schadet also nicht nur uns, sondern auch Ihnen, lieber Leser. Und daher verfolgen wir auch in Ihrem Interesse die schwarzen Schafe im Internet. Damit Sie ein Portal vorfinden, welches Ihnen je Menge Nachrichten, Gedanken, Meinungen und Impressionen aus Lateinamerika und der Karibik bietet, wie es in dieser Form im weltweiten Datennetz kein Zweites gibt.

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Die Kolumne von latinapress Herausgeber Dietmar Lang – Gedanken und Erfahrungen über das Leben in Lateinamerika und der täglichen Berichterstattung von Nachrichten aus Südamerika und der Karibik.

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