Venezuela: Hugo Chávez verteidigt Auslieferung von Pérez Becerra

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Datum: 01. Mai 2011
Uhrzeit: 14:14 Uhr
Leserecho: 1 Kommentar
Autor: Dietmar Lang
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► Staatsoberhaupt sei für Entscheidung alleine verantwortlich

Der venezolanische Staatspräsdident Hugo Chávez hat die alleinige Verantwortung für die Abschiebung des mutmasslichen FARC-Terroristen Joaquín Pérez Becerra nach Kolumbien übernommen.

Auf einer Propagandaveranstaltung in Caracas bat er darum, nicht seine Minister dafür zu kritisieren. „Verbrennt mich, denn ich habe die Anweisungen gegeben, ich habe die Entscheidungen getroffen und übernehme die Verantwortung“ so der Staatschef. Wütende Protestler hatten zuvor Puppen mit den Gesichtern von Außenminister Nicolás Maduro, Informationsminister Andrés Izarra und Innenminister Tareck El Aissami in Brand gesteckt.

„Wenn man mich einen Verräter nennen sollte, dann geht das in Ordnung, ich werde mit dem Volk zusammen an einer wirklichen sozialistischen Revolution arbeiten, in der jeder seine Verantwortung übernimmt“ so Chávez weiter. Hinter dem Zwischenfall, der weltweit vor allem in der linken Szene für Aufsehen sorgte, wittert er zwischenzeitlich eine mögliche Verschwörung, um ihn in ein schlechtes Licht zu rücken. In diesem Zusammenhang kritisierte er die Internationale Polizeibehörde sowie den US-Amerikanischen Auslandsgeheimdienst CIA. Diese hätten umfangreiche Informationen gehabt, „bis hin zur Nummer des Sitzes, in dem dieser Mann gereist sei“.

Pérez Becerra war von Schweden über Frankfurt in die venezolanische Hauptstadt geflogen. Obwohl ein internationaler Haftbefehl vorlag, war er weder bei der Ausreise in Schweden noch beim Umsteigen in Deutschland verhaftet worden. Venezuela hatte bereits am Vortag eine entsprechende Anfrage an den skandinavischen Staat aufgrund der offensichtlichen Versäumnisse gestellt. Eine Antwort darauf steht noch aus.

Chavéz betonte jedoch auch, das der Festgenommene selbst schuld sei. Trotz der Kenntnis des Haftbefehls sei er nach Caracas gekommen. Der Staatschef wiederholte erneut, bei der Verhaftung nur internationales Recht beachtet zu haben. Daher wolle weder von „der extremen Rechten noch der Linken erpresst“ werden. „Wenn ich ihn nicht festnehme, dann bin ich der Böse, wenn ich ihn festnehme, ebenfalls“ beklagte das Staatsoberhaupt des sozialistischen Landes die für ihn unangenehme Situation.

Pérez Becerra war am 23. April auf dem Flughafen von Caracas aufgrund eines Interpol-Haftbefehls festgenommen und zwei Tage darauf nach Kolumbien abgeschoben worden. Dort erwartet ihn ein Prozess wegen Mitgliedschaft in der Terrororgranisation FARC. Bogotá wirft dem gebürtigen Kolumbianer unter anderem vor, im Ausland über seine alternative Nachrichtenagentur ANCOOL als Sprachrohr der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens gedient zu haben. Pérez Becerra besitzt seit dem Jahr 2000 die schwedische Staatsbürgerschaft.

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  1. 1
    rolli

    wat´n schmutziges Spiel…und nur einer tappte in die Falle… unser Präsident…erinnert mich irgendwie an KINDERGARTEN was hier auf der internationalen Bühne gespielt wird…

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