Venezuela: Chávez droht portugiesischer Supermarktkette Central Madeirense mit Enteignung

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Datum: 16. Mai 2011
Uhrzeit: 06:40 Uhr
Leserecho: 5 Kommentare
Autor: Redaktion
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► Integrierung in das sozialistische Vertriebsnetz vorstellbar

Hugo Chávez hat Central Madeirense, mit 48 Märkten größte private Supermarktkette in Venezuela, mit einer möglichen Enteignung gedroht. Sollte der Besitzer des portugiesischen Unternehmens die Probleme mit seinen Mitarbeitern nicht lösen können, wäre nach seinen Worten die „Integrierung in das sozialistische Vertriebsnetz“ vorstellbar.

Die Warnung von Chávez kam nach Protesten von Gewerkschaften und Arbeitnehmern wegen der Entlassung von vier Mitarbeitern des vor 62 Jahren gegründeten Unternehmens in der Stadt Nueva Segovia de Barquisimeto. Die Proteste führten zur Schließung von Supermärkte in Caracas und in den Bundesstaaten Carabobo und Aragua.

Im Gespräch mit dem staatlichen Fernsehen gab der bolivarische Führer bekannt, dass es nicht vertretbar sei, dass „diese Ketten aus irgendeinem Grund ihre Läden schließen und dadurch Preisspekulationen Tür und Tor öffnen. Gegen dieses Vorgehen haben wir ein Gesetz, welches zur Enteignung des betreffenden Unternehmens führen kann“.

Bereits Ende April lud der Präsident die Firmenleitung von CM zu Gesprächen über die Zusammenarbeit mit den nationalen Regierung ein. Schwerpunkt der Diskussion sollte die Sicherstellung von preisgünstigen Lebensmitteln sein. Bisher hat das Unternehmen allerdings nicht auf die Einladung reagiert. Im Jahr 2010 verstaatlichte Chávez bereits die Supermarktkette Cada, Hauptkonkurent von Central Madeira.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    rolli

    das erste Mal, das ich mit dem Commandante einverstanden bin! Wer die Eigentümer (und nicht nur dieser Supermarktkette) kennt, der weiß, wie korrupt und skrupellos diese stinkreichen Verbrecher sind und welches perfide Netzwerk in Justiz, Politik und Verwaltung besteht!

    Von sozialer Verantwortung noch nie was gehört, verdienen die sich mit völlig überhöhten Preisen dumm und dämlich. Mich wundert ehrlich gesagt, das hier nicht schon vor Jahren ein Riegel vorgeschoben wurde.

    Meine Meinung (auch wenns mir als Anhänger des sozialen Kapitalismus schwerfällt) ENTEIGNEN und das sofort!

    Die machen mit ihren Arbeitern und Angestellten wirklich was sie wollen!

  2. 2
    der ausrufer

    was diese ladenkette und ihr gehabe und ihre manipulationen angeht, wäre ich mit könig hugo auch einverstanden, denn was in der preispolitik in supermärkten abgeht, passt nicht in eine vertretbare gesellschaft.
    da kauft man das selbe produkt in anderen läden um einiges billiger, sodass man sich ernsthaft fragen muss, wie seriös denn die preiskalkulationen sind.
    und cm ist unter allen hunden. auch was die regalbestückung angeht, wird so oft wie nur mögllich alles geändert, dass man ja keine gewohnheiten aufkommen lassen kann und wenn möglich sämtliche regale abmarschieren muss, um an seine artikel zu gelangen.
    die supermärkte enteignen, ist das ein, wie sie dann aber geführt werden ist das andere.
    betrachtet man die staatlichen läden, dürfen durchaus zweifel aufkommen.
    ich denke aber dass man denen so richtig mit dem zaunpfahl winken soll.

  3. 3
    Angiven

    Da bin ich auch dafür,aber was kommt danach?Ich kenne nicht einen
    enteigneten Betrieb der noch was auf die Reihe kriegt und produktiv
    arbeitet.Bei 48 Märkten sind das einige hundert Arbeiter die dann wieder
    auf der Straße stehen.Chavez besetzt dann die Chefetage mit seinen
    Amigos die von tuten und blasen keine Ahnung haben,und schon ist das
    Chaus wieder vorprogrammiert.Es muß doch andere Möglichkeiten geben,
    ohne Enteignung Lösungen zu finden und den jetztigen korrupten Haufen
    solche Auflagen aufzubrummen,daß sie entweder umdenken,oder selbst
    das Handtuch schmeißen.Und dann wären wir wieder am Anfang.
    Venezolanos haben halt mal keine Führungsqualitäten und haben auch
    nicht die nötige Ausbildung um in Chefetagen zu agieren.Darum sollte man
    die Leute da lassen die es auch können,mit strengen gesetzlichen Auflagen
    die der Skrupellosigkeit und der Korruptheit vorbeugen.

  4. 4
    roland-g

    hier wird alles sehr allgemein gehalten, ein paar detaillierte Fakten wären angebracht

    „verdienen die sich mit völlig überhöhten Preisen dumm und dämlich“ im Vergleich zu wem?

    „da kauft man das selbe Produkt in anderen läden um einiges billiger“ da hier wohl die Supermärkte allgemein gemeint sind, wüsste ich gern, mit welchen „anderen Läden“ verglichen wurde

    „Da bin ich auch dafür,aber was kommt danach?“
    ich persönlich wäre nicht für etwas, wenn ich nicht weiß, was danach kommt
    Wenn der CM auf Margarita verschwinden würde, wäre es für viele ein großer Verlust.
    Mich z.B. stört das Verhalten gegenüber dem Kunden. Oft habe ich mich gefragt, wie es sein kann, das so was geduldet wird.
    Wenn an der Kasse viele Leute stehen, kann es nicht sein, das die Kassiererin die Kasse dicht macht. Und es verschwindet dann nicht eine, sondern ein ganzes „Rudel“.

    „wird so oft wie nur mögllich alles geändert, dass man ja keine gewohnheiten aufkommen lassen kann“ verstehe ich auch nicht, ist aber ganz normal (nicht nur bei CM)

    Der Grund für diese Ankündigung liegt aber gewiss ganz wo anders.
    Seit einigen Wochen verhandelt die Regierung mit der Geschäftsleitung von CM wegen einer Zusammenarbeit mit PDVAL. Dies wurde wohl (aus mir verständlichen Gründen) abgelehnt.

  5. 5
    Angiven

    Ich habe doch genau begründet was danach kommt.Außerdem ist der CM
    nicht der beste und billigste auf der Insel.Es gibt noch mindestens 2 Sigos,
    Rattan,Dibs,Sambil mit vielen Märkten.Also wäre der Verlust kein Weltuntergang.Letztens war ich im alten Sigo,habe 20 Minuten eingekauft,
    und bin über 1 Stunde an der Kasse angestanden.Da gehe ich lieber in den kleineren Mecados einkaufen und davon gibt es auf der Insel mehr als genug.Araber.Chinos,Chilenen,Kolumbianer usw.Wie ich gelesen habe,
    hat CM schon einige Märkte geschlossen,und da kann sogar ich Chavez verstehen,daß das Preistreiberei ist.Auf alle Fälle ist es so,daß wir sowieso
    nichts an der Sache ändern können.

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