Brasilien: Petrobras besiedelt den Atlantik mit schwimmenden Städten

Datum: 17. Mai 2011
Uhrzeit: 10:37 Uhr
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Autor: Redaktion
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► Bis zu 224 Milliarden Dollar Investitionen geplant

Brasiliens Petrobras (Petróleo Brasileiro S.A.), mit einem durchschnittlichen täglichen Produktionsvolumen von 2.63 Milliarden Barrel Öl und Erdgas (3. Quartal 2011) eine der größten Ölfirmen weltweit, besiedelt den Atlantik vor der Küste von Brasilien mit schwimmenden Städten.

Das Unternehmen mit Sitz in Rio de Janeiro ist weltweit führend bei der Extrahierung von Öl aus tiefen Gewässern und unterhält eine der größten Flotten von Schwimmplattformen. Nun plant das Mineralölunternehmen seine Flotte in den nächsten Jahren mit Dutzenden von Plattformen sowie „künstlichen Inseln“ zu erweitern. Nach der Entdeckung neuer und riesiger Reserven wird Brasilien zu einer der weltweit wichtigsten Öl-Exporteure.

„Jede Plattform ist eine schwimmende Stadt mit allen Dienstleistungen, einschließlich Energie und Wasser. Selbst ein Bürgermeister wird für die Verwaltung eingesetzt“, gab Francisco Castro, Chef der Plattform P-18, bekannt. Petrobras verfügt über 132 Plattformen (86 feste und 46 schwimmende), auf denen etwa 45.000 Menschen an 21 Tagen arbeiten und dann für 14 Tage ausgeflogen werden. „In meiner Stadt leben 180 Menschen, die alle 14 Tage ersetzt werden. Sie arbeiten in zwei Schichten- jeweils 12 Stunden“, so Castro.

Diese Plattform, die erste Halbtaucherplattform auf der Welt mit einer Kapazität von 100.000 Barrel Öl und zwei Millionen Kubikmeter Gas pro Tag, startete ihren Betrieb 1994 und fördert inzwischen 34.000 Barrel pro Tag aus dem Offshore-Campos-Becken. Die schwimmende Stadt, 117 Meilen vor der Küste von Rio de Janeiro verankert, wiegt 18.347 Tonnen, ist 101 Meter lang und 88 Meter breit und arbeitet in einem Bereich, wo die Meerestiefe 910 Meter beträgt.

Die P-18, eine riesige Masse von Metall, besitzt 43 Stockwerke mit jeweils vier Räumen für 130 Betten und ein Restaurant für 50 Personen. Die Plattform hat einen Hubschrauberlandeplatz, ein Auditorium, drei TV-Zimmer, zwei Spiel-Zimmer, einen Fitnessraum und eine Bibliothek. „Trotz der Entfernung zur Küste haben wir alles was wir brauchen, wir backen sogar selbst und reinigen unsere Wäsche“, so Castro. „Wir arbeiten autonom, die Plattform besitzt zwei elektrische Generatoren, die mit Gas betrieben werden. Unsere Kläranlage hat eine Kapazität von 736 Kubikmetern, Glasfasernetze für die Kommunikation (Telefon, Internet und Fernsehen) mit dem Festland sind ebenfalls vorhanden“.

 

Petrobras will in den nächsten fünf Jahren bis zu 224 Milliarden US-Dollar investieren, die tägliche Ölproduktion von derzeit 2.63 Millionen Barrel soll bis zum Jahr 2020 auf 4 Millionen ansteigen. Zu diesem Zweck plant das Unternehmen in diesem Jahr bis zu 16 neue Plattformen in Betrieb zu nehmen. „Einige der neuen Plattformen haben einen Pool und einen Fußballplatz. Die Erwartungen unserer Mitarbeiter steigen“, gab das Unternehmen bekannt.

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