Argentinien: Der Glühbirne geht das Licht aus

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Datum: 17. Mai 2011
Uhrzeit: 12:14 Uhr
Leserecho: 2 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
Autor folgen:
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)
► Verkauf ab 01. Juni landesweit verboten

In Argentinien gehen den herkömmlichen Glühbirnen ab dem 01. Juni 2011 langsam das Licht aus. Dann tritt endgültig ein landesweites Verkaufsverbot für Leuchtmittel dieser Art in Kraft. Betroffen sind sämtliche matte oder klare Glühbirnen ab 25 Watt. Ein entsprechendes Gesetz (Ley 26.473) wurde bereits Ende 2008 erlassen, seit dem 01. Januar 2011 sind dadurch Herstellung und Import verboten.

Argentinien folgt damit einer weltweiten Tendenz zur Abschaffung der energiefressenden Leuchten. In der Europäischen Union wurden bereits einige Glühbirnen aus dem Verkehr gezogen, im 2012 laufen die letzten Übergangsfristen ab. Ähnliche Wege beschreiten zudem die USA, Kanada, Australien und einige andere lateinamerikanische Länder.

Die argentinische Regierung erhofft sich wie allen anderen Länder eine massive Reduktion des Stromverbrauchs, deshalb müssen die ineffizienten Leuchtmittel nun durch Energiesparlampen oder LED-Leuchten ersetzt werden. Auch in der Haushaltskasse soll sich der Austausch bemerkbar machen und Kosten einsparen. Aufgrund der höheren Lebensdauer und des wesentlich niedrigeren Energieverbrauchs werde der höhere Anschaffungspreis langfristig mehr als kompensiert, sind sich die Experten in Buenos Aires einig.

In Bezug auf den Kaufpreis warnen Wirtschaftswissenschaftler allerdings davor, dass die Erstanschaffung gerade die ärmeren Bevölkerungsschichten vor erhebliche Probleme stellt. Das nationale Programm für vernünftige Energienutzung (Pronuree) hat daher entsprechende Maßnahmen eingeleitet und bereits 24 Millionen Glühbirnen an 2.170 Punkten im ganzen Land ausgetauscht. Die Aktion soll auch in den kommenden Monaten weiter fortgesetzt werden. Bürger, die an dem Programm teilnehmen wollen, sollen sich mit der Stadtverwaltung, dem Energieversorger oder den lokalen Verbraucherschutzorganisationen in Verbindung setzen.

Im Dezember 2010 hatte Argentinien noch kurzfristig die Übergangsfrist bis Ende Mai beschlossen, um Händlern und Herstellern den Abverkauf von Lagerware zu ermöglichen. Zudem wurde der Import von herkömmlichen Glühbirnen für Backöfen, Mikrowellenherde und Kühlschränke genehmigt. Auch Glühbirnen unter 25 Watt oder einer Spannungsaufnahme von bis zu 50 Watt dürfen ebenfalls weiter in den Verkehr gebracht werden.

Anzeige
wandere aus, solange es noch geht

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2016 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden. Bildnachweis: Dietmar Lang/ALP

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.
  1. Viel zu teuer für die Bevölkerung dieses Staates. Schon in Europa sind die Sparlampen um 50% im Preis zu hoch. Die Produzenten kassieren da ganz kräftig ab.

  2. 2
    Peter Stenzel

    Hallo!

    Mich würde interessieren, in welchen Ländern Lateinamerikas ein Glühbirnenverbot besteht bzw. wo alternative Maßnahmen, wie eine Strafsteuer auf Gkühbirnen, die es in Ecuador geben soll, ergriffen werden.

    Ich würde mich über die Beantwortung meiner Frage freuen, wenn möglich mit Quellenangabe.

    lg

    Peter Stenzel

Diese News ist älter als 14 Tage und kann nicht mehr kommentiert werden!