Todesflug AF447: Opferverband nennt Verdacht auf Pilotenfehler „völlig absurd“

af447-2011

Datum: 17. Mai 2011
Uhrzeit: 14:26 Uhr
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Autor: Dietmar Lang
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► BEA kritisiert "Sensationslust" der Medien

In Brasilien hat der Präsident des „brasilianischen Opferverbandes von Flug AF447“, Nelson Faria Marinho, die Spekulationen über einen möglichen Pilotenfehler als „völlig absurd“ bezeichnet. Marinho reagierte damit auf eine entsprechenden Meldung in der französischen Tageszeitung Le Figaro vom Montagabend. Nach dem Bericht, der sich auf Ermittlerkreise beruft, träfe den Flugzeugbauer Airbus keine Schuld, vielmehr sei die Katastrophe durch einen Pilotenfehler oder durch Versäumnisse bei der Wartung durch die Air France verursacht worden.

„Es ist völlig absurd, ich bin erstaunt, dass eine seriöse Tageszeitung wie Le Figaro so etwas veröffentlicht. Ich kann einen solchen Unsinn nicht glauben“ so Marinho in einer ersten Stellungnahme. Man werde notfalls vor ein internationales Gericht ziehen, um das Gegenteil zu beweisen. „Wir wissen, dass es nicht der Pilot war, natürlich war es nicht der Pilot“ so Marinho weiter. Er selbst hatte bei dem Absturz am 01. Juni 2009 einen Sohn verloren.

Marinho forderte zudem erneut, ein neutrales Land wie die USA mit der Untersuchung zu beauftragen. Dies habe er bereits beim letzten Treffen der französischen Unfalluntersuchungsbehörde BEA vorgeschlagen, die derzeit die Anfang Mai geborgenen Flugschreiber und Cockpit-Stimmrekorder auswertet. „Dies haben sie [die BEA] jedoch abgelehnt, da sie diese [die Black-Boxen] manipulieren wollen. Der Eigentümer, der Besitzer des Unternehmens, darf doch nicht gegen sich selbst ermitteln“ verteidigte Marinho erneut seinen Vorschlag.

Die BEA hatte sich nach Bekanntwerden des Berichtes über einen möglichen Pilotenfehler „schockiert“ von der „Sensationslust“ der Medien gezeigt. In einer Stellungnahme auf der Webseite warnte sie vor voreiligen Schlüssen. Die Auswertungen würden noch Wochen dauern, man sei jedoch zuversichtlich, dass die Unfallursache komplett aufgeklärt werden könnte. Die Behörde hatte allerdings dem Flugzeugbauer Airbus fast zeitgleich überraschend erlaubt, seine Kunden über die ersten Erkenntnisse zu informieren. Danach gäbe es keine grundlegenden Mängel an der Maschine vom Typ A330-200.

Todesflug AF 447 war am Pfingstsonntag 2009 auf dem Weg von Rio de Janeiro nach Paris aus noch ungeklärter Ursache rund 1.000 Kilometer vor der brasilianischen Küste in den Atlantik gestützt. Zuvor war die Maschine in ein Unwetter geraten. Seitdem wird spekuliert, ob eventuell mangelhafte Geschwindigkeitssensoren die Katastrophe ausgelöst haben. An Bord waren 216 Passagiere und 12 Besatzungsmitglieder, darunter 72 französische, 59 brasilianische und 28 deutsche Staatsbürger.

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