Haiti: Bergwald bei Moncel – Erholungslandschaft Par Excellence

Bergwald

Datum: 20. Mai 2011
Uhrzeit: 09:20 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Otto Hegnauer
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Noch gibt es in den Höhenzügen der haitianischen Südkordillere immergrüne Bergwälder. Ein Blick vom Berghotel Moncel nordwärts über den grossen Graben zeigt das satte, herrliche Grün eines ausgedehnten Misch- und Nadelwaldes, der die Meckerer Lügen straft. Man könnte sich in einer Schweizer Sommerfrische wähnen.

Die vereinzelten Häuser sind meist aus Holz, kaum passierbare Pisten führen ins Unbekannte, Karten gibt es nicht, die Namen kennt man auch nicht. Es ist fast wie seinerzeit in der Höhlenforschung; da musste man die Karten auch zuerst zeichnen, und die Namen erfinden und gut aufschreiben, wenn man sie nicht vergessen wollte. Zudem war es damals dort noch dunkel, Tag und Nacht, und ganz wesentlich kälter. Hier konnte man sich wenigstens der Sonne erfreuen.

Aber am meisten freute mich, dass es keine Köhlerräuchlein gab, wie anderswo auf den Höhen. Und auch keine Erdbebenschäden. Alles ist sauber, die Menschen die sich hier bewegen tragen offensichtlich Sorge zu ihrer Landschaft. Hie und da kreuzen wir das Gelände einer Organisation oder Kirche, die den Kindern im Sommer Ferien in frischer Höhenluft bietet, mit Sport- und Spielgelände und was noch zu einer Kolonie gehört. Jetzt an Ostern war alles leer, aber während der Schulferien herrscht hier Hochbetrieb.

Dann organisieren die Scouts, eine auch hierzulande sehr verbreitete Organisation und ähnliche Jugendkreise ihre Zeltlager und Orientierungsläufe und es stellt sich schnell heraus, wer ein rechter Pfadfinder ist auch ohne Karte und Bussole. Der Bruthitze des Hochsommers entweichen so jährlich tausende, wenn das leider auch nicht allen möglich ist.

Um als Erwachsener Ferien in der Sommerfrische kosten zu können, muss man allerdings eine Stange Geld investieren. Das Berghaus hier ist eher ein kleines Dorf und bietet Tennis- und andere Sportplätze jeder Art und die sind bekanntlich nicht ganz billig zu haben – selbst bei uns. Aber man sagt ja, auch wenn es unglaublich klingt, im ärmsten Land der Westhalbkugel gäbe es mehr Millionäre als in der Schweiz. Und die müssen j auch eine standesgemässe Sommerfrische haben … Jedenfalls ist Moncel eine Erholungslandschaft par excellence, eine Landschaft, die zum Wandern und Ausreiten reizt; mietbare Pferde stehen beim Hotel Moncel ebenfalls zu Diensten.

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Die exklusive Haiti-Kolumne im latina press Nachrichtenportal von Otto ‚Swissfot‘ Hegnauer. Der ehemalige Lehrer lebt seit mehreren Jahrzehnten auf Haiti und berichtet exklusiv von seinem täglichen Leben auf der Insel Hispaniola.

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