FARC-Daten juristisch wertlos: Venezuela und Ecuador erfreut

santos

Datum: 21. Mai 2011
Uhrzeit: 06:35 Uhr
Leserecho: 6 Kommentare
Autor: Redaktion
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► Kolumbianischer Präsident widerspricht Behauptungen

Die Daten auf den sichergestellten Computern des bei einem Bombardements am 08. Mai 2008 getöteten hochrangigen FARC-Mitglieds Raúl Reyes sind laut der Entscheidung des Obersten Gerichtshofes in Kolumbien juriustisch wertlos. Die Regierungen von Venezuela und Ecuador, denen anhand der Daten enge Verbindungen mit der Terror-Organisation unterstellt wurde, äußerten ihre Zufriedenheit mit der Entscheidung des Gerichts.

Kolumbianisches Militär hatte insgesamt sechs Datenträger aus dem zerstörten Camp der FARC-Terroristen auf ecuadorianischen Territorium sichergestellt. Da die Soldaten keinen speziellen Auftrag dazu hatten, haben die sichergestellten Beweise keine Gültigkeit im Rahmen eines Gerichtsverfahrens und gelten als illegal erworben. Zudem wurde den Behörden vorgeworfen, dass sie die Daten nicht ordnungsgemäß behandelt haben sollen. Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos bekräftigte allerdings, dass die Daten besonders sorgsam recherchiert wurden.

„Wir haben die Daten besonders sorgsam sichergestellt und ausgewertet“, so der Präsident. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass in Spanien aufgrund von Auswertungen verschiedener Computer-Festplatten Terroristen festgenommen und verurteilt wurden. Das Staatsoberhaupt gab während einer Versammlung in Cartagena de Indias (Norden) bekannt, das er die Entscheidung des Gerichtes jedoch respektieren werde.

Die Regierungen von Venezuela und Ecuador brachten ihre Zufriedenheit mit der Entscheidung des Gerichts zum Ausdruck. In Quito erklärte der ecuadorianische Präsident Rafael Correa, dass „die sichergestellten Daten der angeblichen Supercomputer nie Rechtsgültigkeit besaßen“. Nach seinen Worten war die Sicherstellung das Ergebnis einer Invasion von einem fremden Land auf ecuadorianischem Territorium, wozu die Soldaten nicht autorisiert waren. Zudem sollen die Daten manipuliert und verändert worden sein.

Der venezolanische Außenminister Nicolás Maduro zeigte sich ebenfalls erfreut. „Die Erfahrungen die wir haben belegen, dass man immer einen transparenten Weg beschreiten muss. Am Ende herrscht immer die Wahrheit“ so Maduro in einem Interview mit dem venezolanischen Sender Union Radio.

Laut dem umstrittenen 240-Seiten-Bericht des Internationalen Instituts für strategische Studien (IISS), der sich auf Auswertungen von mehreren Computer-Festplatten des bei einem Bombenanschlag im Jahr 2008 getöteten Sprechers der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) Raúl Reyes bezieht, sollen sowohl der Präsident von Venezuela als auch Correa Verbindungen mit den Guerillas unterhalten haben. Demnach hat Hugo Chávez der FARC 2007 rund 300 Millionen US-Dollar an Unterstützung zugesagt und ihnen Zugang zu venezolanischem Territorium gewährt.

Das britische Forschungsinstitut hatte am Dienstag (10.) bekannt gegeben, dass die kolumbianische Terror-Organisation FARC im Jahr 2007 den Wahlkampf des amtierenden ecuadorianischen Präsidenten mit 400.000 US-Dollar unterstützt haben soll. Präsident Rafael Correa bezeichnete die Vorwürfe als unwahr und bot öffentlich an, dass er sich einem Lügendetektortest unterziehen will. Der Generalstaatsanwalt von Ecuador hat inzwischen die Eröffnung einer Untersuchung gegen Präsident Rafael Correa eingeleitet. Damit sollen die “angeblichen Geldtransfers” offengelegt werden.

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  1. 1
    Heinz

    Da braucht es keine Beteuerungen von Santos. 99.9 wissen, dass Chavez und Correa ein Lügenpack ist. Hut ab vor Santos, der nicht alles schluckt was da an gequirlter Kacke aus Venezuela und Ecuador kommt. Die beiden sollte man vor den internationalen Gerichtshof zerren, die Farc hat tausende Menschen getötet. Und dann ab mit den Rüben dieser Lumpen. Den dicken Bauernbub aber bitte zuerst.

    Zudem ist die Äusserung des Handlangers Maduro an Schamlosigkeit nicht zu überbieten. „Weg der Transparenz und Worte der Wahrheit“. Wenn es eine Gerechtigkeit gibt müsste dem SACK die Zunge im Maul verfaulen.

    • 1.1
      Geugi

      Wer mit solchen Worten um sich schlägt, kann man nicht ernst nehmen.
      Wer Daten fälscht ist der Urkundenfälschung schuldig zu sprechen.

  2. 2
    Paula

    Mag sein, dass die Festplatten illegal erworben wurden, aber wenn man es mit den Gräueltaten der FARC vergleicht, ist es nichts.
    Wenn man so, egal ob die Daten rechtlichverwertbar sind, was gegen die Guerrillas unternehmen kann, sollte man es doch tun.
    Zudem hat doch niemand gesagt, die Daten wären gefälscht, oder? Zumindest war es nicht der Grund der Ablehnung, Verschwörungen ob was echt ist, gibt es immer.
    Sie sind nur illegal in die Hände des Militärs gekommen. Die FARC ist x-mal schlimmer.
    Hugo und Correa sind sowieso total daneben.
    Vielleicht ist Santos in gewissen Punkten nicht ganz so schlecht, wie ich anfangs dachte.

    • 2.1
      Heinz

      @Zudem hat doch niemand gesagt, die Daten wären gefälscht, oder?

      aber sicher doch- ganz eindeutig:

      „Zudem sollen die Daten manipuliert und verändert worden sein“

      gibt der Ziehsohn vom Bauernlümmel Chavez bekannt. Zudem kannst Du sicher sein, dass Santos sein wahres Gesicht bezüglich des Bankrotteurs aus Venezuela nicht zeigt. Dies wird im passenden Moment kommen. Warten wir noch ein bisschen. Chavez ist diesbezüglich schon intelligent. Er weis weshalb er seine Armee aufrüstet–deswegen hat er gegen Kolumbiens Militär trotzdem nicht den Hauch einer Chance.

  3. 3
    rolli

    das ist ganz großes Polit-Theater… da wurde schlicht und einfach ein Kuhhandel draus gemacht: Du (Chavez) hälst in Zukunft die Klappe und kaufst uns jeden nur erdenklichen Mist ab (damit unsere Exportquote stimmt und die Arbeitsplätze gesichert sind), ab und zu lieferst du uns einige Topterroiste, bezahlst natürlich endlich deine Schulden mit billigem Gas und Benzin…, und ich (Santos) deklariere die Anschuldigungen als nichtig…also auf gut DEutsch, du scheißt mich nicht an und ich scheiß dich nicht an, fertig….

  4. 4
    Angiven

    Chavez und Correa muß doch ein ganzer Mühlstein in die Hose gefallen sein als sie hörten,daß die Festplatten als Beweismittel vor Gericht
    abgelehnt wurden.Das die Daten nicht gefälscht sind, liegt auf der Hand.
    Warum sollte ein führendes FARC-Mitglied seine eigenen Daten fälschen?
    Ein Fleck auf ihren unsauberen Westen bleibt doch zurück,und Correa
    hat es noch nicht überstanden.Soweit ich gelesen habe, wurden Er-
    mittlungen gegen ihn eingeleitet.

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