Venezuela: Allerlei Lustiges aus linken Medien

Datum: 24. Mai 2011
Uhrzeit: 06:55 Uhr
Ressorts: Leserberichte
Leserecho: 9 Kommentare
Autor: Heinz Mueller, Caracas (Leser)
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)

Am heutigen Morgen musste ich wieder herzhaft lachen. Da berichtet doch ein linker Blog darüber, dass sich die Lebensmittelproduktion in Venezuela in den vergangenen elf Jahren verdreifacht haben soll. Ganz wichtig gibt das Blättchen bekannt, dass sie ihre Infos von der kubanischen Nachrichtenagentur Prensa Latina übernommen haben. Diese haben laut ihrem Schreiberling ihre Infos von der Regierung aus Caracas.

Was man von solch übernommenen Meldungen zu halten hat, weiß ein Erstklässler. Ich lebe seit fast 20 Jahren in Venezuela und ärgere mich über solche Lügen. Erinnert mich an ein Interview mit Margot Honecker. Behauptete die Dame vor wenigen Wochen felsenfest, dass die Mauer in der ehemaligen Ostzone zum Schutz vor den Aggressoren aus dem Westen errichtet wurde. Komisch allerdings, dass die Selbstschussanlagen auf die eigene Bevölkerung gerichtet waren.

Deswegen ein kleiner Tipp an die Artikelübernehmer. Reist nach Venezuela und geht einmal in einen Supermarkt. Wieso sind seit Monaten die Regale leer?? Wurde da etwa ein Lebensmitteltransport von den imperialistischen Kräften sabotiert? Seid froh, dass ihr in Europa lebt- da könnt ihr Euren Schwachsinn ungestraft unter die Bevölkerung streuen. In Venezuela hätten sie Euch die Tastatur zerschlagen.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    togo

    Heinz Mueller hat anscheinend die Kurzmeldung nicht ganz verstanden, die bei amerika21 veröffentlicht wurde.

    Seit Jahrzehnten importiert Venezuela ein Großteil der Lebensmittel. Eine Verdreifachung der Produktion wirkt sich daher nicht gezwungenermaßen auf die Versorgungslage aus. Das wird in dem Artikel auch gar nicht behauptet.

    Man muss ja auch bedenken, dass es Bevölkerungswachstum gibt und dass die Nachfrage durch Verminderung der Armut gestiegen ist.

    BTW: amerika21 ist nach Definition kein „Blog“. Die Homepage ist wie eine Nachrichtenseite aufgebaut und verwendet auch keine Blog-Software wie zum Beispiel latina-press.com (WordPress), sondern das CMS Drupal

    • 1.1
      Heinz

      Hier geht es nicht um eine Software, die der von Ihnen zitierte Blog anwendet. Mehr als 20 Internationale Nachrichtenmagazine benutzen WordPress.

      Hier geht es darum, dass linke Medien Meldungen übernehmen, die nicht der Wahrheit entsprechen. Nennen Sie mir 20 Augenzeugen, welche in Venezuela leben und nicht von der Regierung geschmiert werden, die von der angeblichen Steigerung positiv in ihrem täglichen Leben berichten können.

      Die Wahrheit ist, dass es hier immer weniger zu fressen gibt, die Regale in der Supermärkten immer leerer werden-und die Menschenschlangen vor den Läden immer länger.

      Aber wir, die hier leben und arbeiten, wissen ja, was wir von solchen Durchhalteparolen zu halten haben. War in der Ostzone und der ehemaligen UDSSR das gleiche. Kurz danach war die Mauer weg und in Moskau haben sie die Leninstatuen weggehauen.

      • 1.1.1
        Gustavo

        „Deswegen ein kleiner Tipp an die Artikelübernehmer. Reist nach Venezuela und geht einmal in einen Supermarkt.“
        Reisen Sie mal nach Venezuela und sehen, wie viele dicke Menschen es dort gibt! Die haben ihre korpulente Körperfülle bestimmt nicht vom Lufholen oder leeren Regalen.
        Einige VenezolanerInnen essen sogar bis zu 5 üppige Mahlzeiten am Tag.
        In Venezuela gibt es ca. 14,18 Mio. Rinder, 5,88 Mio. Schweine und unzählige Schafe und Hühner. Und es werden im Jahr ca. 380 000 t Fisch gefangen.
        Quelle: welt-in-zahlen.de

        Heute muss Venezuela immer noch 70% seiner Produkte (und nicht seiner Nahrung) importieren – na und?! Deshalb gibt es aber keinen Mangel an Grundnahrungsmittel. Ganz im Gegenteil.
        Dann kann/darf Venezuela eben keine Big Macs, Mars- und Snickerriegel sowie Kartoffelchips (von einer bistimmten Marke) produzieren, aber deshalb muss doch keiner Hunger schieben (siehe Übergewicht)!

        „Ich lebe seit fast 20 Jahren in Venezuela…“
        Vor kurzem waren es noch 7 Jahre und jetzt wieder 20…

        PS: In Venezuela darf jeder seine Meinung sagen und den Präsidenten beschimpfen; es gibt keine politischen Gefangenen, über 100 freie Radiostationen wurden gegründet, die Unwetteropfer hausen sogar im Präsidentenpalast, es gibt freie und geheime Wahlen, 85% der Medien sind in oppositioneller Hand … Wenn Hugo Chávez tatsächlich ein Diktator sein sollte, dann ist er sehr ungeschickt darin =)

      • 1.1.2
        togo

        Meine Tastatur wurde zwar nicht zerschlagen, aber meine ausführliche Antwort, die ich ihnen gegeben habe, wurde leider gelöscht.

        Ich will dennoch kurz zu ihrem Kommentar Stellung beziehen. Sie schreiben:

        „Hier geht es darum, dass linke Medien Meldungen übernehmen, die nicht der Wahrheit entsprechen.“

        Sie beziehen sich damit auf einen Artikel, der lediglich davon berichtet, dass Regierungsvertreter erklärt haben, dass die Nahrungsmittelproduktion gesteigert wurde. Außerdem wird in der Kurzmeldung von dem linken Medium gesagt, dass der Großteil der Nahrungsmittel immer noch importiert werden muss. Zu der Versorgungslage war in dem Artikel nicht die Rede.

        Die Fragen an Sie lauteten: Was entspricht in dem besagten Artikel nicht der Wahrheit? Haben Regierungsvertreter nicht erklärt, dass die Nahrungsmittelproduktion gesteigert wurde? Muss Venezuela nicht den Großteil der Nahrungsmittel importieren?

        Ich würde mich über eine Antwort freuen. Ebenfalls würde ich mich freuen wenn das Kommentar nicht einfach gelöscht wird!

  2. 2
    Norbert Ritz

    Danke Togo für die Richtigstellung !

  3. 3
    der ausrufer

    hoho hoho hihihi, wenn ich lesen muss, dass venezuela ihre lebensmittelproduktion um 300% gesteigert hat in den vergangenen jahren, hat dies mit einem gelungenen projekt der revolution bestimmt nichts zu tun. geschweige denn mit der gross angekündigten landreform und sonstigen unprogrammen.
    wenn man nähmlich nur gerade 20% der lebensmittel für 21 mio. menschen produziert und 10 jahre später diese menge verdreifacht, sich in der selben zeit aber die bevölkerung auf 28 mio. menschen vergrössert, ist man noch sehr sehr weit entfernt davon, selbstversorger zu sein.
    wenn regierungsangaben bestätigen, dass bis zu 80% der güter venezuelas imrotiert werden müssten, heisst das ja nichts anderes als dass venezuela praktisch nichts mehr produziert. und dies ist ja wohl die tatsache, wenn man die bevölkerung vergrössert und die produktion senkt.
    das gute ist, das messer hat immer 2 schneiden.

    war gestern wieder mal in einem sehr grossen supermarkt in margarita. welch grosse überraschung musste ich an der kasse erleben, als ich für einen mit ein wenig gemüse, eier,käse, butter, milchpulver, putzmittel und allgemeine lebensmittel (aber nicht luxuriöses) in meinen einkaufswagen legte und an der kasse die endsumme vernahm. für einen zu 2/3 gefüllten wagen durfte ich 1450 bolivares abgeben. wie gesagt nur das notwendigste, was eine 3 pers. gemeinschaft benötigt.

    welch ein schock muss das für einen normalverbraucher sein, der sein 2-4 tausend bolos verdient.

    es ist äusserst beschämend, in einem der reichsten länder dieser welt, so etwas über schreiben zu müssen, beschämend für diese verantwortungslose regierung.
    beschämend ist das einzig richtige wort für diese zustände.

  4. 4
    Angiven

    Tatsache ist,daß man sich Venezuela fast nicht mehr leisten kann. Seit der Lohnerhöhung am 1. Mai steigen die Preise täglich,und nicht nur um 10-15 Prozent sondern um 30-50%.

    Letzte Woche für 10 Semmeln 7BsF gestern für 6 Semmeln 10 BsF.Da legst halt mal schnell für 250 gr. Käse Typo-Brie (kein echter) 40 Bollis hin.Sowas bekomme ich nur in der Panaderia, betrieben von Arabern.

    In den hiesigen Metzgereien kann man die ange-botene Wurst und Schinken,auch mit guten Willen nicht essen. Mal ein gutes Stück Rindfleisch zu erhaschen ist schon Glücksache. Kutteln,Hühnerkrallen,Hühnerflügel,Schweinefüsse,und noch für mich nicht indentifizierte Sachen sind immer zu haben. Aber leider spielt da mein Magen und Darm nicht mit. Weizenmehl,Speiseöl,Margarine,Butter usw. sind nach wie vor Suchartikel.

    Dazu kommt das Gemüse und Salat dermaßen teuer ist,und so vergammelt,daß man darauf verzichtet.So sieht hier der Alltag aus, man ist einen halben Tag unterwegs um sein Essen zu organisieren. Dann glücklich zu Hause um Essen zu machen, peng ist der Strom für Stunden weg. Hast du dann endlich mal gegessen und willst spülen kein Wasser da. Eine verdreifachung der Lebensmittelproduktion ist der Jahrhundertwitz.

    Soweit ich weiß ist Venezuela 3 1/2 mal größer als Deutschland,und haben maximal 30 Millionen Einwohner gegenüber gute 80 Millionen in Deutschland.Was stimmt hier wo nicht?Erst vor wenigen Tagen hat der Landwirtschaftsminister Versorgungsengpässe bei Fleisch,Blatt-gemüse und Bananen bekanntgegeben,weil ein kleiner Land-strich am Maracaibosee überschwemmt ist. Armes Venezuela! So ein großes Land mit so guten Klima mit Ebenen und Bergen.

    Geschaffen für Anbau von sämtlichen Gemüse,Früchte,Kaffee,usw.Aber leider baut keiner mehr was an,oder säht aus. Seit den Verstaatlichungen und Enteignungen ist Stillstand in diesem Land,und die Regierung lügt,daß sich die Balken biegen.

  5. 5
    regina -g

    Ich geb auch mal wieder meinen Senf dazu

    @Gustavo … Zitat :
    „Reisen Sie mal nach Venezuela und sehen, wie viele dicke Menschen es dort gibt!
    Klar – dem geb ich recht ….aber das liegt daran , dass der Venezolaner sich nicht ausgewogen ernähren kann … der morgendliche Empanada im Öl ausgebacken trägt schon dazu bei .
    Diese ganze Maismehlzeug …immer .. morgens Empanada , mittags als Beilage Arepa …abends Arepa …DAS ist doch Schuld .
    Obst und Gemüse – galloppierende Preise gen Himmel , wer soll sich das denn leisten ? NICHT der normale Venezolano . Selbst für uns Europäer wirds schon verdammt teuer , Bsp Kilo Kartoffeln 18 Bsf , Zwiebeln 24 Bsf , Paprika knapp 30 Bsf …usw – Obst – genau das gleiche !!!
    Also gesunde Ernährung – ist kaum bezahlbar .
    Ach ja … und selbst für Insulaner … Fisch ( außer vielleicht Sardinen ) wird auch immer teurer , das Kilo zwischen 30 -50 Bsf keine Seltenheit

    Guten Appetit für alle „Oberschlaumeier“

  6. 6
    El ultimo marsiano

    Hallo Gustavo, es tut mir leid aber du bist und bleibst ein xxxx
    http://www.defiendete.org/html/de-interes/LEYES%20DE%20VENEZUELA/LEYES%20DE%20VENEZUELA%20I/CODIGO%20PENAL%20DE%20VENEZUELA.htm
    schau dir diesen link an…codigo penal… art,148
    soweit zu deinem ps…..was du in zukunft besser in „bs“ (steht für bull shit) umbenennen solltest.

    meinungsfreiheit heisst hier, ab 3 bis 30 monate haft im sanatorium carcel politica !!

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