Bolivien: Die Reiseleiternummer läuft hier nicht

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Datum: 29. Mai 2011
Uhrzeit: 03:29 Uhr
Leserecho: 1 Kommentar
Autor: Sascha Blodau
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Mit denen in den Foren weit verbreiteten Befürchtungen, dass man in Bolivien nicht genug Geld machen kann um klar zu kommen, hattet Ihr wohl ganz Recht. Ich hatte dies auch schon befürchtet,sogar Bolivianer hatten mir von Anfang an Probleme prophezeit. Deshalb habe ich vor, spätestens Ende des Jahres, oder im Januar 2012 wieder nach Deutschland zu gehen, für eine Zeit um zu arbeiten und Geld zu machen. Da wir ja gerade angefangen haben unser Haus zu bauen, und ein Auto wollte ich auch noch kaufen, brauche ich noch etwas mehr Geld- und das werde ich hier nicht zusammenbekommen.

So schön Bolivien auch ist, zum Geld machen ist es nicht geeignet. Man kann froh sein, wenn es zum Leben reicht. In Bolivien kann man sich zwar gern für umgerechnet „Pfennigbeträge“ kaputtackern, aber wenn man hier richtig was verdienen will ist es sehr schwierig. Die Reiseleiternummer läuft hier auch nur in Ausnahmen und leider gibt es auch jede Menge Praktikant/innen, die hierher kommen und für lau die ganze Arbeit machen.

Ja, ja die bescheuerten Entwicklungen der deutschen Wirtschaft bekommt man auch hier zu spüren. Vielleicht gehe ich in meinem Heimatort bei Wolfburg oder ich gehe wieder nach Berlin- dort habe ich noch einen Keller gemietet. Wenn ich dort alleine lebe, kann ich jeden geeigneten Job machen und Geld auf die Seite packen. Wenn ich dann jeden Monat 500 EUR nach Bolivien schicke, kann ich davon gut die Schule meiner Kinder finanzieren und die kommen damit auch sonst ganz gut über die Runden. Vielleicht werde ich auch als Backpacker in der Schweiz, Schweden, Dänemark, Norwegen oder sonst wo in Europa ein bisschen Geld machen, auf die Seite legen für unser Hausbauprojekt.

Aber meine Frau mit den Kindern bleibt auf jeden Fall hier, die Schule ist wirklich um Klassen besser als das was wir in Berlin erlebt haben. Meine Frau hat außerdem vor hier Tourismus zu studieren, was auch sinnvoll ist wenn man mal eine „offizielle“ Reise-Agentur aufmachen möchte. Wenn man etwas in Bolivien auf die Beine stellen will, dann muss man sein Geld schon mitbringen, dann ist es hier auch sehr günstig um zu leben.

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Sascha Blodau hat im Jahr 2010 seinen Lebensmittelpunkt nach Bolivien verlagert. In seiner Kolumne berichtet er über das Abenteuer „Auswandern“ und die Herausforderungen des täglichen Lebens im südamerikanischen Binnenstaat.

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  1. 1
    Otiksom

    Hallo Sascha, wie geht es weiter mit deinem Auswandererprojekt?

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