Kuba: Vuela, mi amor, vuela!

kuba

Datum: 05. Juni 2011
Uhrzeit: 04:43 Uhr
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Wenn man von Habana Vieja mit dem Bus Richtung Playa del Este fährt, geht es zuerst mal tief hinunter und unter der Bucht von Havanna hindurch, hinüber zum “Felsen”, El Morro genannt. Die Schnellstraße führt entlang der Küste weiter Richtung Osten, entlang der Playa del Este. Etwa einen Kilometer, nachdem man aus dem Tunnel kommt, fährt der Bus rechts ab und hinauf auf das Areal von El Morro. Dort befindet sich nicht nur eine Kaserne, sondern die ehemalige,spanische Befestigungsanlage El Morro, die zur Zeit der Revolution (bis ungefähr 1980) als Gefängnis diente, und La Cabana.

Die riesige steinerne Anlage dient heute als Veranstaltungsort für Messen aller Art, wie zum Beispiel die internationale Buchmesse, ist aber auch dann, wenn keine Veranstaltungen stattfinden, ein oft besuchtes Ausflugsziel. Man kann von oben sehr schöne Fotos von der Skyline Havannas schießen, auf dem Gelände spazieren gehen, sich im Schatten aus rasten – und man kann Flugzeuge fliegen lassen.

Ich habe Reinaldo Arenas Biographie gelesen und kann das Areal von El Morro nicht ohne eine gewisse Beklemmung betreten. Anfang der Siebziger muss das hier die Hölle gewesen sein, eine in Fels geschlagene, karibische Hölle, in der Menschen willkürlich und grausam gebrochen wurden: Kleinkriminelle und Vergewaltiger, wie auch politisch Gefangene, der Konterrevolution beschuldigte Bürger, so wie auch Rekruten, die sich nur einen halben Tag aus der Kaserne stahlen, um ihre Familien zu besuchen – für dieses Vergehen wurden halbwüchsige Rekruten bis zu acht Jahre eingesperrt. Für offene Kritik an den Werten der Revolution konnte man bis zu fünfzehn Jahre Gefängnis erhalte, und ein Traktorfahrer, der irgendwann im Jahr 1969 für schuldig befunden wurde den Motor seines Traktors schlecht gewartet zu haben- was als Akt der hinterlistigen Sabotage gewertet wurde- ging für zehn Jahre ins Gefängnis.

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Peter Nathschläger, geb. 1965 in Wien, entdeckte früh seine Vorliebe für Reisen & Literatur. Parallel zu seinen Romanen, Kurzgeschichten und Gedichten widmet er sich nun verstärkt Reiseberichten mit Schwerpunkt Kuba, ganz im Sinne einer literarischen Spurensuche.

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