Venezuela: Chávez krank – Armee muss Verfassung schützen

Datum: 02. Juli 2011
Uhrzeit: 09:08 Uhr
Ressorts: Leserberichte
Leserecho: 6 Kommentare
Autor: Heinz Mueller, Caracas (Leser)
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)

Wie es in Venezuela um die Sicherheit bestellt ist und welches Machtvakuum der an Krebs erkrankte und vielleicht bald nicht mehr so präsente Hugo Chávez jetzt schon hinterlässt, kann man an den Aussagen seines Oberkommandierenden der Streitkräfte sehen. Dieser will die Verfassung im Lande schützen, falls dies notwendig sein sollte.

Vorsichtshalber- da sich der gute Mann als in Venezuela lebender und nicht von irgendeinem Schreibtisch aus Europa abschreibender Fink der tatsächlichen Lage im Staate bewusst ist-, muss Armeegeneral Henry Rangel Silva gleich die zukünftige Richtung vorgegeben. Dies ist er seinem durch Krankheit schwer beeinträchtigten Präsidenten natürlich schuldig. Der umstrittene General hatte bereits in der Vergangenheit- kurz nach seiner Beförderung zum Chef der Streitkräfte- bekannt gegeben, dass seine Armee selbst nach einem Wahlsieg eine Rückkehr der Opposition an die Macht nicht dulden würde.

Diese Worte muss man sich natürlich auf der Zunge zergehen lassen. In Lateinamerika sind die Präsidentin von Brasilien und der Präsident von Paraguay seit längerer Zeit an Krebs erkrankt und behandelt worden. Da konnte man allerdings nichts von irgendwelchen Ankündigungen hören, dass die Verfassung zu schützen sei. Verständlich, dort werden die Einwohner auch nicht durch das Militär wie in Venezuela eingeschüchtert und niemand muss Angst haben, bei einem Regierungswechsel plötzlich kein zugeschustertes Haus, Auto und sonst noch alles zu verlieren.

Hier in Venezuela haben die Menschen jetzt schon Angst, was die Zukunft bringen wird. Sollte Chávez einmal das Zepter aus der Hand geben, wird das Chaos losbrechen.

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  1. 1
    Gustavo

    Venezuela: Chávez krank – Armee muss Verfassung schützen

    Richtig so! Der politische Wille, die Demokratie im Allgemeinen und die Unabhängigkeit des venezolanischen Volkes müssen vor der alten Plutokratie (die schon 2002 versuchte, Venezuela gewaltsam in eine blutige fremdgesteuerte Militär-Diktatur zu stürzen) und deren niederträchtigen Bestrebungen beschützt werden.

    PS: Hugo Chávez und das venezolanische Volk haben schon eine viel schlimmere Krankheit überwunden…

    • 1.1
      Heinz

      @Der politische Wille
      der nachweislich durch dezente Veränderungen von der Regierung in diversen Wahlbezirken hingebogen wurde.

      @Hugo Chávez und das venezolanische Volk haben schon eine viel schlimmere Krankheit überwunden.

      Sie sind gerade dabei. Die Natur wird dies schon richten. Im übrigen besteht das venezolanische Volk nicht nur aus Bauerntölpel, die für eine Flasche Schnaps in den Miraflores kriechen.

    • 1.2
      franky

      @ was reden sie denn für einen Schmarrn daher – es geht doch nicht um die Plutokratie, es geht um einen großen Teil der venez. Bevölkerung, normale hart arbeitende Menschen, die Ch. schon seit Jahren um ihren verdienten Lohn betrügt und die sich bei Krebs keine erste Klasse Behandlung auf Kuba leisten können – und das Militär schützt nicht die Verfasssung, sondern die ergaunerten Pfründe – die sind doch sowieso vaterlandslose Gesellen, die sich je nach Wetterlage dem nächsten wieder um den Hals werfen würden – konnte man alles schon in der ehem. DDR besichtigen, doch am Ende wird auch in Venez „wir sind das Volk“ zum Slogan, und diesen Bauerntölpel Chavez in die Weiten der Geschichte abservieren, wenn sich der Fall vielleicht nicht vorher biologisch erledigt, was ich ihm persönlich natürlich nicht wünsche.

  2. 2
    der ausrufer

    viva la revolution bolivariana! es lebe die diktatur des militärs. wie sich personen des militärs gegenüber den bürgern in letzter zeit verhalten, lässt doch sehr zu wünschen übrig. bei irgend einer der vielen veranstaltungen i land, war ich auf einmal in einen stau geraten. ein gn-soldat winkte uns durch, 30 meter weiter hielt ein weiterer soldat die kolonne auf, weil er sich mit einer dame unterhielt. die kolonne überholte, da drückte sich aus der gegenseite ein gn-wagen in unsere richtung, obwohl er hätte 30 sek. warten können, aber nein, wir wurden aufs übelste beschimpft wir sollen alle zurückfahren und gleich sprang auch noch ein soldat aus dem wagen und hielt uns seine maschinenpistole vor das gesicht um den worten seines sergente nachdruck zu berleiten. trotz schreien und fuchteln gings nicht weiter. erst als dann sich die dame von schwatzenden soldaten verabschiedete, konnte wir das problem lösen.
    es ist schon erschütternd, in welch frecher barbarischer form sich gn-personal verhält und mit den bürgern im land umspringt.
    wenn dies die zukunft in diesem land sein soll, darf man sich getrost auf einiges gefasst machen.
    an dieser stelle schon mal dank an die adresse der revolution die barbarische.

  3. 3
    Pituca

    In Puerto Cabello werden bereits Truppen und Waffen aus Ecuador, Paraguay und Bolivien ausgeladen, die FARC ist auf breiter Front nach Venezuela einmarschiert. Adán Chávez ist bereits dabei, jede mögliche Aktion demokratischer Kräfte im Keim zu ersticken. Mir scheint, der Typ ist noch viel schlimmer als der Präsident. Wenn die Militärs dem nicht die Flügel stutzen – und es sieht nicht danach aus – macht er aus Venezuela ein KZ.

  4. 4
    Angiven

    Das kommt davon, wenn man 12 Jahre lang einen unfähigen Regierungschef schalten und walten läßt, wie es ihm gefällt, sich und seine Großfamilie auf
    Kosten der Bevölkerung bereichert. Die Brüder und sein Vater sind Minister,Gouverneure, hohe Militärs oder sonst als höhere Regierungsbeamte ein-
    gesetzt. Den Oberbefehlhaber Rangel hat Chavez selbst kurz nach dem Reverendum ende letzten Jahres eingesetzt, und der läßt nicht zu, das die Opposition einen Hauch von Chance hat. Das Volk Venezuelas wird nicht aufstehen und sagen, wir sind das Volk, weil das überhaupt nicht der Mentalität dieses Volkes entspricht. was hier eher zu erwarten ist, ist ein Bürgerkrieg. Auf alle Fälle kommt, glaube ich nichts gutes auf uns zu. Hoffen wir es wird nicht so schlimm, das wir das Land verlassen müssen. Die Venezolanos hatten es in der Hand,aber sie haben nicht begriffen was in all den Jahren aus ihrem Land geworden ist.

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