Präsident von Chile: Staatssysteme von Venezuela und Kuba sind ein Fehler

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Datum: 08. Juli 2011
Uhrzeit: 04:24 Uhr
Leserecho: 34 Kommentare
Autor: Redaktion
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► Staatsoberhaupt glaubt an wirkliche Demokratie

Der chilenische Präsident Sebastian Piñera hat die Staatssysteme von Venezuela, Kuba und Nicaragua als einen Fehler bezeichnet. Gleichzeitig gab er bei seinem Staatsbesuch in Mexiko bekannt, dass er den südamerikanischen Unabhängigkeitskämpfer Simón Bolívar als einen großen Befreier schätzt.

Piñera, der sich am Freitag (08.) mit dem mexikanischen Präsidenten Felipe Calderón treffen wird, gab in einem Interview mit dem mexikanischen Sender Televisa bekannt, dass es zwei Ansichten in der Region gebe. „Es gibt zwei Visionen, die erste von Chávez in Venezuela, Castro auf Kuba und Ortega in Nicaragua- in gewisser Weise vielleicht noch in Bolivien und Ecuador- und die andere von Mexico, Brasilien, Kolumbien, Peru und Chile. Es ist legitim, dass die Länder ihren eigenen Weg wählen, aber ich denke, die erste Vision führt zu nichts“, so Piñera.

Nach seinen Worte glaubt das Staatsoberhaupt an „wirkliche Demokratie“, volle Freiheit der Meinungsäußerung, eine Wirtschaft, die auf Initiative und das Verständnis der Menschen aufgebaut ist und einen Staat im Kampf gegen Ungleichheit. Der chilenische Präsident bedauerte zutiefst die jüngste Erkrankung von Präsident Chávez, dem er sein „Beileid und Solidarität“ aussprach.

„Ich respektiere die Freiheit der Venezolaner, Kubaner und Nicaraguaner, die Ihr Modell gewählt haben. Allerdings glaube ich dass das Modell einer sozialistischen Wirtschaft, welche auf den Staat als wichtigsten Motor basiert, im XXI. Jahrhundert ein Fehler ist. Aber wir alle haben das Recht, Fehler zu machen“, so Piñera.

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  1. 1
    Heinz

    Komisch, dass gerade in Mexico, Brasilien, Kolumbien, Peru und Chile die Wirtschaft boomt, während die Sozialistendeppen ihre Staaten in den Bankrott treiben.

  2. 2
    Angiven

    Der Sozialismus in Venezuela ist noch lange nicht abgeschlossen,und er wird auch nie abgeschlossen werden.Im Gegensatz von Kuba wird außer Öl fast nichts mehr produziert.Kein Handel,kein Export,kein nichts.Was
    soll denn in sozialen,halbdiktatorischen Ländern auch noch boomen?Jeder
    Machthaber dieser Systeme bereichern sich und seine Regierung so lange
    bis der Staat bankrott ist.(siehe Cuba und DDR)Das Volk wird bevormundet
    und pö a pö seiner Freiheit beraubt.Das nennt sich dann demokratischer
    Sozialismus.Die Wirtschaft von Brasilien,Peru und Chile boomen,weil sie
    sich arrangieren mit der westlichen Marktwirtschaft.Es wird viel investiert
    und nicht enteignet und verstaatlicht so wie in Venezuela.

  3. 3
    Wowu

    Wie schade nur, dass beispielsweise in Kolumbien die „boomende“ Wirtschaft nicht bei den kleinen Leuten ankommt sondern in ein paar Familien im Land und bei den amerikanischen Konzernen hängen bleibt und dass gerade Kolumbien mehr als 5000 politische Gefangene hält, während solche Diktaturen, wie z.B. Weissrussland gerade mal auf 40 kommen. Ich weiss nicht warum solche Länder nun gerade ein Vorbild sein sollen.

    • 3.1
      Heinz

      Quellenangabe bitte–aber nicht aus kuba, venezuela etc.

  4. 4
    Wowu

    AI März-Report.
    Ich bin kein Anhänger kommunistischer Systeme, allerdings auch kein Anhänger von neo-Militärdiktaturen.
    Wenn ich sehe, dass die kolumbianische Regierung gerade eine neue Amnestie für dieselben Paramilitärs erlassen hat (Dekret 1424), die bereits 2006 demobilisiert und mit finanziellen Mitteln der EU in Höhe von 2,5 Mill EUR und andern Vorzügen ausgestattet wurden, aber weiterhin gewalttätig waren und jetzt zusätzlich zur neuerlichen Amnestie weitere Vergünstigungen vom Staat fordern, frage ich mich, ob solche Staatsformen als Vorbild dienen können. Mal ganz abgesehen davon, dass Chile eine sozial geprägte Marktwirtschaft hat und das ein wesentlicher Teil des Erfolges ist. Vielleicht will Piñera das ja ändern. Dann ist er aber mit dem kolumbianischen System nicht gut beraten.

    • 4.1
      Heinz

      @ Dann ist er aber mit dem kolumbianischen System nicht gut beraten.

      Da gebe ich Ihnen Recht.

  5. 5
    Wowu

    Korrektur: die 5.000 politischen Gefangenen entstammen einem Report der: Britischen University and College Union (UCU) .

  6. 6
    Wowu

    Ich wollte damit auch nur ausdrücken, dass man sehr genau hinsehen muss, bevor man auf ein System „drauf drischt“, und speziell wenn das eigene Land selbst erst aus einer Militärdiktatur gekommen ist, würde ich keine, sehr viel schlechtere Militärdiktatur, als Beispiel für eine Alternative nennen.

  7. 7
    Angiven

    Wowu,wie Du bemerkt hast habe ich Columbien nicht in meinen Kommentar erwähnt,weil ich mit dem System auch nicht einverstanden bin.
    Sie sind zwar mehr westlich orientiert,haben auch wirtschaftliche Erfolge,
    (Hauptexporteur nach Venezuela) und ich habe auch die letzten Jahre nichts von Enteignungen und Verstaatlichungen gehört oder gelesen.Ich
    denke Santos hat schon genug mit der FARC zu tun,die auch noch von
    anderen Ländern unterstützt werden.Verdachtsmomente: Venezuela und
    Ecuador.

    • 7.1
      Wowu

      @Angiven
      Ich habe auch nicht primär die Kommentare angesprochen sondern die Aussage von Piñera, der Kolumbien (unter Anderen) als Alternative angeführt hat. Wie erwähnt, ich bin auch kein Anhänger kommunistischer Planwirtschaft nur was bei der sogenannten Marktwirtschaft herausgekommen ist, können wir in einer extremen Ausformung eben in Kolumbien sehen, wo Menschen ermordet oder „nun“ von ihrem Land vertrieben werden, nur weil Grossgrundbesitzer ihre Plantagen für den Ölpalmenanbau ausweiten wollen. Man hört darüber wenig, weil wenig Medien es transportieren. Im Land, weil Santos die Medien kontrolliert und Journalisten einsperrt, sofern sie nicht schon von Paramilitärs erledigt werden oder ins Ausland emigrieren und im Ausland nicht, weil die EU, ebenso wie die USA ein Interesse daran haben, dass der Ölpalmenanbau in Kolumbien ausgeweitet wird, damit sie umweldfreundlich ihre Autos und Blockheizkraftwerke betreiben können. Da machen sich Tote in der Berichterstattung nicht so gut.
      In der Chilenischen Militärdiktatur werden insgesamt 2.700 Tote beklagt. Das sind Zahlen, die in Kolumbien in einem einzigen Jahr deutlich übertroffen werden …. und das jetzt schon seit rd. 50 Jahren. Und es hat bisher kein Ende.
      Einen Systemvergleich darf man also nicht nur auf die wirtschaftlichen Erfolge reduzieren. Jede Kritik, egal an welchem System ist (und muss) machbar sein und ist in Ordnung, aber man muss auch die Verhältnismässigkeit berücksichtigen.

  8. 8
    Wowu

    … ach, noch vergessen …. was die FARC betrifft. Ich gehöre auch zu denen, die eher heute als morgen froh sind, wenn das Morden und Bomben aufhört, egal, von wem es kommt, aber wenn man sich die 10 „Friedenspunkte“ der FARC mal ansieht, die sie als Verhandlungsbasis belegt haben, dann fasst man sich an den Kopf und fragt sich, was daran eigentlich undemokratisch sein soll …. und dann fragt man sich, warum Santos neulich gesagt hat, mit der FARC gäbe es keine Verhandlungsbasis und man würde erst Frieden akzeptieren, wenn sie unter der Erde wären.
    Er will gar nicht verhandeln, sondern die Militärdoktrin durchsetzen. Wie gesagt, Kolumbien ist keine Demokratie. Das darf man nie vergessen.
    Stellt sich also die Frage nach Recht- und Gut- und Böse.

  9. 9
    franky

    Das Problem ist natürlich auch, das eine Marktwirtschaft, wenn sie nicht sozial ist, sehr leicht in das Extrem eines reinen Manchesterkapitalismus abgleitet, mit all den sozialen Ungleichgewichten – so ist Rechtsstaatlichkeit, soziale Marktwirtschaft und Kontrolle der Staatsgewalten unbedingt notwendig- Sozialismus like Chavez, verbunden mit dem Personenkult um seine Person, trägt eher die Züge eines (National)Sozialismus und später am Ende genauso diktatorische Züge wie in der ehem. DDR, so wird Chavez Ausschau halten nach Sündenböcken, denen er die Last seines eigenen Versagens aufbürden kann – doch die Geschichte zeigt auch, das Völker lernfähig sind und wenn Ch. sich nicht selber (krankheitsbedingt) abschafft wird dieser geschichtliche Irrtum sich auch anders erledigen.

  10. 10
    Wowu

    Dem Wunsch würde ich mich anschliessen, verbunden mit der Hoffnung, dass auch die kolumbianische Form seiner gesellschaftspolitische Visionen in Richtung autoritärer korporativer Staat mit starker Einbindung gremialer Interessensvertretungen, ähnlich dem italienischen Faschismus Mussolinis und dem österreichischen Ständestaat der 30er Jahre, verbunden mit einem radikalen Neoliberalismus, sich gleichfalls erledigt.
    In Venezuela werden wenigstens nicht täglich so viele Menschen umgebracht. Frage ist also, welcher „Trieb“ schlimmer ist. Am besten schafft man aber beide Versionen nachhaltig ab.

    • 10.1
      franky

      Ja, dem kann ich nur zustimmen – und die Zahl der getöteten Menschen – ob durch Staatsgewalt oder eine unkontrollierte Kriminalität – nun lassen wir das an dieser Stelle. Ich höre auch Stimmen, die sich eine kontrollierende Dikatatur zurück wünschen, um einfache Regeln des Zusammenlebens, schöne Parks, keine Überfälle. geordnete Grenzen zwischen Ranchos und der „Normalbevölkerung“ und die alten guten Zeiten mit amerikanischer Kontrolle der Wirtschaft zurück wünschen – ich denke aber, das Venezuela den nächsten Schritt demokratischer Reifung noch vor sich hat.

  11. 11
    Gustavo

    „Staatsoberhaupt glaubt an wirkliche Demokratie“

    Warum bezeichnet dann die kanadische Foundation for Democratic Advancement Venezuela in seiner neuesten Erhebung als das demokratischste Land der Welt?

    „After a thorough review of Venezuela’s electoral laws and regulations on political news coverage as it relates to elections, equality of campaign financing, equality of candidate and party influence, as well as equality of voter influence, the FDA gave the country a score of 85% in overall “electoral fairness.” In comparison, the United States and Canada scored 30% and 26%, respectively.“

    Quelle:
    http://www.inexpressible.com/2011%20FDA%20Electoral%20Fairness%20Report%20on%20Venezuela.pdf

  12. 12
    Raul

    Chile kann da wohl selbst auf ausreichend Erfahrung zurückgreifen, sie haben ja alle Facetten autoritärer Spielarten hinter sich und genau deswegen haben die Worte Piñerias schon ein gewisses Gewicht.

    Chile war nach Allende bei Hyperinflation, Ineffizienz und Demokratieverfall gelandet.
    Das neoliberale Wirtschaftsmodell wird seit Pinochets Einführung konsequent weiterverfolgt obwohl es Probleme wie starke soziale Ungleichheiten gibt, ist es doch insgesamt relativ erfolgreich. Chile hat schon traditionell seit Jahren ZERO Auslandsverschuldung, ein stabiles BIP und kann allen Chilenen eine Mindestrente garantieren. Natürlich helfen
    Chile vor allem die üppigen Kupferreserven, darf man auch nicht vergessen. Wenn man sich Europas udn Asiens langfristige Entwicklung Entwicklung und Entwicklungstrends anschaut würde ich mich auch der Meinung anschliessen dass das Sozilistische Modell insgesamt wohl versagt hat. Wirtschaftliche Freiheiten mit mehr oder weniger Kontrolle durch den Staat kann es eigentlich nur sein.

    • 12.1
      Gustavo

      „Das neoliberale Wirtschaftsmodell wird seit Pinochets Einführung [sic!] konsequent weiterverfolgt obwohl es Probleme wie starke soziale Ungleichheiten gibt, ist es doch insgesamt relativ erfolgreich.“

      Ich kann als Antwort nur einen Teil von Wikipedia zitieren: „Überall im Lande errichtete das Militär Geheimgefängnisse, wo Oppositionelle und deren Sympathisanten nicht selten zu Tode gefoltert oder unter anderem mit Flugzeugen hinaus aufs Meer geflogen und dort hinausgeworfen wurden…“ – Soviel zu Ihrer Demokratie!

      „Kurz nach der Machtübernahme Pinochets begannen auch die USA und die westeuropäischen Staaten wieder, Chile intensiv mit Wirtschaftshilfe zu unterstützen.“ – Erst den Demokraten ruinieren, um dann den Diktator zu unterstützen!

      „Staatliche Unternehmen wurden sowohl zu Zeiten Pinochets als auch danach größtenteils privatisiert, allerdings sind die von Allende verstaatlichten Kupferminen, die seit Pinochet unter direkter Kontrolle des Militärs standen, immer noch in Staatsbesitz.“ – Und das auch ist der wahre Grund für den Erfolg von Chile, die Kupferminen blieben in Staatsbsitz. Der Diktator Augusto Pinochet hinterließ trotz Hilfe von allen westlichen Ländern und dem Besitz der Kupferminen ein Land im Chaos. Das Bildungssystem war eine Katastrophe und fast alle Chilenen waren bitterarm…

      „Im Jahr 2000 wurde der Sozialist Ricardo Lagos neuer chilenischer Präsident. […]
      Lagos verließ im Jahr 2006 das Amt mit einer rückwirkend wirtschaftlich und politisch positiven Bilanz.
      Als Nachfolgerin wurde die Sozialistin Michelle Bachelet zur ersten Präsidentin in der Geschichte des Landes gewählt.“ – Und sie wird auch nach den nächsten Wahlen wieder Präsidentin sein.

      PS: Nach dem schweren Erdbeben in Chile, das große Teile der Infrastruktur zerstörte, und dem Lachssterben nach dem Vulkanausbruch wird Sebastian Piñera wohl keine positive Wirtschafts-Bilanz hinterlassen und nur eine dunkle Randnotiz der Bolivarischen Revolution in Chile sein!

      • 12.1.1
        Heinz

        @Nach dem schweren Erdbeben in Chile, das große Teile der Infrastruktur zerstörte, und dem Lachssterben nach dem Vulkanausbruch wird Sebastian Piñera wohl keine positive Wirtschafts-Bilanz hinterlassen und nur eine dunkle Randnotiz der Bolivarischen Revolution in Chile sein!

        Deswegen ist es unglaublich, dass sie besser ausfallen wird als die des bolivarischen Bauerntölpels.

      • 12.1.2
        Raul

        Sie tun ja so als hätte ich Pinochet verteidigt, es ging mir doch nur um seine Wirtschaftspolitik. Dass Pinochet den Neoliberalimus eingeführt hat steht ja ausser Frage. Selbst Bachelet ist von der sehr stark marktwitschaftlich geprägten Wirtschaftspolitik nicht abgerückt, hat weder Fernsehanstalten geschlossen nochVerstaatlichungswahn betrieben.

        Wo ich zustimme, ist dass der Erfolg eines Landes nicht allein am BIP bestimmt werden kann. Aber wenn es um volkswirtschaftliche Diskussionen geht kommt man da wohl nicht herum. Ein Sozialstaat muss ersteinmal erwirtschaftet werden oder er bleibt ewi
        g Schmarotzer und lebt auf Pump und hofft auf Kreditamnesien wie Kuba. Oder man sitzt sowie Chavez auf grossen Ölreserven und kann es sich leisten. Wenn dies aber
        nicht der Fall ist muss eine grosse Mehrheit für einen Wertezuwachs sorgen, also kommt das BIP ins Spiel.
        Gustavo, die Wahl des Wirtschaftssystem basiert auf der Frage ob man grundsätzlich Freiheit oder staatlich zentralisierte Lenken mit gleichzeitigem Freiheitsverlust von oben für richtig hält. Die individuelle Freiheit würde ich persönlich niemals in Frage stellen und sie fängt bei der wirtschaftlichen Freiheit an. Wer nach Jahrhunderten autoritärer Regime die auf Demokratie und Freiheit gepfiffen haben, seien sie rechts oder links immer noch verteidigt, hat aus der Geschichte nichts gelernt. Sie waren und sind ein Fehler. Schau doch in Deutschland einmal 22 Jahre und einmal 66 Jahre zurück.

  13. 13
    Wowu

    Ich halte es für einen Fehler, den Erfolg eines Landes z.B. am BIP zu messen weil diese Zahl nicht auskunftsfähig darüber ist, ob sich das Einkommen in den Taschen von 10 Familien befindet oder in den aller Einwohner. Ohnehin finde ich es unmöglich, wirtschaftliche Erfolge als gelungenen Staat zu bezeichnen. Kolumbien ist in der Liste der Fault States deutlich schlechter, als Venezuela. Das bedeutet, dass, dass Venezuela als Staat deutlich erfolgreicher ist, weniger Risiken für Investoren hält und auch als geringeres politisches Risiko angesehen wird.
    (4 Gruppierungen finden statt: Konsolidierter Staat, Schwacher Staat Versagender Staat und versagter Staat)
    Venezuela ist in Kat.2 gemeinsam mit u.A.Ghana, Mazedonien oder Iran ,
    Kolumbien in Kat. 3, gemeinsam mit u.A. Sri Lanka, die Philippinen und Georgien.

    Es ist also nicht zutreffend, dass die, von Präsident Piñera genannten Staaten objektive Vorteile hätten. Sie passen nur besser in sein politisches Modell.

  14. 14
    Gustavo

    „Deswegen ist es unglaublich, dass sie besser ausfallen wird als die des bolivarischen Bauerntölpels.“

    Venezuel wird in diesem Jahr (bei konstantem Ölpreis) ca. 21 Milliarden Dollar mehr einnehmen als im Vorjahr. Allein das bedeutet ein Wirtschaftswachstum für Venezuela von 6%. Jedoch wird dieses Geld mehrmals ausgegeben und wird wahrscheinlich das venezolanische BIP um bis zu 15% steigern. Außerdem gibt das Wohnungsbauprogramm und die 20-Milliarden-Investition von China (2011-2012) nochmal einen zusätzlichen Schub.

    PS: Die OECD hat vor kurzem offiziell eingeräumt, dass Venezuela pro Tag etwas über 3 Millionen Barrel Öl fördert und nicht nur 2,3 Millionen Barrel, da jetzt auch das schwere Erdöl als Ölförderung miteinbezogen wird. Vorher wurde dies aus politischen Gründen (wahrscheinlich auf Druck der USA) nicht miteingerechnet, da man wohl bei sozialistischen Ländern dem Adjektiv „marode“ treu bleiben wollte.

    • 14.1
      Heinz

      Ich lach mich tot. Das marode Venezuela wird erst dann erblühen, wenn der bolivarische Bankrotteur 1.75 Meter unter der wertlosen Ölschlake liegt, die kein Mensch will.

      • 14.1.1
        Gustavo

        „…unter der wertlosen Ölschlake…“

        Ich lach mich schlapp. Darum wird wohl auch das noch wertlosere kanadische Schieferöl, dessen Abbau sich erst bei einem Ölpreis von 80 US-Dollar rechnet, unter den unwirklichsten Bedingungen (Kälte und durchschnittlich 10 m dicke, gefrorene Erdschichten) abgebaut bzw. ausgespült und hinterlässt giftige Chemie-Seen!

      • 14.1.2
        Heinz

        Ganz einfach. Weil die Firmen nicht fürchten müssen von einem geistig behinderten Vollidioten enteignet zu werden. Deshalb ist das Risiko kalkulierbar.

  15. 15
    Wowu

    Die Politik des „bolivarischen Bauerntölpels“ – damit war vermutlich der Präsident Evo Morales gemeint, des ersten indigenen Präsidenten Boliviens,hat dazu geführt, dass die indigene Mehrheit sich erstmals in der Geschichte des Landes – bei allen Problemen – als vollwertige Bürger fühlt und mithin in der neuen Verfassung des Landes eine Demokratisierung auf allen Ebenen angestrebt wird. Aber das kann natürlich nicht im Sinne neoliberaler Politik sein.

    • 15.1
      Heinz

      Weil sich die Indios so toll fühlen, hat die Popularität von Morales den tiefsten Wert seit Amtsantritt erreicht. Mann, was müssen die glücklich sein. Aber das kann natürlich nicht im Sinne der linken Sozis sein.

      • 15.1.1
        Gustavo

        „Weil sich die Indios so toll fühlen, hat die Popularität von Morales den tiefsten Wert seit Amtsantritt erreicht.“

        Das sind wahrscheinlich dieselben Statistiker, die einstimmig einen haushohen Wahlsieg von Keiko Fujimori bei der Präsidentschaftswahl in Peru vorausgesagt haben?!

        Seit Morales‘ Amtsantritt hat sich das BIP von Bolivia von 13,192 Mrd. Dollar auf 19,373 Mrd. Dollar erhöht.

        PS: Selbst US-Ökonomen sagen, dass der einzige Grund, warum Bolivien bis jetzt arm war, daher rührt, dass sich die reichen Rohstoffressourcen des Landes nicht in Staatsbesitz (wie in Chile) befanden und nur von multinationalen Konzernen ausgebeutet wurden.

  16. 16
    Wowu

    Es wird mir zu unsachlich … ich klinke mich aus.

  17. 17
    Heinz

    @Es wird mir zu unsachlich … ich klinke mich aus.

    Verständlich, Wahrheit tut weh. Besonders den Roten Socken

  18. 18
    Wowu

    Welche Wahrheit … ?
    Aber es ist doch immer dasselbe…. wenn einem die Argumente fehlen, kommt immer die Polemik auf.

  19. 19
    Wowu

    Danke für den TIpp … und danke für Ihre Beiträge.

  20. 20
    ossito

    mit Bauerntölpel ist übrigens König Hugo gemeint.

  21. 21
    franky

    …leider ist es nicht so einfach mit der Wahrheit … wer behauptet sie zu haben, dem entgleitet sie gleich wieder @heinz daher ist die diskussion wichtig … und ich habe hier (leider) sehr selten eine gute diskussion im forum erlebt, wie heute, daher bleiben sie bitte, wowu …

  22. 22
    Angiven

    Die Kommentare von Wowu sind sehr sachlich und realistisch,aber ich glaube nicht,daß er in Venezuela lebt,sondern eher in Kolumbien,oder einem anderen angrenzenden Land.Das Insiderwissen ist nicht so groß,wie
    das im Lande lebender Ausländer ist.Ich möchte noch nachtragen TITEL:
    Venezuela hat die höchste pro Kopf Mordrate der Welt.Bericht vom 20.08.
    2010.Nachzulesen in Latina Press, Venezuela Bericht 18.Dieser Hinweis geht an Wowu,da er meinte in Venezuela werden nicht so viele Menschen
    ermordet. Schönes Wochenende noch.

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