Venezuela: Chávez ist nach Castro-Brüdern schlimmster Menschenrechtsverletzer in Lateinamerika

chavez

Datum: 14. Juli 2011
Uhrzeit: 15:01 Uhr
Leserecho: 12 Kommentare
Autor: Redaktion
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► Träger des Gaddafi-Menschenrechtspreises

Schwere Vorwürfe gegen Präsident Hugo Chávez haben Angehörige politischer Gefangener in Venezuela erhoben. Bei einer Anhörung des Interamerikanischen Gerichtshofes für Menschenrechte (CIDH) berichteten sie von schwerer Folter, der die inhaftierten ausgesetzt werden. So seien Gefangenen Plastiktüten über den Kopf gezogen oder unbekannte Flüssigkeiten in die Genitalien gespritzt worden. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) hält die Anklagen für „glaubwürdig“. Um seine Macht zu sichern, schrecke Chávez auch vor menschenverachtenden Foltermethoden nicht zurück, so die IGFM.

An der Anhörung nahm auch IGFM-Mitglied Jackeline Sandoval teil. Ihre mit der IGFM assoziierte Organisation „Fundepro“ leistet Rechtsbeistand für politische Häftlinge. Sandoval klagte bei der Anhörung Hugo Chávez an, mittlerweile alle Staatsgewalten „gleichgeschaltet“ zu haben. Die politischen Gefangenen hätten somit niemanden, der sie innerhalb des Justizsystems gegen die ungerechten Anklagen verteidigen könne.

Die Ehefrauen einiger politischer Gefangener berichteten von brutalen Foltermethoden. So würden Häftlinge wochenlang des Tageslichts beraubt, würden zum Inhalieren von Insektenschutzmitteln gezwungen, der Erstickungsfolter ausgesetzt indem man ihnen Plastiktüten über den Kopf gezogen habe oder bekamen zwangsweise unbekannte Flüssigleiten in die Genitalien injiziert.

IGFM: Hugo Chávez ist nach Castro-Brüdern schlimmster Menschenrechtsverletzer in Lateinamerika

Für IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin sind diese Anklagen glaubwürdig. Nach den Castro-Brüdern ist Hugo Chávez der schlimmste Menschenrechtsverletzer in Lateinamerika. Einem IGFM-Mitglied sei es gelungen, inkognito ein venezolanisches Gefängnis zu besuchen und mit politischen Gefangenen zu sprechen. Dabei habe sich die IGFM von den grausamen Haftbedingungen überzeugen können. Aufgrund der schweren Folter sei der infolge landesweiter Studentenproteste vor wenigen Wochen freigelassene ehemalige politische Gefangene Silvio Mérida Ortiz lange Zeit „kaum ansprechbar“ gewesen. Seine Mutter hatte der IGFM berichtet, dass man ihn in der Haft stundenlang an einem Arm aufgehängt habe, um ihm ein falsches Geständnis abzupressen.

Die Regierung stritt während der Anhörung alle Anschuldigungen ab. Es gebe in Venezuela „keine politischen Gefangenen, sondern lediglich gefangene Politiker“, erklärte der Abgeordnete Carlos Escarrá. Dabei bezog er sich auf den nach Peru geflohenen Bürgerrechtler Nixon Moreno, den das Chavez-Regime durch Unterstellung einer angeblichen „Vergewaltigung“ versucht habhaft zu werden.

Die IGFM hält Escarrás Argumentation für unglaubwürdig. „Es ist typisch für eine Diktatur, Oppositionelle zu kriminalisieren, indem man sie gewöhnlicher Verbrechen wie Vergewaltigung, Diebstahl oder Mord bezichtige. Dieses Muster kennen wir aus Kuba, aber auch aus dem Iran oder China.“ Oppositionelle müssten so nicht nur die Folter ertragen, sie werden zusätzlich einem Rufmord ausgesetzt.

Grotesk: Chávez ist Träger des „Gaddafi-Menschenrechtspreises“

IGFM-Vorstandssprecher Lessenthin erinnerte zudem daran, dass Hugo Chávez seit Jahren enge und freundschaftliche Kontakte zum libyschen Tyrannen Muhammar al-Gaddafi unterhalte, der ihm bereits 2004 den „Gaddafi-Menschenrechtspreis“ verliehen hatte. Diese groteske Auszeichnung habe sich Chávez redlich verdient. Nach den Castro-Brüdern sei er mittlerweile der Staatschef Lateinamerikas, der die Meinungs- und Pressefreiheit sowie weitere Menschenrechte in seinem Land systematische abbaut und ein „Cubazuela“ errichtet, so Lessenthin.

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  1. 1
    VENEZUELAFAN

    WER DEN GADDAFI-MENSCHRECHTSPREIS TRÄGT, SOLL NACH LIBYEN SCHAUEN UND SICH FRAGEN, WARUM ER GÄNSEHAUT BEKOMMT!

    EIGENTLICH MÜSSTE DIESER PREIS „MENSCHENVERACHTUNGSPREIS“ HEISSEN.

    KAUM ZU GLAUBEN UND DAS IM 21. JAHRHUNDERT IN DER ZIVILISATION.

    SELBST TIERE TUN SO ETWAS NICHT!

  2. 2
    VENEZUELAFAN

    EIGENTLICH MÜSSTE MAN RIESENANGST HABEN,HIER SEINE KOMMENTARE ZU HINTERLASSEN.

    WEIL DIE CHAVEZ- UND GASTRO-REGIERUNGEN SIND JA WIE DER PAPST UNFEHLBAR

  3. 3
    Gustavo

    Beschäftig euch lieber mit Kolumbien, denn da gibt es mehr als 7.000 richtige politische Gefangene und nicht nur 1 + x.
    In den kolumbianischen Gefängnissen versucht man einen Kreislaufkollaps der Gefangenen durch Wasserentzug (10 Minuten Wasserzugang pro Tag) zu erzwingen und dadurch eine „natürliche“ Todesursache zu simulieren. Zusätzlich bekommen die Gefangenen in ihre Nahrung Fäkalien gemischt (zusätzlicher Wasserentzug durch Durchfall).

    Eure installierten und hochgejubelten Institute, die sich nur gegenseitig bestehtigen und neue „Experten“ und „Dissidenten“ gebähren, sind völlig unglaubwürdig.

    PS: Das ist der vageste Artikel, den ich jemals gelesen habe!

  4. 4
    Angiven

    Ich habe Chavez fast alles zugetraut,aber was ich in diesem Bericht gelesen habe hat mich richtig erschreckt.Das er wegen Machterhalt zu
    solchen Mitteln greift,und alles vernichtet was ihm im Wege steht,war noch
    das Quäntchen was ich ihm nicht zugetraut hätte.Mir wird ganz übel,wenn ich an die Foltermethoden denke,was dieses Schw…. praktizieren läßt.
    Das ist ja schlimmer,als ein Horrorfilm. Ich fass es nicht.

  5. 5
    togo

    „Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte“ :-)

    IGFM hat Pinochet unterstützt hat sich dafür eingesetzt dass Nelson Mandela im Gefängnis *bleibt* usw. usf

    Einfach nicht ernst zu nehmen der Verein.

    Ansonsten würden sie sich ja auch ab und an zu Kolumbien äußern. Jährlich gibt es hunderte politische Morde…

  6. 6
    Angiven

    Ich kenn mich in Kolumbien in politischen Dingen nicht aus.Ich lebe in
    Venezuela,und da reicht es mir mit Morden und Folterungen bis zur
    Hirnhaut.Ob die IGFM ernst zu nehmen ist oder nicht,wird die Zeit ergeben.
    Aber ein Funken Wahrheit ist in jeder Behauptung,was man von der ven.
    Regierung nicht behaupten kann.Sie belügen das Volk nach Strich und Faden.

  7. 7
    VENEZUELAFAN

    TOGO
    DU BIST EIN WENIG VERALTET HIER. DIE ORGANISATION HAT SICH SCHON LANGE NEU AUSGERICHTET.

    GUSTAVO
    DU BIST HIER IM FALSCHEN ARTIKEL, DENN HIER WIRD ÜBER VENEZUELA GESCHRIEBEN UNNICHT ÜBER KOLUMBIEN!

    DAS BOLIVARIANISCHE SYSTEM, HAR SICH AUF DIE FAHNE SCHRIEBEN: „und bist du nicht willig, so brauch ich gewalt“

    KENNST DU DAS?

  8. 8
    Pituca

    Warum nur überraschen mich weder der Artikel noch die Kommentare von Gustavo und togo…?

    Chávez wird, wenn seine Krankheit dem nicht zuvor kommt, eines Tages das Schicksal von Saddam Hussein teilen. Er läßt nichts aus, um dies zu provozieren. In diesem Sinne wünsche ich ihm rasche Genesung!

  9. 9
    rolli

    schon lustig wie die Linken Socken Gewalt gegen eigene Staatsbürger verniedlichen…ist mir aber wurscht, denn in jedem Land der Erde werden auf die eine oder andere Art Menschenrecht verletzt…

    der Vergleich mit Kolumbien hinkt ganz gewaltig, wir haben es da mit einer kriminellen mafiösen Organisation zu tun, praktisch der Staat im Staat…ego Kriegszustand.

    Wer Chavez für einen netten Onkel von Nebenan hält, der hats ja immer noch nicht kapiert was hier los ist… wir haben hier in 5-10 jahren ein totalitäres Linksregime, wer raus kann sollte sich schnellstens auf den Weg machen! Die Zeit läuft ab!

  10. 10
    rolli

    ach so, ihr könnt 100% sicher sein, das der Geheimdienst hier mitliest und auch die IPs hat…da sollte man sich nix vormachen, da ich aber als Ausländer nichts zu befürchten habe, machts mir nix aus wenn die Liken Socke hier im Forum das weitergeben…STASI forever….

  11. 11
    Angiven

    Latina -Press hat seinen Sitz nicht in Venezuela.Ich glaube in Brasilien.
    Aber ich habe schon immer befürchtet,daß wir ausfindig gemacht werden.
    Von wegen Ausländer passiert nichts,ich kenne genügend,die wegen der
    Willkür der Polizei,3-4 Tage auf der insel im Knast waren,und der ist die Hölle.Ein Freund hat für 2 Jahre Einreiseverbot bekommen,weil er schuld-
    los das Visa um 14 Tage überschritten hatte.(2002 Generalstreik,Condor
    ist nicht mehr geflogen) Ich werde mal vorsichtshalber meinen Namen
    ändern,dann haben sie wieder eine zeitlang zu tun um mich zu orten.

  12. 12
    Pituca

    Mit Sicherheit werden Artikel und Kommentare von Latina-Press von Kräften der venezolanischen Regierung observiert, vermutlich von Miet-Kubanern. Aber solange wir hier nur kritisieren und lästern, aber nicht offen eine Verschwören planen, können sie nicht viel machen. Einige Millionen Venezolaner machen ja das gleiche, auf den unterschiedlichsten Websites.

    Nur wenn sie einen auf dem Kieker haben, möchte ich nicht in dessen Haut stecken. Selbst die USA konnten, wie es aussieht, Dominique Strauss-Kahn erfolgreich eine Reihe erfundener Verbrechen angehängen. Sein „Opfer“ hat ja eine Weile vor dem Vorfall $100.000 überwiesen bekommen. In Venezuela findet sich eine Frau die schwört, vergewaltigt worden zu sein, schon für einen Lebensmittel Gutschein oder ne Flasche Whiskey.

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