Brasilien: Mindestens eine Militärschule in allen Landeshauptstädten

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Das größte Land Lateinamerikas verfügt über dreizehn Militärakademien, von denen sich elf in verschiedenen Landeshauptstädten befinden (Foto: Archiv)
Datum: 07. Mai 2019
Uhrzeit: 18:00 Uhr
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Brasiliens Präsident Jair Messias Bolsonaro hat am Montag (6.) bekräftigt, dass seine Regierung in den Hauptstädten der 27 Bundesstaaten mindestens eine Militärschule errichten will. „Wir schlagen zusammen mit dem Verteidigungsministerium und dem Bildungsministerium eine Militärschule in allen Hauptstädten Brasiliens vor“, so das Staatsoberhaupt während eines Festakts zum 130. Jahrestag der Militär-Akademie von Rio de Janeiro. Das größte Land Lateinamerikas verfügt über dreizehn Militärakademien, von denen sich elf in verschiedenen Landeshauptstädten befinden. Bolsonaros Versprechen würde den Bau von 16 neuen Zentren einschließen. Der ehemalige Fallschirmjäger-Hauptmann bekräftigte, das „Respekt, Disziplin und Liebe zum Vaterland“ wichtige Grundlagen in diesen Schulen sind, die in vielen Fällen Spitzenbewertungen innerhalb der Bildungseinrichtungen Brasiliens einnehmen. Nach seinen Worten hat seine Regierung bereits die Details für den Bau der größten Militärschule des Landes in der Nähe des Flughafens Campo de Marte in São Paulo fertigstellt.

Brasiliens neues Schlachtfeld im Zivilbereich ist auch das Klassenzimmer, in den Unterrichtsräumen sollen Kulturkriege geführt werden. Ziel ist es, den Nationalstolz zu verstärken, den viele Brasilianer in den letzten Jahren als verloren empfunden haben. Nachdem bis vor wenigen Monaten eher Drogenhändler als uniformierte Soldaten am Schultor zu sehen waren, hat sich das Szenario verändert. Ein Beispiel dafür ist das „Educational Centre 308“ in der Hauptstadt Brasília. Die Schule ist Teil eines Pilotprojekts, bei dem Lehrer und Polizei gemeinsam die Verwaltung übernehmen. Geplant ist, dass die Anzahl dieser Schulen zum Jahresende von vier auf vierzig und am Ende des vierjährigen Mandats von Präsident Bolsonaro auf 200 steigt.

Der stellvertretende Bildungsminister für Brasilia, Mauro Oliviera, bezeichnet den umstrittenen Schritt als notwendig. „Wir sprechen von verwundbaren Schulen, wir sprechen von Drogen im Inneren, von Lehrern, die bedroht werden – also müssen wir zu den Grundlagen/Wurzeln zurückkehren. Als Demokratie sollten wir verstehen und tun, was die Mehrheit will. Die Leute wollen eine Schule, die mehr Disziplin und mehr Sicherheit für die Kinder bietet“, erklärt der Minister. Bolsonaros Fokus auf Bildung konzentriert sich jedoch nicht nur auf die öffentliche Sicherheit. Er hat auch dazu aufgerufen, das, was er als „Indoktrination von linken Lehrern“ bezeichnet, zu beenden. Bereits kurz nach Amtseinführung im Januar dieses Jahres twitterte er, „den marxistischen Müll in unseren Schulen direkt anzugehen“. Er fügte hinzu: „Es wird uns gelingen, Bürger zu bilden und keine politischen Militanten“.

Schon am Tag nach seiner Wahl hatte Bolsonaro dazu aufgerufen, die Initiative des ultrarechten, evangelikalen Anwalts Miguel Nagib für eine ‚Escola sem Partido‘ (Schule ohne Partei) zu unterstützen und bezeichnete sie zu einem der Eckpunkte seiner Politik. Nagib macht die linken Regierungen von Luiz Inácio Lula da Silva und Dilma Roussef für die „Indoktrination“ brasilianischer Studenten verantwortlich. Demnach
sollen Schulen und Universitäten keine marxistischen Ideen teilen – sie sollen dieses Gedankengut besiegen/beseitigen.

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