Peru: Urwald-Missionare brauchen Hilfe

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Missionare per Boot auf dem Weg zu den Gemeinden. © Kirche in Not
Datum: 26. Mai 2021
Uhrzeit: 11:53 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Das Apostolische Vikariat San José del Amazonas liegt im Norden des peruanischen Urwalds, an der Grenze zu Kolumbien und Brasilien. Das Gebiet ist mehr als doppelt so groß wie Bayern. In der Gegend gibt es kaum befestigte Straßen; die beiden großen Flüsse Amazonas und Napo mit ihren Nebenarmen sind die Hauptverkehrsadern. Die Dörfer liegen weit im Urwald verstreut. Entsprechend schwer ist es, Lebensmittel zu kaufen, einen Arzt oder eine Schule zu besuchen. So ist das Bildungs- und Gesundheitsniveau in der Gegend des niedrigste von ganz Peru. Hinzukommt organisierte Kriminalität wie Drogen- oder Menschenhandel; der Staat ist in dem schwer zugänglichen Gebiet so gut wie nicht präsent.

Internationale Gemeinschaft von Missionaren

In diesem vergessenen Teil Perus unterstützen rund 60 Laienmissionare und Katecheten die 14 Priester, die sich pastoral wie karitativ um die einheimische Bevölkerung kümmern. Die Missionare kommen aus verschiedenen Ländern: Mexiko, Polen, Kanada, Kolumbien, Brasilien, Indien und auch aus Peru selbst. Es ist eine große internationale Gemeinschaft, die sich in diesem armen Gebiet der Menschen annimmt. Das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ unterstützt seit einem Vierteljahrhundert diese Seelsorgearbeit. Sie ist in den vergangenen Monaten noch schwieriger geworden. Die Ortskirche befindet sich aufgrund der Corona-Krise und der dadurch rückläufigen Kollekten und weiteren Einnahmen in einer kritischen finanziellen Situation. Deshalb verstärkt „Kirche in Not“ seine Hilfen für die Missionare im Urwald, „wo die Menschen nicht zum Unterhalt ihrer Gemeinden beitragen können, sondern selber Unterstützung brauchen“, erklärte der zuständige Bischof José Javier Travieso Martín. Die Menschen würden „ihrem Schicksal überlassen“, das Gesundheitssystem sei seit Jahren vernachlässigt, wie die Pandemie einmal mehr gezeigt habe.

Das Apostolische Vikariat San José del Amazonas unterhält 16 Missionsstationen. Dazu kommen ein Krankenhaus, ein Pflegeheim für Leprakranke, 16 Medizinstationen am Fluss Napo, zwei Einrichtungen für Menschen mit Behinderung sowie vier Schulen und zwei Internate. Die Missionare sind für mehrere Seelsorgestellen verantwortlich und besuchen regelmäßig dutzende Dörfer. Aufgrund des Priestermangels in der Region leiten sie Wortgottesdienste, bilden Katecheten aus und halten Religionsunterricht. Darüber hinaus koordinieren sie Hilfen für erkrankte Menschen und unterstützen die Ausbildung der Kinder in den Dörfern.

Lebensmittel und Medikamente fehlen

Gabriel Grégoire ist einer der Laienmissionare, die „Kirche in Not“ unterstützt. Der gebürtige Kanadier ist in der Gemeinde- und Sozialarbeit tätig. Er leitet Totengebete und Wortgottesdienste, wenn gerade kein Priester da ist. Er ist auch Mitglied des Wirtschaftsrats im Apostolischen Vikariat und unterstützt die Mitglieder der Legio Mariae, die kranke Menschen und Heimbewohner besuchen und mit ihnen beten. Unter den Missionaren gibt es auch Familien wie die von Antonio Romero, der mit seiner Frau Monica Adriana und drei Kindern aus Mexiko in den peruanischen Urwald gekommen ist. Im Gespräch mit „Kirche in Not“ erzählt er, wie die Corona-Krise auch in dieser Region alles verändert hat: „Lebensmittel sind knapp, es gibt nicht einmal einfache Medikamente. Menschen sterben, und es gibt keinen Sauerstoff zum Beatmen oder er ist sehr teuer. Die Menschen sind in Trauer um verstorbene Angehörige und suchen Trost, andere erkranken …“

Seit Anfang 2020 hat „Kirche in Not“ 20 Missionare unterstützt, damit sie Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs besorgen können. Aktuell benötigen 14 Ordensschwestern und sieben Laienmissionare Hilfe, vor allem für das tägliche Überleben oder medizinische Behandlungen. „Kirche in Not“ unterstützt auch Dominika Szkatula. Sie kommt aus Polen und koordiniert die Pastoral unter den Eingeborenen. Seit fast vierzig Jahren ist sie als Missionarin tätig. Sie hat unter anderem Leprakranke betreut und sich für die Rechte der indigenen Bevölkerung eingesetzt. „Ich bin hier glücklich“, erzählt sie. „Wenn man im Amazonasgebiet lebt, ist man näher an Gott. In der Arbeit mit den einfachen und bescheidenen Menschen hier kann man ihn spüren und berühren.“

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