Brasiliens Unterhaus billigt Vorschlag zur Verkürzung der Arbeitswoche

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Das brasilianische Unterhaus hat am späten Mittwoch (27.) eine Verfassungsänderung zur Verkürzung der Wochenarbeitszeit verabschiedet (Foto: Archiv)
Datum: 28. Mai 2026
Uhrzeit: 13:42 Uhr
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Autor: Redaktion
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Das brasilianische Unterhaus hat am späten Mittwoch (27.) eine Verfassungsänderung zur Verkürzung der Wochenarbeitszeit verabschiedet – eine Maßnahme, die Präsident Luiz Inácio Lula da Silva als Kernpunkt seines Wahlkampfs zur Wiederwahl im Laufe dieses Jahres nutzen möchte. Die Änderung senkt die Arbeitszeit in Lateinamerikas größter Volkswirtschaft von 44 auf 40 Stunden pro Woche und beendet damit faktisch eine in einigen Branchen, wie beispielsweise im Einzelhandel, übliche Praxis, von den Beschäftigten zu verlangen, sechs Tage pro Woche zu arbeiten. Die Regierung Lula hat die Maßnahme zu einer legislativen Priorität erklärt, da der 80-jährige linke Politiker voraussichtlich bei den Wahlen im Oktober eine vierte, nicht aufeinanderfolgende Amtszeit anstreben wird.

„Es geht um mehr als nur die Stunden auf der Uhr: Wir geben den Arbeitnehmern das Recht zurück, Zeit mit ihren Familien zu verbringen, sich auszuruhen und ein Leben jenseits der Arbeit zu führen“, schrieb Lula nach der Verabschiedung in den sozialen Medien. Der Vorschlag muss nun vom Senat ratifiziert werden, nachdem er in der zweiten Lesung mit 461 zu 19 Stimmen das Unterhaus passiert hat. Er könnte noch einmal an das Unterhaus zurückgehen, falls die Senatoren Änderungen am Haupttext vornehmen. Die neue Regelung würde über einen Übergangszeitraum von 14 Monaten gelten. Die Wochenarbeitszeit würde innerhalb von 60 Tagen nach Inkrafttreten um zwei Stunden verkürzt, ein Jahr später um weitere zwei Stunden. Die Gesetzesänderung schreibt außerdem mindestens zwei freie Tage pro Woche und keine Lohnkürzung vor.

Branchenspezifische Regelungen und weitere Einzelheiten werden in nachfolgenden Gesetzen geregelt. Die Regierung hat erklärt, dass die neuen Regelungen mehr als 37 Millionen Arbeitnehmern zugutekommen könnten. Anfang dieses Jahres verabschiedeten die Abgeordneten in Mexiko – der zweitgrößten Volkswirtschaft Lateinamerikas – ebenfalls einen Gesetzentwurf zur schrittweisen Verkürzung der Arbeitswoche von 48 auf 40 Stunden, wobei jedoch nur ein Ruhetag pro sechs Arbeitstage beibehalten wird.

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