Der brasilianische Markt für Zahlungsmittel durchläuft einen unumkehrbaren Prozess der digitalen Konsolidierung, der von der Effizienz sofortiger Transaktionen vorangetrieben wird. Laut der 11. Ausgabe des von Global Payments erstellten Global Payments Report 2026 machen Konto-zu-Konto-Überweisungen über Pix bereits 42 % der Transaktionen im E-Commerce und 34 % der Umsätze an physischen Verkaufsstellen (POS) des Landes aus. Die Studie, die das Konsumverhalten in 42 Ländern beobachtet, zeigt, dass Pix maßgeblich für die massive Einbeziehung der brasilianischen Bevölkerung in das Bankensystem verantwortlich war, die laut Zentralbank heute 96,4 % der Bürger erreicht. Die Prognose für 2030 deutet auf eine Umkehr der Rollenverteilung hin: Pix dürfte seinen Anteil im E-Commerce auf 34 % zurückgehen, wird jedoch in physischen Geschäften einen Sprung machen und 46 % des Umsatzes an den POS dominieren.
Trotz des überwältigenden Wachstums von Pix behält die Kreditkarte eine entscheidende strategische Position für das Budget brasilianischer Haushalte, da sie als Instrument zur Erweiterung der Kaufkraft fungiert. Im Gesamtjahr 2025 machte diese Zahlungsmethode fast die Hälfte des im Land umgesetzten Betrags aus und sicherte sich einen Anteil von 40 % am nationalen E-Commerce. Juan Pablo D’Antiochia, General Manager Enterprise bei Global Payments in Lateinamerika, erklärt, dass das Überleben und die Stärke der Kreditkarte in Brasilien von ihrer Modernisierungsfähigkeit abhängen. Der Manager betont, dass die Verbraucher von der traditionellen Plastikkarte auf digitale Geldbörsen umsteigen und den Kredit unsichtbar und sicher in ihre täglichen Zahlungs-Apps integrieren.
Fortschritte von Pix in Argentinien und Kolumbien
Der Bericht zeichnet ein vergleichendes Bild der digitalen Reife in Lateinamerika und zeigt, dass das brasilianische Zahlungsökosystem eines der fortschrittlichsten in der Region ist. Während die Nutzung von Bargeld im lateinamerikanischen Durchschnitt (23 % am POS) noch immer über dem globalen Durchschnitt (14 %) liegt, zeigt Brasilien ein deutlich stärker digitalisiertes Verhalten, wobei nur 12 % der physischen Transaktionen mit Papiergeld getätigt werden, neben Chile (16 %) und Argentinien (17 %). Im Gegensatz dazu verzeichnen Märkte wie Mexiko noch immer eine 40-prozentige Abhängigkeit von Bargeld.
Inspiriert vom Erfolg des brasilianischen Modells beschleunigen andere Länder der Region den Aufbau ihrer eigenen Netzwerke für Sofortüberweisungen von Konto zu Konto. In Argentinien deckt das System Transferencias 3.0 bereits 15 % des lokalen E-Commerce ab. In Kolumbien folgte die Zentralbank dem gleichen regulatorischen Leitfaden und führte 2025 ihr eigenes Echtzeit-Zahlungssystem namens Bre-B ein, mit dem Ziel, die Informalität zu reduzieren und den technologischen Pioniergeist des brasilianischen Marktes nachzuahmen.







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