Donald Trumps Rückkehr ins Weiße Haus und die Gründung des „Shield of the Americas“ – einer militarisierten Anti-Drogen-Koalition, die Mexiko ausschließt und die Washington im März in Miami vorgestellt hat – haben die Sicherheitslage in Mittelamerika neu geprägt. Der Druck, der sich nach der Festnahme des venezolanischen Diktators Nicolás Maduro im Januar noch verstärkte, hat die Schmuggelrouten in internationale Gewässer verlagert und zu uneinheitlichen Reaktionen auf der gesamten Landenge geführt. Regierungen, die mit den Vereinigten Staaten verbündet sind, greifen zu einer harten Rhetorik im Kampf gegen die Kriminalität und bitten um technische Unterstützung. In Guatemala sandte Präsident Bernardo Arévalo einen Brief, in dem er um mehr Unterstützung bei Ausbildung und Nachrichtendienst bat, inmitten einer Offensive, bei der zwischen 2024 und 2026 mehr als 33 Tonnen Kokain beschlagnahmt und über 2.000 Festnahmen vorgenommen wurden.
El Salvador verlagerte seine Bemühungen auf das offene Meer: Am 14. Februar stoppte die Marine das Schiff FMS Eagle etwa 380 Seemeilen vor der Küste mit 6,6 Tonnen Kokain an Bord – die größte Beschlagnahme in der Geschichte des Landes. Präsident Nayib Bukele feierte die Operation in den sozialen Medien und bekräftigte seine „Pazifik-Mauer“-Rhetorik, obwohl das Land nach den Zahlen auf Platz sieben der neun Nationen auf der Pazifikroute liegt. Honduras, historisch gesehen ein Drogenkorridor, hat sich zudem zu einem Kokaproduzenten entwickelt: Allein im Jahr 2025 vernichteten die Behörden mehr als eine Million Pflanzen. Präsident Nasry Asfura bemühte sich um eine Annäherung an Washington, doch die organisierte Kriminalität demonstrierte ihre Stärke mit drei Massakern Ende Mai, bei denen 24 Menschen ums Leben kamen, was den Einsatz der Armee zur Folge hatte. In Costa Rica, das seine gewalttätigsten Jahre durchlebt, trat die neue Präsidentin Laura Fernández am 8. Mai mit einer Hinwendung zur harten Linie ihr Amt an: Sie kündigte ein Hochsicherheitsgefängnis an, schloss jedoch den Einmarsch ausländischer Truppen in einem Land ohne eigene Streitkräfte aus.
In Nicaragua haben Beschlagnahmungen von Lieferungen aus dem Land im Ausland Zweifel an der von der Regierung von Daniel Ortega und Rosario Murillo behaupteten „Eindämmungsmauer“ aufkommen lassen, deren Wirksamkeit aufgrund ihrer Undurchsichtigkeit schwer einzuschätzen ist. Panama hingegen führt die regionalen Beschlagnahmungen an – mehr als 43 Tonnen bis Mai –, wobei seine Häfen die größte Schwachstelle darstellen. Präsident José Raúl Mulino schloss sich Trumps politischer Front an, setzte jedoch einer etwaigen Stationierung von US-Militär eine Grenze: „Der Kanal gehört Panama und wird Panamas bleiben.“







© 2009 – 2026 agência latinapress ist ein Angebot von
Leider kein Kommentar vorhanden!