Großprojekt zur Integration des Eisenbahnnetzes in Lateinamerika

tunnel

Das Projekt „Biozeanischer Korridor Longotoma“ zielt darauf ab, sich als logistische Alternative zwischen Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay und den asiatischen Märkten zu positionieren. | Illustration A/ChatGPT/Agencia Noticias
Datum: 16. Juni 2026
Uhrzeit: 09:49 Uhr
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Autor: Redaktion
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Ein internationales Konsortium treibt ein integratives Eisenbahn-Megaprojekt in Lateinamerika voran, das Investitionen in Höhe von rund 9,6 Milliarden US-Dollar vorsieht, um einen historischen Korridor zwischen zwei Ländern der Region durch die Anden wiederzubeleben. Die Initiative zielt darauf ab, eine strategische Verbindung für den Außenhandel und die interozeanische Logistik wiederherzustellen, wie die Nachrichtenagentur „Noticias Argentinas“ unter Berufung auf Unterlagen des Plans berichtete. Der Plan sieht den Bau einer groß angelegten Infrastruktur für den Güter- und Personenverkehr vor, mit dem Ziel, die Logistikkosten zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit der Exporte in die Märkte des asiatisch-pazifischen Raums zu verbessern. Laut der Zeitung „Los Andes“ befindet sich das Projekt in einer vorläufigen Phase institutioneller Verhandlungen und wird von privaten Unternehmen mit globaler Beteiligung in Abstimmung mit den chilenischen Regionalbehörden vorangetrieben.

Welche Auswirkungen wird das Eisenbahn-Megaprojekt in den Anden haben, das zwei lateinamerikanische Länder verbinden soll?

Im Mittelpunkt der Initiative steht der Bau eines 54 Kilometer langen Untergrundtunnels, der das Gebiet von Uspallata mit der chilenischen Stadt Los Andes verbinden soll. Dieses Großprojekt, das Teil des sogenannten „Corredor Bioceánico Longotoma“ ist, soll den Verkehr durch die Anden das ganze Jahr über ohne wetterbedingte Unterbrechungen gewährleisten. Das Logistikprojekt von regionaler Tragweite zielt darauf ab, die Grenzverbindung zwischen Argentinien und Chile endgültig wiederzubeleben. Die in Südamerika geplante Infrastruktur umfasst eine 420 Kilometer lange, elektrifizierte Doppelstrecke, die für den gemischten Güter- und Personenverkehr ausgelegt ist. Zudem plant das Konsortium die Errichtung eines Logistikzentrums im Gebiet von Longotoma und eines Tiefseehafens an der Küste von La Ligua. Mit diesen strategischen Einrichtungen wollen Behörden und Projektträger den massiven Export von Getreide und Agrarprodukten direkt auf den asiatischen Markt erleichtern.

Der Finanzplan zielt darauf ab, die Strecke zu einer wettbewerbsfähigen Plattform gegenüber dem Panamakanal und dem Hafen von Chancay in Peru zu machen. Die Berichte der Entwickler gehen von Kosten von etwa 95 US-Dollar pro transportierter Tonne aus – ein niedriger Tarif, der die Betriebskosten drastisch senken wird. Dank dieser Effizienz wird sich der Korridor als eine wichtige Alternative im transozeanischen Handel Südamerikas positionieren. Die Bedeutung dieses Projekts liegt in seinem Potenzial, eine strategische Eisenbahnachse wiederherzustellen, die den Atlantik über die Anden mit dem Pazifik verband. Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass diese Korridore seit dem 19. Jahrhundert als Schlüsselinstrumente der wirtschaftlichen Integration zwischen Nachbarstaaten und als direkte Zugangswege zu den Seehäfen konzipiert wurden.

Derzeit befindet sich der Vorschlag in einer vorläufigen Phase der institutionellen Bewertung, und es ist noch kein Baubeginn vorgesehen. Die Initiatoren der Initiative führen Gespräche mit Behörden der Region Valparaíso, um die rechtlichen und finanziellen Mechanismen festzulegen, die eine Beschleunigung der Umsetzung ermöglichen, einschließlich der möglichen Anwendung binationaler Infrastrukturabkommen. Der unmittelbare Vorläufer ist die historische Transandine Eisenbahn Los Andes–Mendoza, die 1910 eingeweiht und 1984 endgültig stillgelegt wurde, nachdem sie aufgrund diplomatischer Konflikte, Lawinen und Wartungsprobleme im Hochgebirge jahrzehntelang nur mit Unterbrechungen in Betrieb war. Die ursprüngliche Trasse war ein für den regionalen Handel grundlegendes Ingenieurswerk, doch ihr Verfall und die anschließende Vernachlässigung führten dazu, dass die Verbindung mehr als vier Jahrzehnte lang außer Betrieb war.

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