Brasiliens Starkicker Neymar hat am Mittwoch (17.) einen Monat ohne Spiel oder Training auf dem Platz hinter sich. Damit widerspricht er den Erwartungen des Trainerstabs und veranlasst den CBF (Confederação Brasileira de Futebol/Nationaler Fußballverband Brasiliens) dazu, seine Rückkehr während der ersten Phase der Weltmeisterschaft nicht mehr zu prognostizieren. Angesichts des engen Zeitplans, noch diese Woche in den Kader integriert zu werden und sich auf das Spiel gegen Haiti vorzubereiten, wird die Nummer 10 voraussichtlich auch in der zweiten Runde der Gruppe C fehlen. Sollte sich sein Zustand in den nächsten Tagen verbessern, könnte er im dritten Spiel am 24. gegen Schottland zum Einsatz kommen.
Hinter den Kulissen herrscht heute Einigkeit darüber, dass jedes Risiko, das Neymar eingeht, seine Verletzung am rechten Wadenbein erneut zu verschlimmern, vermieden werden kann. Und dass sein Einsatz auf dem Platz nur im Falle äußerster Notwendigkeit erfolgen wird, was voraussichtlich erst in der K.o.-Runde der Fall sein dürfte. Genau wie in der vergangenen Woche wurde Neymar gestern neuen bildgebenden Untersuchungen unterzogen, um den Heilungsfortschritt seiner Verletzung zu beurteilen, der zwar zufriedenstellend ist, aber noch nicht ausreicht, um ihn in die nächste Phase des Genesungsprozesses zu entlassen.
Derzeit befindet sich der Stürmer noch in der Obhut der medizinischen Abteilung und absolviert ergänzendes Krafttraining, muss aber erst noch die Phase der körperlichen Vorbereitung auf dem Platz erreichen, um anschließend mit den anderen Spielern mit dem Ball trainieren zu können. Selbst wenn dies in den nächsten Tagen geschieht, wird die vom Mannschaftsarzt Rodrigo Lasmar prognostizierte dreiwöchige Genesungszeit, die morgen abläuft, noch nicht Neymars Bestform gegen Haiti ermöglichen.
Geringere Transparenz
Aufgrund der zunehmenden Spannung und des Drucks hinsichtlich der Rückkehr der Nummer 10 hat der CBF die Transparenz aufgegeben, mit der er das Thema behandelt hatte, als er den Spieler von Santos aufnahm, und verfolgt nun den Heilungsprozess, ohne über die Fortschritte des Spielers zu berichten, der sich nun in der Obhut der Nationalmannschaftsfachleute befindet. Erst wenn es tatsächlich einen qualitativen Sprung in der Behandlung von Neymar gibt, wird darüber berichtet, um die Erwartungen an eine Rückkehr nicht noch weiter zu steigern. Diese Unklarheit hat Kritik seitens des politischen Flügels des CBF hervorgerufen.
Am vergangenen Freitag, vor dem Auftaktspiel gegen Marokko, erklärte Trainer Carlo Ancelotti, dass Neymar kurz vor der Rückkehr in den Kader der brasilianischen Nationalmannschaft stehe und die technische Leitung damit rechne, bereits nächste Woche auf den Stürmer zählen zu können. Dem Trainer zufolge konzentriere sich die Nummer 10 auf die Arbeit, um wieder einsatzbereit zu sein. „Neymar arbeitet konzentriert. Wir gehen davon aus, dass er sich erholt und nächste Woche wieder in die Mannschaft integriert wird. Er verfügt über unbestreitbare technische Qualitäten, aber auch über Erfahrung, die für die Mannschaft wichtig ist“, erklärte Ancelotti.
Gerade um zu verhindern, dass Neymar zu einem weiteren Argument für den schlechten Start der Nationalmannschaft wird, wird das Thema mit Vorsicht behandelt. Die Kritik am schlechten Auftakt gegen Marokko hat dazu geführt, dass sich die brasilianische Nationalmannschaft während der Woche vor dem Spiel gegen Haiti noch stärker auf die Vorbereitung zurückgezogen hat. Hinter den Kulissen herrscht allgemein das Gefühl, dass die Transparenz der letzten Wochen zu Munition für Angriffe auf die brasilianischen Spieler und Trainer Carlo Ancelotti geworden ist. Deshalb wird die Abschirmung, die seit der Ankunft in den Vereinigten Staaten bereits groß war, noch verstärkt. Es ist geplant, sogar einige Spieler von den Pressekonferenzen im Trainingslager fernzuhalten. Die übermäßigen Äußerungen gegenüber der FIFA und der Presse nach dem Auftaktspiel haben intern für Unbehagen gesorgt. Der Fokus liegt nun nach innen gerichtet. Auf eine Erholung auf dem Spielfeld, die immer mehr in den Mittelpunkt rückt.







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