Donald Trump hat seinen Einfluss in Lateinamerika durch die Unterstützung rechtsgerichteter Politiker und politischer Bewegungen gefestigt, die in mehreren Ländern der Region an Boden gewonnen haben. Der jüngste Sieg von Abelardo de la Espriella in Kolumbien und der Wahlerfolg von Keiko Fujimori in Peru spiegeln einen Trend wider, der das politische Gleichgewicht auf dem Kontinent verändert. Trumps politischer Einfluss auf Lateinamerika ist zu einem der wichtigsten Faktoren geworden, um die Regierungswechsel der letzten Jahre zu verstehen. Die ausdrückliche Unterstützung bestimmter Kandidaten durch Washington und die zunehmende Zusammenarbeit mit konservativen Regierungschefs haben eine politische Strömung gestärkt, die sich über weite Teile des Kontinents ausbreitet.
Kolumbien und Peru festigen den konservativen Vormarsch
Die Wahl von Abelardo de la Espriella zum Präsidenten Kolumbiens ist einer der jüngsten Meilensteine dieses Trends. Der Jurist und Unternehmer setzte sich mit einem Vorsprung von rund 200.000 Stimmen gegen den progressiven Kandidaten Iván Cepeda durch und wird am kommenden 6. August sein Amt antreten. Trump gratulierte dem Sieger öffentlich, und die US-Regierung bekundete ihre Bereitschaft, die bilaterale Zusammenarbeit in den Bereichen Sicherheit, Einwanderung und Wirtschaftsbeziehungen zu verstärken. In Peru liegt Keiko Fujimori nach einem Wahlkampf, der sich auf die Bekämpfung der Kriminalität und der irregulären Einwanderung konzentrierte, bei der Auszählung der Stimmen vor Roberto Sánchez. Die Vorsitzende der Partei „Fuerza Popular“ hat sich für engere Beziehungen zu den USA ausgesprochen und strebt nach mehreren früheren Wahlversuchen nun das Präsidentenamt an.
Ein regionaler Trend, der seit 2019 anhält
Die Stärkung konservativer Regierungen begann sich 2019 mit den Siegen von Jair Bolsonaro in Brasilien und Nayib Bukele in El Salvador zu beschleunigen. Seitdem haben mehrere Länder politische Veränderungen erlebt, durch die linke oder Mitte-Links-Kräfte verdrängt wurden. Bukele ist dank seiner Sicherheitspolitik und des Rückgangs der Mordfälle in El Salvador zu einem der von Trump am meisten geschätzten lateinamerikanischen Politiker geworden. Javier Milei seinerseits unterhält enge politische Beziehungen zum Weißen Haus, gestützt durch häufige institutionelle Kontakte und finanzielle Unterstützung aus den USA. Die Beziehung zwischen Trump und Milei erreichte einen ihrer Höhepunkte, als Washington ein Finanzhilfeprogramm in Höhe von über 17 Milliarden Euro im Zusammenhang mit der politischen Lage in Argentinien auflegte. Das politische Phänomen geht über Kolumbien und Peru hinaus und umfasst Regierungen wie die von Argentinien, El Salvador, Chile, Ecuador und Paraguay.
Die geopolitische Strategie Washingtons
Die derzeitige US-Regierung hat sich stärker in die politischen Prozesse Lateinamerikas eingebracht als während Trumps erster Amtszeit. Die vom Weißen Haus vorgestellte Nationale Sicherheitsstrategie zielt darauf ab, den Einfluss der USA in der westlichen Hemisphäre zu stärken und die Präsenz rivalisierender Mächte in der Region einzudämmen. Verschiedene Analysten haben diese Vision als „Donroe“-Doktrin bezeichnet, in Anlehnung an den Nachnamen des US-Präsidenten und die historische Monroe-Doktrin. Ziel ist es, strategische Bündnisse mit gleichgesinnten Regierungen zu festigen und die Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaft, Militär und Nachrichtendienste zu stärken. Diese Strategie hat auch Kritik wegen angeblicher Einmischung in Wahlprozesse hervorgerufen. Fälle wie in Honduras oder Kolumbien waren geprägt von Vorwürfen politischer Einmischung und von Beschwerden progressiver Regierungen über den von Washington ausgeübten Einfluss.
Das neue politische Gleichgewicht in Lateinamerika
Der Sieg von De la Espriella in Kolumbien stellt einen neuen Fortschritt für die regionale Rechte dar, vor dem Hintergrund, dass mehrere konservative Regierungen enge Beziehungen zum Weißen Haus unterhalten. Gleichzeitig versuchen Länder wie Chile, ihre Nähe zu den USA mit ihren Handelsinteressen in China in Einklang zu bringen, was die Komplexität der aktuellen geopolitischen Lage widerspiegelt. Das Ergebnis ist ein Lateinamerika, das zunehmend zwischen verschiedenen Einflussbereichen gespalten ist und in dem immer mehr Politiker auf den Plan treten, die einen Großteil des von Donald Trump im letzten Jahrzehnt vorangetriebenen politischen Diskurses teilen.







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