Die sogenannten Stablecoins gewinnen bei Anlegern in der Region zunehmend an Bedeutung. Da sie an Vermögenswerte wie den Dollar gekoppelt sind, zielen sie darauf ab, einen stabilen Wert zu gewährleisten, und bieten eine weniger volatile Alternative zu herkömmlichen Kryptowährungen wie Bitcoin. Laut einem Bericht der Börse Bitso hat die Nachfrage nach Stablecoins in Lateinamerika erstmals die Nachfrage nach Bitcoin übertroffen. Laut Bernardo Pascowitch, Moderator der Sendung „Resenha do Dinheiro“, spiegelt diese Entwicklung eine wachsende Sorge der Anleger um den Wert ihrer lokalen Währungen angesichts wirtschaftlicher und politischer Herausforderungen wider.
„Diese Nachfrage nach Stablecoins entsteht aus dem Bestreben, das Vermögen durch den tokenisierten Dollar zu schützen. Die Anleger streben nicht unbedingt eine Wertsteigerung an, sondern die Erhaltung ihres Vermögens“, erklärt der Moderator.
Der Anleger erwirbt kein Produkt mit variabler Rendite oder eine Anlage, die auf die Erzielung zusätzlicher Erträge ausgerichtet ist, sondern eine digitale Darstellung des Dollars, erklärt der Finanzpädagoge Thiago Godoy. Neben der Funktion als Währungsabsicherung wird der tokenisierte Dollar auch für internationale Geldtransfers genutzt. Laut Marilia Fontes, Gründungspartnerin von Nord Investimentos, trägt auch die starke Präsenz von Einwanderern in verschiedenen Ländern Lateinamerikas dazu bei, die zunehmende Beliebtheit dieser digitalen Währungen zu erklären. „Die Technologie erleichtert den Geldtransfer ins Ausland, und deshalb nutzen viele Menschen dieses Instrument, um Geld sofort und einfach ins Ausland zu überweisen, was sehr wichtig ist“, analysiert sie.
Und für diejenigen, die an einer Investition interessiert sind, aber noch Zweifel haben, wie sie vorgehen sollen, erklärt Pascowitch, dass der Kaufvorgang relativ einfach ist. „Man muss lediglich zu einem Kryptowährungsbroker gehen, eine PIX-Überweisung an diesen Broker vornehmen oder eine Einzahlung in einer anderen Kryptowährung tätigen, diese in USDC oder USDT (die beiden größten dollargebundenen Stablecoins auf dem Markt) umtauschen und das Guthaben zur Kapitalerhaltung in der eigenen digitalen Geldbörse belassen oder es innerhalb weniger Sekunden an jeden Ort der Welt überweisen. Das geht schnell und einfach, sei es zur Vermögenssicherung oder für internationale Überweisungen“, erklärt er. Neben dem Wachstum der Kryptowährungen weckt vor allem die Möglichkeit, dass diese Währungen in den kommenden Jahren eine noch wichtigere Rolle im digitalen Zahlungsverkehr spielen könnten, das Interesse der Regulierungsbehörden und des Finanzsystems.
„In den Vereinigten Staaten befeuert diese Entwicklung regulatorische Debatten, wie beispielsweise den Clarity Act, da einige dafür plädieren, Stablecoins den Bankeinlagen anzunähern. Gleichzeitig besteht das Interesse, die weltweite Nutzung des digitalen Dollars zu stärken, was die Bedeutung dieser Währungen noch weiter erhöhen könnte“, fügt Bernardo hinzu.







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