Die peruanische Sardelle ist ein kleiner Fisch mit langgestrecktem Körper. Die Anchoveta (Engraulis ringens) wird von der Bevölkerung kaum direkt verzehrt, ist jedoch ein kleiner Fisch, der zur Grundlage einer der wichtigsten wirtschaftlichen Aktivitäten Perus geworden ist. Diese Art hat das Land zu einem der weltweit führenden Produzenten und Exporteure von Fischmehl und Fischöl gemacht – Rohstoffe, die in großem Umfang in der Fütterung von Zuchtfischen, Geflügel und Schweinen verwendet werden. Die Anchoveta wird hauptsächlich vor der Pazifikküste gefangen und in Fabriken verarbeitet, in denen dem Fisch Wasser und ein Teil des Fetts entzogen werden. Das Ergebnis ist ein proteinreiches Mehl und ein Öl mit hohem Nährwert, die beide größtenteils für den internationalen Markt bestimmt sind. Peru ist für den größten Teil der weltweiten Fischmehlproduktion verantwortlich – eine Position, die das Land dank des reichlichen Vorkommens von Anchoveta in seinen Gewässern und der in den letzten Jahrzehnten aufgebauten industriellen Infrastruktur erlangt hat. Das Land beliefert Märkte in Asien, Europa und Nordamerika, wobei China als Hauptabnehmer des Produkts besonders hervorsticht.
Fischmehl gilt aufgrund seiner hohen Konzentration an Proteinen und essentiellen Aminosäuren als strategischer Bestandteil für die Herstellung von Tierfutter. Fischöl hingegen wird sowohl in der Aquakultur als auch bei der Herstellung von Nahrungsergänzungsmitteln und Arzneimitteln verwendet, da es Omega-3-Fettsäuren enthält. Obwohl Peru in diesem Segment eine führende Rolle einnimmt, steht der Sektor vor ständigen Herausforderungen. Klimaphänomene wie El Niño können die Verfügbarkeit der Anchoveta verringern und die Produktion beeinträchtigen sowie Schwankungen bei den internationalen Preisen für Fischmehl und Fischöl verursachen. Um die Bestände zu erhalten, legt die peruanische Regierung Fangquoten und bestimmte Zeiträume für den Fang dieser Art fest.
Experten weisen darauf hin, dass die führende Position Perus auf diesem Markt das Ergebnis einer Kombination aus günstigen natürlichen Bedingungen, Maßnahmen zur Fischereibewirtschaftung und Investitionen in Verarbeitungstechnologie ist – Faktoren, die das Land als weltweite Referenz in der Meereszutatenindustrie etabliert haben.







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