Europäisches Wildschwein breitet sich in Argentinien aus

wildschwein

Ein ausgewachsenes Tier kann mehr als 200 Kilogramm wiegen (Foto: Pixabay/andreasblomberg0910)
Datum: 16. Juli 2026
Uhrzeit: 14:05 Uhr
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Autor: Redaktion
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Die unkontrollierte Ausbreitung des europäischen Wildschweins verursacht in Argentinien geschätzte Schäden in Höhe von 1,6 Milliarden US-Dollar pro Jahr und hat bei Landwirten, Experten und Behörden Alarm ausgelöst. Das Wildschwein gilt als eine der schädlichsten invasiven gebietsfremden Arten der Welt; sein Bestand wächst im Land rasant und hat wirtschaftliche, ökologische und gesundheitliche Auswirkungen. Das Wildschwein, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der Provinz La Pampa für die Sportjagd eingeführt wurde, fand dort günstige Bedingungen für die Fortpflanzung vor, da es keine natürlichen Feinde gab, und breitete sich über weite Teile des argentinischen Staatsgebiets aus. Heute zerstört die Art Anbauflächen, durchbricht Zäune, beschädigt Silos und Bewässerungssysteme und treibt damit die Kosten der landwirtschaftlichen Produktion in die Höhe. Neben den Schäden an den Feldfrüchten konkurrieren die Tiere mit dem Vieh um Nahrung und können Krankheiten wie Trichinose, Hepatitis und Schweinepest übertragen, wodurch sowohl die Viehzucht als auch die öffentliche Gesundheit gefährdet werden, so Experten der Fakultät für Agronomie der Universität von Buenos Aires (UBA).

Die Anwesenheit der Wildschweine gibt auch Anlass zur Sorge um die Sicherheit der Bevölkerung. Ein ausgewachsenes Tier kann mehr als 200 Kilogramm wiegen und aggressives Verhalten zeigen, wenn es sich bedroht fühlt oder seine Jungen verteidigt. Im Land wurden bereits Fälle tödlicher Angriffe verzeichnet, zudem kommt es häufig zu Sichtungen in Gebieten in der Nähe von Stadtzentren. Angesichts der Ausbreitung der Art haben einige argentinische Provinzen begonnen, Notfallmaßnahmen zu ergreifen, wie beispielsweise die Genehmigung der sogenannten „sanitären Jagd“, um zu versuchen, den Bestand der Tiere einzudämmen. Forscher argumentieren jedoch, dass isolierte Maßnahmen nicht ausreichen, und fordern eine integrierte nationale Strategie zur Bekämpfung der Plage und zur Verringerung der Auswirkungen auf die Wirtschaft, die Umwelt und die Sicherheit der Bevölkerung.

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