Nicaragua bricht diplomatische Beziehungen zu Italien ab

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Daniel Ortega, Diktator von Nicaragua (Foto: Ortega)
Datum: 17. Juli 2026
Uhrzeit: 12:18 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Nicaragua hat am Donnerstag (16.) die diplomatischen Beziehungen zu Italien abgebrochen, nachdem Rom seit langem die Auslieferung eines ehemaligen Aktivisten der Roten Brigaden gefordert hatte, der wegen seiner Beteiligung an der Entführung und Ermordung des ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Aldo Moro im Jahr 1978 verurteilt worden war. Das nicaraguanische Außenministerium erklärte in einer Stellungnahme, die Entscheidung sei durch Äußerungen des italienischen Außenministers Antonio Tajani ausgelöst worden, der das mittelamerikanische Land dafür kritisiert hatte, den in Italien geborenen Alessio Casimirri zu beherbergen. Das italienische Außenministerium bekräftigte auf die Bitte um Stellungnahme zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen durch Nicaragua hin Tajani’s Forderung nach einer Auslieferung Casimirris. „Wir sagen Nicaragua, dass es inakzeptabel ist, einem Verbrecher Immunität zu gewähren“, erklärte Tajani am Mittwoch.

Moro, ein ehemaliger Ministerpräsident und Vorsitzender der italienischen Christdemokraten, wurde im März 1978 von den linksradikalen Roten Brigaden entführt. Die Gruppe forderte die Freilassung inhaftierter Mitglieder im Austausch für seine Sicherheit, doch Moro wurde etwa zwei Monate später tot im Kofferraum eines Autos aufgefunden. Casimirri floh 1983 nach Nicaragua, als das Land von der linken Sandinistischen Front regiert wurde. 1989 erhielt er die nicaraguanische Staatsbürgerschaft, heiratete eine Nicaraguanerin und betrieb anschließend ein italienisches Restaurant in der Hauptstadt Managua. Obwohl Casimirri zugegeben hat, während der „bleiernen Jahre“ Italiens in den 1970er- und 1980er-Jahren Mitglied der Roten Brigaden gewesen zu sein, bestreitet er, an dem eigentlichen Anschlag auf Moro beteiligt gewesen zu sein.

Italien versucht seit Jahrzehnten, Casimirri auszuliefern, doch die Bemühungen sind immer wieder ins Stocken geraten. Die nicaraguanische Regierung entzog ihm 1993 die Staatsangehörigkeit, doch der Oberste Gerichtshof des Landes entschied 1999, dass die Staatsangehörigkeit nur von Gerichten entzogen werden könne. Nach der nicaraguanischen Verfassung ist die Auslieferung von Staatsangehörigen verboten, und zwischen den beiden Ländern besteht kein bilaterales Auslieferungsabkommen.

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