Als Weltmeister zeigt Spanien Anzeichen für den Beginn einer Fußball-Dynastie – dank einer nahezu perfekten Saison unter der Leitung von Luis de la Fuente. Nach dem frustrierenden Ausscheiden im Achtelfinale 2022 sicherte sich die Mannschaft am Sonntag (19.) mit einer deutlichen Dominanz über Argentinien im Finale den zweiten Titel in Folge. Das knappe 1:0 spiegelte bei weitem nicht die spanische Überlegenheit im Endspiel wider. Es waren 63 % Ballbesitz, 20 Torschüsse und nur zwei auf das spanische Tor – wobei die argentinischen Chancen erst in den letzten Minuten der Verlängerung entstanden. Im Grunde spielte nur die von De la Fuente geführte Mannschaft.
Das lag daran, dass Spanien seinen eigenen Stil durchgesetzt und das Spiel mit dem Ball kontrolliert hat. Die Strategie hatte in der ersten Halbzeit mehr Probleme, als die Mannschaft es sogar übertrieb, indem sie die Spielzüge nicht ausreichend nach vorne trug, Pässe in flachen Laufwegen austauschte und nur drei Torschüsse verzeichnete. Während Lamine Yamal auf der linken Außenbahn von Tagliafico gut gedeckt wurde, hatten Dani Olmo und Fabián Ruiz Schwierigkeiten, Oyarzabal im Zentrum anzuspielen, und Baena zeigte auf der linken Seite eine schwache Leistung.
Doch ab der zweiten Halbzeit gelang es Spanien, Argentinien in die Defensive zu drängen, und die Mannschaft gewann mit den Einwechslungen von Ferran Torres, dem Helden des Titels, und Pedri an Stärke. Nico Williams sorgte trotz einer durchwachsenen Leistung für mehr Tiefe auf der linken Seite und lieferte eine kluge Vorlage zum Tor. Mit 15 Torschüssen in der zweiten Halbzeit hätte die spanische Mannschaft den Titel in der regulären Spielzeit beinahe schon gefeiert, wäre da nicht die Glanzparade von Dibu Martínez gewesen. Nach dem Platzverweis von Enzo Hernández in der Nachspielzeit wurde die Dominanz noch größer und führte nach 20 Torchancen zu einem mehr als verdienten Vorsprung auf der Anzeigetafel.
Luis de la Fuente kann stolz auf die von ihm geleitete Ära zurückblicken. Er gewann 2023 die Nations League, 2024 die Europameisterschaft und nun die Weltmeisterschaft. Zudem führte er Spanien zur längsten Ungeschlagenheit aller Nationalmannschaften mit 38 Spielen ohne Niederlage. Und das immer mit attraktivem Fußball. Wenn man sieht, was Spanien bei dieser Weltmeisterschaft geleistet hat, und die Aufstellung mit noch jungen Spielern wie Pedro Porro (26 Jahre), Cubarsí (der großartig gespielt hat und erst 19 ist), Pedri (23), Lamine Yamal (19), Nico Williams (24) und Ferran Torres (26), könnte dies erst der Anfang einer Generation sein, die zahlreiche Titel gewinnen wird – und die bei der nächsten Weltmeisterschaft zu Hause spielen wird.







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