Exodus auf Kuba: Mehr als 245.000 Menschen verließen die Insel

kolaps

Kuba verzeichnet nun bereits neun Jahre in Folge einen Bevölkerungsrückgang, wobei die Abwanderung die Hauptursache ist (Illustration: Cuba Siglo 21)
Datum: 22. Juli 2026
Uhrzeit: 11:48 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)

Kuba verlor im Jahr 2025 aufgrund der Abwanderung 245.264 Einwohner, wie aus der jüngsten Bevölkerungsbilanz des Nationalen Amtes für Statistik und Information (ONEI) hervorgeht. Demnach liegt die Gesamtbevölkerung der Insel nur noch bei 9.434.593 Menschen. Der negative Wanderungssaldo entspricht 2,5 % der Gesamtbevölkerung und spiegelt eine beispiellose Abwanderung wider, die das ONEI bereits in früheren Berichten festgestellt hatte. Kuba verzeichnet nun bereits neun Jahre in Folge einen Bevölkerungsrückgang, wobei die Abwanderung die Hauptursache ist. Diese wird durch die Wirtschaftskrise, lang anhaltende Stromausfälle, Versorgungsengpässe bei Grundnahrungsmitteln, hohe Inflation und einen Rückgang des BIP vorangetrieben. Im Jahr 2017 hatte Kuba 11.239.224 Einwohner, was einem kumulierten Rückgang von 16 % innerhalb von acht Jahren entspricht, obwohl unabhängige Schätzungen diese Zahl auf bis zu 24 % beziffern.

Die Provinzen mit der höchsten Zahl an Abwanderern im Jahr 2025 waren Havanna (57.433), Santiago de Cuba (21.763), Holguín (17.861) und Matanzas (17.486). Das natürliche Bevölkerungswachstum liegt bei -7,1 pro 1.000 Einwohner, was darauf hindeutet, dass es mehr Todesfälle als Geburten gibt. Nach dem Ende des Migrationsstroms in die USA entschieden sich kubanische Auswanderer für andere Ziele wie Brasilien, Mexiko, Guyana und Uruguay. Spanien bleibt das wichtigste Ziel außerhalb des amerikanischen Kontinents. Nach offiziellen Schätzungen leben mehr als drei Millionen Kubaner im Ausland, von denen die Hälfte einen Wohnsitz auf der Insel hat, während 1,1 Millionen keinen tatsächlichen Wohnsitz auf der Insel besitzen.

Parallel dazu kommt die Reihe tragischer Morde hinzu, die die Insel inmitten der seit Monaten andauernden humanitären Krise erschüttern. Aktivistinnen der unabhängigen Nichtregierungsorganisation Alas Tensas (AT) bestätigten am vergangenen Montag zwei neue Frauenmorde, womit sich die Zahl der im Juli registrierten Fälle auf 7 und die Gesamtzahl der bisher in diesem Jahr gemeldeten Frauenmorde auf 41 erhöhte.

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2026 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden.

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.

Leider kein Kommentar vorhanden!

Diese News ist älter als 14 Tage und kann nicht mehr kommentiert werden!