Der brasilianische Senator Flávio Bolsonaro, ältester Sohn des ehemaligen Präsidenten Jair Messias Bolsonaro, gab am Samstag (25.) offiziell seine Kandidatur bekannt, um bei den Wahlen im Oktober gegen Präsident Luiz Inácio Lula da Silva anzutreten. Dabei präsentierte er die Unterstützung des argentinischen Präsidenten Javier Milei, eine von einer KI generierte Botschaft seines inhaftierten Vaters sowie eine Videoansprache des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Bolsonaro versprach Steuersenkungen und ein härteres Vorgehen gegen Kriminalität und betonte sein Engagement, das politische Erbe seines Vaters fortzuführen. „Hier ist Bolsonaros Blut“, sagte er mit bewegter Stimme zu seinen Anhängern, die grüne und gelbe Fahnen schwenkten. Die Arena in São Paulo, in der er sprach, war fast voll.
Milei hielt eine flammende Rede, in der er Lula kritisierte und erklärte, Bolsonaro könne Brasilien vor dem Sozialismus „retten“. Der argentinische Präsident war am Abend vor der Veranstaltung nach Brasilien geflogen und traf sich am Samstag mit dem Gouverneur von São Paulo, Tarcísio de Freitas. „Wir werden weiterhin überall unser Zeugnis gegen die Lügen des Sozialismus ablegen“, sagte Milei. Die ehemalige First Lady Michelle Bolsonaro, Flávios Stiefmutter, trat ebenfalls per Videobotschaft auf, um in einer an die Wählerinnen gerichteten Rede ihre Unterstützung zu bekunden. Die beiden hatten sich kürzlich nach einem öffentlichen Streit versöhnt, der sich in Videos abspielte, die über soziale Medien ausgetauscht wurden. „Flávio, möge Gott deine Kandidatur segnen und beschützen“, erklärte sie in der Videobotschaft.
Im Dezember sicherte sich der Senator die Unterstützung seines Vaters für die Kandidatur bei der diesjährigen Wahl. Doch seine Kampagne verlor im Mai ihren anfänglichen Schwung, nachdem durchgesickerte Nachrichten ihn mit dem inhaftierten Bankier Daniel Vorcaro in Verbindung brachten, von dem er später zugab, dass dieser einen Film über die politische Karriere seines Vaters finanziert hatte. Bolsonaros Popularität wurde zudem durch den Streit mit Michelle Bolsonaro sowie durch seine engen Verbindungen zu US-Präsident Donald Trump beeinträchtigt, der Zölle auf brasilianische Waren verhängt hat. Eine am Freitag veröffentlichte Datafolha-Umfrage ergab, dass Lula in einer Stichwahl mit 48 % zu 43 % vor Bolsonaro liegt, ein Anstieg gegenüber 47 % zu 43 % im Juni. Flávio Bolsonaro hat Schwierigkeiten, politische Bündnisse zu schmieden. Die Mitte-Rechts-Parteien haben sich bislang entschieden, neutral zu bleiben, anstatt seine Kandidatur zu unterstützen.







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