USA wollen Uruguay als Zielland für abgeschobene Migranten

flucht

Weit über sieben Millionen Venezolaner haben ihr Land verlassen, die meisten von ihnen in Länder in Lateinamerika und der Karibik (Foto: UNHCR/Ilaria Rapido Ragozzino)
Datum: 31. Juli 2026
Uhrzeit: 14:30 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)

Die US-Regierung verhandelt seit Monaten mit Uruguay über die Möglichkeit, dass das südamerikanische Land abgeschobene Migranten aufnimmt, berichtete die „New York Times“ am Mittwoch (29.). Das uruguayische Außenministerium bestätigte, dass Gespräche im Gange sind, erklärte jedoch, dass noch nichts beschlossen sei und sich die Gespräche nicht auf kubanische Staatsangehörige beschränkten. Quellen im Ministerium unter der Leitung von Mario Lubetkin sagten, Washington führe zu diesem Thema entsprechende Gespräche mit mehreren anderen Ländern. Diese Informationen wurden von der Zeitung „El Observador“ bestätigt, die sich ebenfalls auf Quellen aus dem Außenministerium berief.

Dem Bericht zufolge hat das von Außenminister Marco Rubio geleitete Außenministerium den Vorschlag über mehrere Monate hinweg mit Montevideo erörtert, und US-Beamte gehen davon aus, dass in einer etwaigen schriftlichen Vereinbarung Kuba im Text möglicherweise nicht ausdrücklich genannt wird, auch wenn Kubaner in der Praxis die Hauptzielgruppe darstellen würden. Beide Regierungen sollen zudem die Familienzusammenführung von Abgeschobenen mit in Uruguay lebenden Angehörigen prüfen. Diese Angaben stammen von Beamten beider Länder, die unter der Bedingung der Anonymität sprachen, und wurden noch nicht offiziell bestätigt.

Ein hochrangiger uruguayischer Beamter, der unter derselben Bedingung zitiert wurde, führte das Interesse seines Landes auf den Bedarf an Arbeitsmigranten und auf die Verbesserung der Beziehungen zur US-Regierung zurück. Die beiden Regierungen sind keine politischen Verbündeten: Präsident Yamandú Orsi gehört der Koalition „Frente Amplio“ an. Uruguay, mit 3,4 Millionen Einwohnern und dem zweitkleinsten Staatsgebiet Südamerikas, verfolgt eine vergleichsweise offene Einwanderungspolitik und hat einen relativ großen Anteil an Einwohnern kubanischer Herkunft. Innenminister Carlos Negro erklärte, das Land sei als Einwanderernation entstanden. Abschiebungen kommen selten vor, und wer ohne Visum einreist, darf oft legal bleiben.

Uruguay wäre nicht das erste Land in der Region, das eine solche Vereinbarung trifft. Paraguay unterzeichnete im vergangenen Jahr ein Abkommen mit dem Außenministerium und hat bereits Flüge mit Abgeschobenen verschiedener Nationalitäten aufgenommen; auch Ecuador unterzeichnete ein solches Abkommen, und unter den dorthin abgeschobenen Personen befinden sich Kubaner. Die Praxis, Abgeschobene in Drittländer zu überstellen, ist auf Kritik gestoßen. Human Rights Watch dokumentierte im Mai Misshandlungen an Kubanern und anderen Drittstaatsangehörigen, die nach Mexiko abgeschoben wurden, und stellte fest, dass weder Washington noch Mexiko-Stadt das Abkommen über diese Überstellungen veröffentlicht haben. Die Vereinigten Staaten haben zudem kubanische Migranten nach Eswatini und in den Südsudan geschickt, wo sie in Haftanstalten festgehalten wurden.

Das Außenministerium lehnte eine Stellungnahme zu den Gesprächen mit Uruguay ab und erklärte in einer Mitteilung, dass die Umsetzung seiner Einwanderungspolitik Priorität habe. Rubio sagte letzte Woche in Manila, dass Washington Bedenken hinsichtlich Kubas habe, darunter das Risiko einer Massenmigration aufgrund der Instabilität auf der Insel.

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2026 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden.

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.

Leider kein Kommentar vorhanden!

Diese News ist älter als 14 Tage und kann nicht mehr kommentiert werden!