Drex, eine von der Zentralbank entwickelte digitale Währung, befindet sich zwar noch in der Testphase, entwickelt sich jedoch zu einer der wichtigsten Initiativen zur Digitalisierung des brasilianischen Finanzsystems. Das Projekt ist mehr als nur eine digitale Version des Real: Es sieht eine Infrastruktur vor, die auf Smart Contracts und der Tokenisierung von Vermögenswerten basiert, um Vorgänge zu automatisieren, Bürokratie abzubauen und die Effizienz von Finanztransaktionen zu steigern. Der Drex wird die Parität zur physischen Währung beibehalten, das heißt, 1 R$ in Drex entspricht weiterhin 1 R$ in Reais. Der Unterschied liegt in der Möglichkeit, Vorgänge so zu programmieren, dass Zahlungen und Überweisungen automatisch ausgeführt werden, sobald bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Das Konzept ersetzt weder Pix noch wird Bargeld abgeschafft. Laut Cleverson Pereira, Leiter des Bildungsbereichs bei OnilX, wird die wichtigste Veränderung bei den Prozessen stattfinden, die den Finanzverkehr stützen.
„Der Drex wurde nicht geschaffen, um bestehende Zahlungsmittel zu ersetzen. Er wurde konzipiert, um eine Infrastruktur zu schaffen, die in der Lage ist, Vorgänge zu automatisieren, Bürokratie abzubauen und es zu ermöglichen, dass Geld und Finanzanlagen zuvor festgelegte Regeln sicherer, effizienter und transparenter ausführen“, erklärt er. Der Betrieb von Drex erfolgt über die von der Zentralbank zugelassenen Finanzinstitute. Die Nutzer werden Reais in Drex umtauschen und die digitale Währung, tokenisierte Vermögenswerte sowie Smart Contracts in digitalen Wallets speichern können. Eine der vorgesehenen Anwendungen betrifft den Kauf und Verkauf von Immobilien. Derzeit hängt diese Art von Transaktion von Schritten wie der Zahlung, der notariellen Beurkundung und der Eigentumsübertragung ab. Mit Smart Contracts können diese Schritte automatisch ausgeführt werden, sobald alle Bedingungen erfüllt sind.
„Die Bevölkerung wird weiterhin Banking-Apps und Finanzinstitute so nutzen wie bisher. Der große Wandel wird hinter den Kulissen stattfinden, wo Prozesse, die heute Tage dauern, durch Automatisierung in wenigen Sekunden abgewickelt werden können“, sagt Pereira. Das Projekt sieht auch die Tokenisierung von Vermögenswerten wie Immobilien, Fahrzeugen, Aktien, Staatsanleihen und Forderungen vor. Die digitale Darstellung dieser Vermögenswerte kann Betriebskosten senken, die Rückverfolgbarkeit von Transaktionen verbessern und deren Abwicklung beschleunigen. Neben dem Immobilienmarkt kann Drex bei Kreditgeschäften, Investitionen und anderen Finanztransaktionen eingesetzt werden, die von Sicherheiten und der Abwicklung zwischen Institutionen abhängen.
Derzeit befindet sich die Initiative jedoch noch in der Testphase. Nach Angaben der Zentralbank steht das Projekt vor Herausforderungen in Bezug auf den Datenschutz der Nutzer, die Datensicherheit, die Skalierbarkeit der Plattform und die Einhaltung regulatorischer Vorschriften. Daher gibt es noch keinen offiziellen Termin für die öffentliche Einführung. „Wir sprechen hier von einer Infrastruktur, die Finanzanlagen in großem Umfang bewegen wird. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Zentralbank der Sicherheit, dem Datenschutz und der Zuverlässigkeit des Systems vor dessen endgültiger Einführung Priorität einräumt“, erklärt Pereira. Nach Einschätzung des Experten könnte Drex, sobald diese Herausforderungen bewältigt sind, Transaktionen wie automatisch abgewickelte Finanzierungen, die Integration zwischen Banken und Notariaten, die Ausweitung der Tokenisierung von Vermögenswerten und künftig auch die Interoperabilität mit digitalen Währungen ermöglichen, die von Zentralbanken anderer Länder ausgegeben werden.







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