Die brasilianische Regierung kündigte am Donnerstag (20.) Investitionen in Höhe von rund 444,2 Millionen US-Dollar zur Stärkung ihres Ökosystems im Bereich der künstlichen Intelligenz an. Die Projekte werden zwischen US-amerikanischen und chinesischen Unternehmen aufgeteilt – ein Schritt, der die Bemühungen Brasiliens unterstreicht, die Beziehungen zu beiden Großmächten zu gestalten. Etwas mehr als die Hälfte des Gesamtbetrags fließt in ein Supercomputing-Infrastrukturprojekt in Rio de Janeiro, das in Zusammenarbeit mit den chinesischen Unternehmen Huawei Technologies und iFlytek entwickelt wird. Die Regierung von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva erklärte, die Infrastruktur werde in erster Linie zur Entwicklung großer Sprachmodelle für allgemeine und branchenspezifische Anwendungen genutzt.
Der Rechner wird im nordöstlichen Bundesstaat Rio Grande do Norte installiert, der aufgrund seines Energiepotenzials ausgewählt wurde. Lula nahm am Donnerstag an einer Bekanntgabezeremonie in diesem Bundesstaat teil. Regierungsvertreter, die unter der Bedingung der Anonymität sprachen, sagten, sie gingen davon aus, dass der US-Chiphersteller Nvidia die Ausschreibung gewinnen werde. Wissenschafts- und Technologieministerin Luciana Santos erklärte letzte Woche gegenüber der Zeitung „Folha de S. Paulo“, sie rechne damit, dass das Unternehmen der Lieferant sein werde. „Die Strategie besteht darin, nicht von einem einzigen Unternehmen, einer einzigen Technologie oder einem einzigen Land abhängig zu sein“, erklärte Lulas Regierung in einer Stellungnahme und fügte hinzu, dass die Investitionen darauf abzielen, die nationale Souveränität über Daten zu stärken.
LULA SETZT SICH FÜR STRATEGISCHE AUTONOMIE EIN
China, ein führender Akteur im Bereich der KI, hat seine Rolle als Brasiliens größter Handelspartner ausgebaut. Die USA bleiben unterdessen die größte Quelle ausländischer Direktinvestitionen in Lateinamerikas größter Volkswirtschaft, obwohl sie Marktanteile im Handel verloren haben und kürzlich zusätzliche Zölle auf brasilianische Waren verhängt haben. Die Investitionen werden vom Nationalen Fonds für wissenschaftliche und technologische Entwicklung (FNDCT) durch schrittweise Auszahlungen finanziert. Die Regierung geht davon aus, dass der Supercomputer bis Ende nächsten Jahres in Betrieb genommen wird, während die Kooperationsvereinbarung mit den chinesischen Unternehmen im Juli 2027 in Kraft treten soll.
Die Regierung kündigte außerdem eine Partnerschaft mit Spanien auf Basis der Open-Source-Architektur RISC-V zur Entwicklung von Halbleitern an, Pläne für einen brasilianischen Cloud-Computing-Dienst im Rahmen öffentlich-privater Partnerschaften sowie die künftige Einrichtung eines nationalen Zentrums für algorithmische Transparenz und vertrauenswürdige KI, das von der Bundesuniversität von Minas Gerais betrieben werden soll.







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