Die brasilianische Zentralbank prüft derzeit Maßnahmen, um die steigende Schuldenlast der Verbraucher des Landes einzudämmen, plant jedoch zunächst, Beschränkungen für Kreditgeber einzuführen, anstatt eine vom IWF unterstützte Obergrenze für den Schuldendienst der privaten Haushalte festzulegen. Die politischen Entscheidungsträger sind zunehmend besorgt über die weit verbreitete Verfügbarkeit teurer Kreditprodukte, schwache Transparenzanforderungen und unzureichende finanzielle Bildung – eine Kombination, die ihrer Ansicht nach zu einer übermäßigen Kreditvergabe an bereits verschuldete Kreditnehmer geführt hat.
Brasiliens Verhältnis von Schuldendienst der privaten Haushalte zum Einkommen (ohne Hypotheken), das Ende letzten Jahres bei 25,7 % lag, stieg 2026 weiter an und erreichte im Juni einen Rekordwert von 26,6 %, wie aus den am Freitag (28.) veröffentlichten Daten der Zentralbank hervorgeht. Im Anschluss an die Sitzung ihres Ausschusses für Finanzstabilität in dieser Woche erklärte die Zentralbank, sie bereite Maßnahmen vor, um Risiken abzumildern, die sich aus dem Anstieg der hochverzinslichen Verschuldung der privaten Haushalte ergeben, und gleichzeitig die Nachhaltigkeit des Kreditwachstums zu stärken. Analysten erklärten, diese Botschaft deute auf eine Verlagerung des Schwerpunkts hin. Anstatt sich ausschließlich auf das Tempo des Kreditwachstums zu konzentrieren, scheinen die politischen Entscheidungsträger nun zunehmend besorgt über die Kreditvergabestandards und die Verschlechterung der Kreditqualität zu sein.
Mehr als die Hälfte der Brasilianer, die Kreditkarten nutzen – das sind 52,8 Millionen Menschen –, hat revolvierende Salden, für die bis zu 15,1 % Zinsen pro Monat anfallen können, oder verzinsliche Ratenkredite. Der Anstieg der Verschuldung der Verbraucher unterstreicht die zunehmende Belastung der Haushaltsfinanzen trotz steigender Einkommen und einer historisch niedrigen Arbeitslosigkeit und verstärkt die Befürchtung, dass die jahrelange rasante Kreditausweitung und hohe Kreditkosten die Kaufkraft der Verbraucher untergraben.







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