Die Europäische Union wird die Einfuhren von Fleisch aus Brasilien ab dem 3. September aussetzen, nachdem das südamerikanische Land nicht gewährleisten konnte, dass die EU-Vorschriften zur Verwendung antimikrobieller Substanzen eingehalten werden. Dies teilte ein Sprecher der Europäischen Kommission am Dienstag (1.) mit. Die EU hatte im Mai angekündigt, dass Brasilien von der Liste der konformen Länder gestrichen werde, die bestimmte Produkte tierischen Ursprungs in die Union exportieren. Die EU ist ein wichtiger Absatzmarkt für brasilianische Fleischexporte, vor allem für Rind- und Hühnerfleisch. Im vergangenen Jahr exportierte Brasilien Rindfleisch im Wert von umgerechnet 1,05 Milliarden US-Dollar in die EU, die laut Angaben des brasilianischen Landwirtschaftsministeriums in der Regel Fleischstücke mit höherer Wertschöpfung importiert. Der Gesamtbetrag entsprach 5,86 % der Gesamtexporte des Landes – des weltweit größten Exporteurs – in alle Zielmärkte.
Bei Hühnerfleisch war die EU Ziel von Lieferungen im Wert von 763 Millionen US-Dollar, was etwa 8 % der brasilianischen Ausfuhren des vergangenen Jahres entspricht. Das Land ist zudem der weltweit größte Exporteur dieses Proteins. Der Sprecher der Kommission erklärte gegenüber Reportern, dass die EU keine Zusicherungen erhalten habe, dass Brasilien die Anforderungen der Union in Bezug auf antimikrobielle Mittel erfüllt habe. Im Falle von Geflügel und Honig soll eine Prüfung der brasilianischen Produktion Ende dieser Woche abgeschlossen werden, doch die Ergebnisse werden nicht sofort vorliegen, so der Sprecher.
Was Rindfleisch betrifft – ein Produkt, bei dem Brasilien im Jahr 2025 der zweitgrößte Lieferant der EU war –, strebte die EU Garantien an, die den gesamten Lebenszyklus der Tiere abdecken, fügte der Sprecher hinzu. Die Kommission nannte keinen Zeitrahmen für eine mögliche Aufhebung des Verbots. Der brasilianische Verband für tierisches Eiweiß (ABPA), der Hühnerfleischproduzenten vertritt, erklärte in einer Mitteilung, dass er gemeinsam mit der brasilianischen Regierung den Verlauf der europäischen Mission zur Inspektion des brasilianischen Hühnerfleischproduktionssystems verfolge. Laut ABPA verlief die Mission „bislang zufriedenstellend“.
Die EU verbietet zudem die Verabreichung von antimikrobiellen Mitteln, die zur Behandlung von Menschen eingesetzt werden, einschließlich Antibiotika, an Tiere. Nach Ansicht der EU könnte der übermäßige Einsatz von Antibiotika bei Tieren resistente Bakterien hervorbringen, die sich über Lebensmittel, durch Kontakt oder über die Umwelt auf Menschen übertragen und dadurch die Behandlung bestimmter Infektionen beim Menschen erschweren.







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