Brasilien belegt weltweit den 42. Platz im Innovators Business Environment Index 2026, einer Studie von StartupBlink, die bewertet, wie günstig das Geschäftsumfeld für diejenigen ist, die unternehmerisch tätig sein, innovativ sein und Unternehmen aufbauen wollen. Die wichtigste Information ist jedoch eine andere. Das Land führt Lateinamerika und die Karibik an, vor Volkswirtschaften wie Kolumbien und Mexiko. Das ist ein wichtiges Ergebnis, aber noch nicht ausreichend. Der Index analysiert 125 Länder aus einer anderen Perspektive als der, die normalerweise Innovationsrankings dominiert. Hier werden nicht das Investitionsvolumen in Start-ups, die Anzahl der Einhörner oder milliardenschwere Exits gemessen. Der Fokus liegt auf den strukturellen Bedingungen, die das Leben eines Unternehmers vom ersten Tag an prägen. Wie einfach ist es, ein Unternehmen zu gründen, zu betreiben, Mitarbeiter einzustellen, Steuern zu zahlen und sich auf die Spielregeln zu verlassen? Genau hier liegt der Widerspruch Brasiliens.
Die Länder mit den besten Platzierungen im Innovators Business Environment Index 2026 sind:
1. Vereinigte Staaten
2. Singapur
3. Vereinigtes Königreich
4. Schweiz
5. Vereinigte Arabische Emirate
6. Kanada
7. Niederlande
8. Japan
9. Deutschland
10. Schweden
11. Finnland
12. Dänemark
13. Australien
14. Israel
15. Österreich
16. Südkorea
17. Irland
18. Bulgarien
19. Norwegen
20. Estland
Regionale Führungsposition durch Größe
Brasilien führt die Region vor allem aufgrund seiner Marktgröße an. Nur wenige Länder bieten ein so großes, vielfältiges und ausgereiftes Umfeld, um Geschäftsmodelle zu testen. Für Startups ist dies ein mächtiger Vorteil. Darüber hinaus verfügt das Land über das ausgereifteste Innovationsökosystem Lateinamerikas. Es gibt mehr Risikokapitalfonds, mehr Accelerators, mehr Unternehmenszentren und eine wachsende Zahl von Technologieunternehmen in fortgeschrittenem Stadium. Relativ gesehen liegt Brasilien in Bezug auf Kapitaldichte, Unternehmervolumen und sektorale Vielfalt vor Ländern wie Kolumbien und Mexiko. Trotz der regionalen Führungsposition weist der Index auf strukturelle Engpässe hin, die Brasilien daran hindern, im globalen Ranking aufzusteigen. Der wichtigste davon ist die regulatorische und bürokratische Komplexität.
Die Gründung, der Betrieb und der Ausbau von Unternehmen im Land sind nach wie vor mit hohen Compliance-Kosten, Rechtsunsicherheit und geringer regulatorischer Vorhersehbarkeit verbunden. Ein weiteres relevantes Hindernis ist das Steuersystem, das aus Sicht der Innovatoren als wenig wettbewerbsfähig gilt. Die Vielzahl von Steuern, Regeln und Regelungen mindert die Attraktivität für internationale Gründer und Investoren. Der Zugang zu Kapital ist zwar besser als in anderen Ländern der Region, stellt jedoch ebenfalls einen Punkt dar, der Aufmerksamkeit erfordert, insbesondere außerhalb der großen Zentren und für Unternehmen in einer Phase schnellen Wachstums.
