Brasilien durchläuft einen der wichtigsten Momente der Infrastrukturausweitung in seiner Geschichte. Dies gab der Präsident der Nationalen Bank für wirtschaftliche und soziale Entwicklung (BNDES), Aloizio Mercadante bekannt. Die Erklärung wurde während des Seminars „Superzyklus der Investitionen in die Infrastruktur – Fortschritte und Herausforderungen” abgegeben, das am Montag (9.) am Sitz der Bank in Rio de Janeiro stattfand. An der Veranstaltung nahmen die Ministerien für Städte, Verkehr, Häfen und Flughäfen sowie Vertreter des privaten Sektors teil. Während des Treffens wurden Daten vorgestellt, die den deutlichen Anstieg der Investitionen der BNDES in die Infrastruktur belegen. Unter der derzeitigen Geschäftsführung erreichte die Bank einen Jahresdurchschnitt von 218 Milliarden Reais, was 1,74 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) entspricht. Im Jahr 2025 erreichte das Volumen 280 Milliarden Reais, mit einer Prognose von 300 Milliarden im Jahr 2026, was die Rolle der Institution als Motor der wirtschaftlichen Entwicklung festigt.
Mercadante betonte, dass Investitionen in die Infrastruktur eine strategische Rolle bei der regionalen Integration, der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und der Bekämpfung des Klimawandels spielen. Ihm zufolge ist der Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft eine Priorität für die Bank. „Die Dekarbonisierung ist eine zentrale Aufgabe für eine öffentliche Entwicklungsbank, insbesondere angesichts extremer Wetterereignisse”, erklärte er. Ein weiterer wichtiger Punkt war die Bedeutung der Entscheidungen des Bundesrechnungshofs (TCU), insbesondere durch den Mechanismus Secex Consenso, der dazu beigetragen hat, Projekte voranzutreiben und langwierige Streitigkeiten zu reduzieren. Für Mercadante stärkt die Initiative die Rechtssicherheit und schafft ein berechenbareres Umfeld für neue Investitionen in die Infrastruktur. Die Direktorin für Infrastruktur, Energiewende und Klimawandel der BNDES, Luciana Costa, hob die Veränderung im Handlungsmodell der Institution hervor. Ihr zufolge priorisiert die Bank nun Finanzierungen ohne Subventionen, fördert Innovationen und erweitert die Kofinanzierung mit dem privaten Sektor. Die Führungskraft moderierte eine der Podiumsdiskussionen des Seminars, an der Vertreter verschiedener Finanzinstitute teilnahmen.
Elektrobusse und urbane Mobilität
Im Bereich der urbanen Mobilität hob Mercadante die führende Rolle der BNDES bei der Finanzierung von Elektrobussen hervor, wodurch die Bank zum größten Investor des Sektors in Lateinamerika wurde. Allein in der Stadt São Paulo wurden 2.500 Elektrobusse ermöglicht, was die Strategie zur Reduzierung der Emissionen im öffentlichen Nahverkehr unterstreicht. Die Investitionen in Mobilität stiegen im letzten Zeitraum um 41 % auf insgesamt 31 Milliarden R$, zusätzlich zur Unterstützung von Infrastrukturprojekten wie dem Ausbau der Linie 2-Verde der U-Bahn von São Paulo. Der Minister für Städtebau, Jader Filho, nahm ebenfalls an der Eröffnung der Veranstaltung teil und betonte die Bedeutung der Haushaltsplanbarkeit. Ihm zufolge sind für dieses Jahr 8 Milliarden R$ für die städtische Mobilität und 8 Milliarden R$ für die Abwasserentsorgung aus Mitteln des FGTS gesichert.
Investitionen in Bundesstraßen
Im Straßenverkehrssektor erwähnte Mercadante die Modernisierung der Rodovia Presidente Dutra, die 2024 genehmigt wurde und als das größte Straßenbauprojekt gilt, das jemals in Brasilien durchgeführt wurde. Das Projekt sieht Investitionen in Höhe von 10,75 Milliarden R$ in Zusammenarbeit mit dem Konzessionsunternehmen Motiva vor.
1 US-Dollar entspricht 5,23 Reais
