Inmitten eines geopolitischen Umfelds mit abrupten Veränderungen im globalen Handel rangiert Peru mit einem Investitionsbestand von 15,726 Milliarden US-Dollar als viertwichtigstes Ziel für lateinamerikanisches Kapital innerhalb der Region. Dies geht aus einer Studie des Unternehmensrats „Alianza por Iberoamérica“ (Ceapi) und des Instituto Complutense de Estudios Internacionales (ICEI) hervor, die die Präsenz lateinamerikanischer Unternehmen weltweit analysiert. Der Bericht identifiziert zudem Peru als wichtiges Ziel für Länder wie Chile, das Investitionen in Höhe von über 10 Milliarden US-Dollar unterhält, und Mexiko mit rund 3,7 Milliarden US-Dollar. Laut der Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (Cepal) verzeichneten die Zuflüsse von ausländischen Direktinvestitionen (ADI) nach Peru im Jahr 2024 einen starken Anstieg.
Im Einzelnen stiegen die Zuflüsse gegenüber dem Vorjahr um 57 % auf 6,799 Milliarden US-Dollar. Dieser Betrag liegt jedoch immer noch rund 11 % unter dem Durchschnitt der Jahre 2010 bis 2019, was zeigt, dass es sich noch um eine teilweise Erholung handelt. Das Wachstum wurde hauptsächlichdurch höhere Kapitalzuflüsse angetrieben, d. h. durch den Zufluss von Geld ausländischer Unternehmen, um ihre Geschäftstätigkeit im Land auszuweiten oder aufzunehmen. Andere Komponenten zeigten jedoch Schwäche, wie z. B. die Kredite zwischen Unternehmen, die weiterhin im negativen Bereich lagen, und die reinvestierten Gewinne der Unternehmen, die von positiven Zahlen in Verluste umschlugen. Was neue Projekte betrifft, erreichten die Investitionsankündigungen mit 81 Initiativen im Wert von rund 10 Milliarden US-Dollar ihren höchsten Stand seit Beginn der Pandemie, angetrieben durch Megaprojekte wie den Ringstraßenprojekt in Lima (unter der Leitung der spanischen Unternehmen Ferrovial, Acciona und Sacyr), einer Anlage für grünes Ammoniak in Arequipa (unter der Leitung des südafrikanischen Unternehmens Phelan Green Energy) und der Erweiterung der Antamina-Mine. Dennoch liegt der Jahresdurchschnitt der Ankündigungen weiterhin unter dem Niveau vor der Pandemie, insbesondere in Sektoren wie dem Bergbau.
Peruanische Unternehmen: begrenzte Präsenz im Ausland
Trotz dieser Position als Investitionsempfänger wird die Leistung peruanischer Unternehmen im Ausland immer schwächer. Von fast 27.000 lateinamerikanischen Muttergesellschaften mit globalen Aktivitäten sind nur 1.516 peruanisch. Diese kontrollieren 1.882 Tochtergesellschaften im Ausland, was etwas mehr als einer Tochtergesellschaft pro Unternehmen entspricht, wie der Ceapi-Bericht ausführt. Allerdings fungieren nur 81 dieser Tochtergesellschaften als Plattformen für die Expansion in andere Märkte (was die Studie als „Sprungbretter“ bezeichnet). Dies versetzt Peru im Hinblick auf die Internationalisierung der Unternehmen in eine rückständige Position gegenüber anderen Ländern der Region. Die Präsidentin des Ceapi, Nuria Vilanova, erklärte, dass das Land zwar von einer soliden Basis ausgehe, aber noch Raum für Wachstum habe.
„Diese Studie bestätigt, dass Peru nicht nur über einen soliden Ausgangspunkt verfügt, sondern auch über ein enormes Potenzial, seine Investorenpräsenz auf internationaler Ebene zu stärken“, sagte sie. Sie erwähnte, dass ein ständiger Regierungswechsel vor allem öffentlich-private Projekte beeinträchtigt, die für Peru unverzichtbar sind, wie der Ausbau von Krankenhäusern, Schulen und der Infrastruktur durch öffentlich-private Projekte. Aus der Wirtschaft stimmte Miguel Ángel Navarro, Mitglied des Verbandes, zu, dass es zwar einen bedeutenden Projektbestand gebe, dessen Umsetzung jedoch mit Schwierigkeiten verbunden sei. Im Gegensatz dazu erwähnte er, dass in Chile Initiativen im Wert von bis zu 16 Milliarden US-Dollar vorangetrieben wurden.
Spanien, als „Sprungbrett“ kaum genutzt
Der Bericht analysiert auch die Verbindung zu Spanien, einem Land, das von lateinamerikanischen Unternehmen häufig als Tor nach Europa, Asien und in den Nahen Osten genutzt wird. Im Falle Perus sind nur 24 Unternehmen auf diesem Markt vertreten, mit insgesamt 31 Tochtergesellschaften. Von diesen spielen nur zwei eine Rolle bei der Expansion in Drittländer. Dies deutet darauf hin, dass peruanische Unternehmen diese Art von Plattformen noch nicht voll ausschöpfen, um außerhalb der Region zu wachsen. Nuria fügt hinzu, dass Unternehmen in einem Umfeld globaler Unsicherheit bestrebt sind, eine Holding (Unternehmensgruppe) in Ländern mit Hartwährung zu haben, wobei der Euro eine Alternative darstellt. Für Vilanova liegen die Gründe für diese geringe Präsenz unter anderem in regulatorischen Faktoren. „Sie waren aufgrund des Doppelbesteuerungsabkommens (das Steuerzahler dazu verpflichtet, Steuern doppelt zu zahlen) gezwungen, die Investition über Drittländer zu leiten“, erklärte er.
Dennoch hob er hervor, dass es einzelne Fälle von Expansion von Peru auf andere Kontinente gibt, darunter landwirtschaftliche Investitionen in Afrika oder die Präsenz von Marken in Europa. Er weist darauf hin, dass nach Europa Lateinamerika selbst die Region ist, in der die meisten spanischen Tochtergesellschaften lateinamerikanischer Muttergesellschaften tätig sind. So sticht Peru eher als Investitionsziel hervor als als Herkunftsland von Unternehmen mit globaler Präsenz. Zwar gelingt es dem Land, regionales Kapital anzuziehen, doch stößt es nach wie vor auf Hindernisse, wenn es darum geht, dass seine eigenen Unternehmen international expandieren und an Größe gewinnen. „Die Herausforderung besteht nun darin, die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen, damit peruanische Unternehmen einen qualitativen Sprung in ihrer Internationalisierung machen können. Peru braucht Unternehmen, die diesen Sprung wagen und zu Multilatinas werden”, schloss die Geschäftsführerin.
