Eine neue Umfrage vom Mittwoch (25.) zeigt, dass die peruanischen Präsidentschaftskandidaten Keiko Fujimori und Rafael López Aliaga in der Wählergunst weiterhin vorne liegen, was trotz eines mit 35 Kandidaten stark besetzten Feldes auf einen Rechtsruck im Vorfeld der Parlamentswahlen im April hindeutet. Das Meinungsforschungsinstitut Ipsos Peru sieht Fujimori und Lopez Aliaga laut einer zwischen dem 21. und 22. März durchgeführten und vom lokalen Medienunternehmen Peru21 veröffentlichten Umfrage mit 11 % bzw. 10 % der Stimmen technisch gesehen gleichauf. Beide Kandidaten vertreten unterschiedliche Strömungen der populistischen Rechten. Die Umfrage wurde vor Beginn einer Reihe von Fernsehdebatten in dieser Woche durchgeführt.
Fujimori, eine ehemalige Kongressabgeordnete und Tochter des wegen Menschenrechtsverletzungen inhaftierten Ex-Präsidenten Alberto Fujimori, soll am Mittwochabend Ortszeit auftreten. Dies ist ihr vierter Anlauf auf das Präsidentenamt. Peru hat seit 2018 acht Präsidenten hinter sich, und sein letzter Staatschef wurde im Februar vom Kongress abgesetzt, nur wenige Wochen vor Beginn der offiziellen Wahlkampffase. Da rund 36 % der Befragten unentschlossen sind oder angaben, keinen Kandidaten wählen zu wollen, haben die Anwärter noch Spielraum, um Unterstützung zu gewinnen. „Späte Schwankungen in den Wahlabsichten bleiben plausibel“, sagte Nicholas Watson, Geschäftsführer der Beratungsfirma Teneo. „Die beiden aussichtsreichsten Kandidaten kommen von der Rechten“, fügte er hinzu und merkte an, dass die kommenden Tage entscheidend sein werden, da viele Wähler noch unentschlossen sind.
Die Ipsos-Umfrage zeigte zudem ein Vierer-Gleichstand in der zweiten Reihe der Kandidaten, wobei die linken Hoffnungsträger Alfonso Lopez Chau und Roberto Sanchez nur jeweils 5 % der Stimmen erhielten. Auf sie folgten der Komiker Carlos Alvarez und der zentristische Soziologe Jorge Nieto, der in den Umfragen in den letzten zwei Wochen zugelegt hat. Die Ergebnisse der Ipsos-Umfrage spiegeln eine aktuelle Umfrage von Datum Internacional wider, die im März veröffentlicht wurde. Da voraussichtlich kein Kandidat mehr als 50 % der Stimmen erreichen wird, ist eine Stichwahl am 7. Juni wahrscheinlich. Der nächste Präsident soll am 28. Juli sein Amt antreten.
