Die peruanische Regierung hat ein Investitionspaket in Höhe von schätzungsweise 371,6 Millionen US-Dollar bewilligt, um die Konnektivität im Amazonasgebiet auszubauen. Die Projekte zielen darauf ab, mehr als 770 Ortschaften in den Regionen Loreto und Madre de Dios – die an die brasilianischen Bundesstaaten Acre und Amazonas grenzen – mit Internet zu versorgen. Die Initiative ist Teil der sogenannten „Proyectos Selva“ und wird vom peruanischen Telekommunikationsinvestitionsfonds (Fitel) finanziert, wobei die Umsetzung über ein Modell erfolgen soll, das eine private Beteiligung vorsieht. Die Umsetzung ist für den Zeitraum zwischen 2026 und 2028 vorgesehen, wobei der Schwerpunkt auf besonders benachteiligten Gebieten liegt, darunter die Flussgebiete von Napo, Putumayo, Marañón und Amazonas.
Diese Entwicklung steht im Zusammenhang mit einem breiteren Spektrum von Initiativen zum Ausbau der digitalen Infrastruktur im Amazonasgebiet, darunter Projekte in Brasilien zur Erweiterung von Glasfasernetzen und zur Integration mit Nachbarländern. Im April letzten Jahres beispielsweise genehmigte Brasilien Studien zur Verlegung eines Unterwasserkabels nach Kolumbien entlang des Flussbettes des Içá/Putumayo, mit dem Potenzial für eine Anbindung an Routen im Dreiländereck, zu dem auch Peru gehört. Nach Angaben des peruanischen Ministeriums für Verkehr und Kommunikation (MTC) sollen die angekündigten Projekte 1.094 öffentlichen Einrichtungen zugutekommen, darunter Schulen, Gesundheitseinrichtungen und Polizeistationen, und sehen zudem die Einrichtung von digitalen Zugangsstellen sowie das Angebot kostenloser Internetverbindungen auf öffentlichen Plätzen vor.
Die Mitteilung enthält keine Einzelheiten zu den in den Projekten einzusetzenden Technologien, weist jedoch auf die Einrichtung von Kommunikationsnetzen hin, um in den versorgten Orten einen festen Internetzugang anzubieten. Das gewählte Modell lässt vermuten, dass die Festlegung der Lösungen den für die Umsetzung verantwortlichen Betreibern überlassen bleibt. Die drei Projekte sind in verschiedene Bereiche gegliedert: Ein Schwerpunkt liegt beispielsweise auf der Schaffung von Kommunikationsnetzen entlang des Korridors Yurimaguas-Iquitos in der Region Loreto; ein weiterer konzentriert sich auf die Bereitstellung von Festnetz-Internetzugang in der Region Madre de Dios; und ein dritter betrifft die Provinzen Alto Amazonas und Datem del Marañón. Der Entwurf umfasst Grenzgebiete und Flussregionen,mit Schwerpunkt auf Ortschaften, die entlang strategischer Flussgebiete verteilt sind.
Nach Angaben der peruanischen Regierung wird die Umsetzung mit einem gesicherten Budget zwischen 2026 und 2028 fortgesetzt und Regionen mit hoher Anfälligkeit priorisieren, darunter Provinzen wie Manu, Tahuamana und Tambopata. Ziel ist es, die wirtschaftliche Entwicklung in diesen Gebieten anzukurbeln.
