Die brasilianische Post „Empresa Brasileira de Correios e Telégrafos“ (Correios) veröffentlichte am Donnerstag (23.) den Jahresabschluss 2025 mit einem Verlust von 8,4 Milliarden R$ im Geschäftsjahr und einem negativen Eigenkapital von 13,1 Milliarden R$. Laut einer Mitteilung des staatlichen Unternehmens wurde das Ergebnis vor allem durch die Neubewertung von Rückstellungen für arbeitsrechtliche Rechtsstreitigkeiten, die Erfassung von Zahlungsaufforderungen und kumulierten Eventualverbindlichkeiten aus früheren Geschäftsjahren sowie durch gestiegene Betriebskosten beeinflusst. Das Unternehmen teilte mit, dass es die Werte im Zusammenhang mit arbeitsrechtlichen Verbindlichkeiten bezüglich des Zuschlags für Verteilungs- und Außendiensttätigkeiten (AADC) und des Gefahrenzuschlags (AP) im Einklang mit den Empfehlungen der Aufsichtsbehörden angepasst habe. Nach Angaben von Correios soll diese Maßnahme die Verbindlichkeiten des Unternehmens genauer widerspiegeln und buchhalterische Unsicherheiten für die kommenden Geschäftsjahre verringern.
Zeit der Anspannung
Unter den Faktoren, die die Bilanz belasteten, hob das staatliche Unternehmen die Erfassung von 2,63 Milliarden R$ an Zahlungsanordnungen und gerichtlichen Eventualverbindlichkeiten hervor. Ebenfalls das Ergebnis belasteten die Auszahlungen im Rahmen des Programms für freiwilliges Ausscheiden (PDV), an dem sich im Laufe des vergangenen Jahres 3.748 Mitarbeiter beteiligten. Trotz des negativen Ergebnisses gibt Correios an, den Berichtszeitraum mit 2,17 Milliarden R$ an Barmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten abgeschlossen zu haben – ein Betrag, der nach Angaben des Unternehmens die Fortführung der Verträge und der geplanten Investitionen sicherstellt. Im operativen Bereich meldete das staatliche Unternehmen einen Rückgang der variablen Personalkosten um 32 % im Vergleich zu 2024. Für das Unternehmen spiegelt diese Zahl Produktivitätssteigerungen und eine bessere Kostenkontrolle im Rahmen des laufenden Restrukturierungsplans wider.
Restrukturierung und operativer Bereich
Correios meldete zudem eine Verbesserung der Logistik- und Serviceindikatoren. Nach Angaben des Unternehmens übertrafen die Kennzahlen für die pünktliche Zustellung im Jahr 2025 die institutionellen Ziele, während das Volumen der verspäteten Sendungen um 43 % zurückging. Der Net Promoter Score (NPS), eine Kennzahl für Kundenzufriedenheit und Weiterempfehlungsbereitschaft, stieg laut dem staatlichen Unternehmen seit Januar um 23,9 Punkte. Das Unternehmen führt diese Leistung auf die Modernisierung der logistischen Infrastruktur und die Neuorganisation der Arbeitspläne zurück, im Rahmen einer Initiative zur Steigerung der betrieblichen Effizienz.
Für die kommenden Jahre sieht der Umstrukturierungsplan der Post einen Fokus auf finanzielle Nachhaltigkeit vor, mit Diversifizierung der Einnahmen, Ausbau digitaler und finanzieller Dienstleistungen sowie der Fortsetzung des Verkaufs von Immobilien, die als ungenutzt gelten. Das staatliche Unternehmen plant zudem, die technologische Modernisierung seines Logistiknetzes voranzutreiben und in die Weiterbildung der verbleibenden Belegschaft zu investieren, mit dem Ziel, zwischen 2026 und 2027 einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen.
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