Der Premierminister von Antigua und Barbuda, Gaston Browne, errang am späten Donnerstag (30.) einen erdrutschartigen Wahlsieg und sicherte sich damit eine vierte Amtszeit nach einem Wahlkampf, der von der Wirtschaft und Sorgen über US-Visabeschränkungen geprägt war. Brownes Labour Party baute ihre Mehrheit aus, indem sie nach vorläufigen offiziellen Angaben 15 der 17 Sitze im Parlament gewann. Die oppositionelle United Progressive Party, die als ihr Hauptkonkurrent galt, gewann nur einen Sitz. „Wir sind dankbar und fühlen uns geehrt durch Ihre Unterstützung und Ihr Vertrauen“, erklärte die Labour Party von Antigua und Barbuda in den sozialen Medien.
Browne, ein 59-jähriger ehemaliger Banker und Geschäftsmann, der die Labour Party seit 2014 führt, setzte in seinem Wahlkampf auf wirtschaftliche Stabilität und investitionsgetriebenes Wachstum und verwies dabei auf die Erholung des Tourismus nach der Pandemie sowie auf den Ausbau der Infrastruktur. Die politische Debatte wurde vor allem von Washingtons Entscheidung im Januar dominiert, die Bearbeitung von Visumanträgen für Staatsangehörige von Antigua und Barbuda auszusetzen – ein schwerer Schlag für Einheimische, die regelmäßig zur Arbeit in die Vereinigten Staaten reisen. Washington äußerte Bedenken hinsichtlich eines Programms, bei dem Ausländer durch Investitionen die Staatsbürgerschaft des ostkaribischen Doppelinselstaates erwerben können. Es argumentierte, dass Kriminelle das Programm ausnutzen könnten, um in die Vereinigten Staaten zu gelangen.
