Das Vordringen krimineller Banden ins Landesinnere Brasiliens

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Das "Comando Vermelho" (CV) ist die mächtigste kriminelle Gruppe in Brasilien (Foto: brasilescola)
Datum: 04. Mai 2026
Uhrzeit: 14:14 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Brasilien erlebt einen Prozess der Ausbreitung der Gewalt ins Landesinnere, wobei kriminelle Banden in mittelgroße und kleine Städte vordringen. Dies belegen Studien des Brasilianischen Forums für öffentliche Sicherheit in Zusammenarbeit mit dem Ipea (Institut für angewandte Wirtschaftsforschung). Während große Hauptstädte (wie Fortaleza, São Luís und Goiânia) ihre Mordraten zwischen 2013 und 2023 um mehr als 60 % senken konnten, konzentrieren sich Gewalttaten, die zuvor auf die Metropolen beschränkt waren, nun zunehmend auf Gemeinden im Landesinneren. Wie der Globoplay-Dokumentarfilm „Territórios – Sob o Domínio do Crime“ zeigt, ist das organisierte Verbrechen kein lokales Phänomen mehr, sondern agiert nun koordiniert auf nationaler und transnationaler Ebene, gestützt auf die Kontrolle von Territorien, den Einsatz von Waffengewalt, Einfluss innerhalb des Strafvollzugs, die Durchdringung der formellen Wirtschaft und korrupte Praktiken.

„Wir haben den Namen ‚Territórios‘ gewählt, weil genau das der Punkt ist: Die bewaffnete Herrschaft über Gebiete, die in Rio de Janeiro weit verbreitet ist und sich überall ausbreitet, ist gravierend. Das unterwirft Millionen von Menschen. Sie zwingen ihnen Regeln auf, nämlich den Konsum von Produkten und Dienstleistungen, die von den Drogenhändlern vorgeschrieben werden“, sagte Paulo Renato Soares, einer der Reporter der Dokumentation. Städte wie Rio Claro im Landesinneren von São Paulo mit rund 200.000 Einwohnern sind zum Schauplatz eines Konflikts zwischen der PCC und dem Comando Vermelho geworden. Die Lage in der Nähe großer Autobahnen hat die Stadt zu einem strategischen Knotenpunkt für den Drogenhandel gemacht. In Bahia spiegelt die Gemeinde Juazeiro, 500 Kilometer von Salvador entfernt, dieselbe Entwicklung wider. Dort liegt die Mordrate bei 76,2 pro 100.000 Einwohner, dreimal so hoch wie der nationale Durchschnitt. Und im Amazonasgebiet, das aus neun Bundesstaaten besteht, ist das organisierte Verbrechen bereits in 45 % der Gemeinden präsent.

Laut Samira Bueno vom Brasilianischen Forum für öffentliche Sicherheit muss der Staat angesichts dieser Entwicklung die Aktivitäten der Banden nicht nur im Bereich der öffentlichen Sicherheit berücksichtigen, sondern auch bei der Gestaltung der Wohn- und Verkehrspolitik und sogar im Wahlprozess. In Rio de Janeiro beispielsweise hat das Regionale Wahlgericht (TRE) eine Task Force eingerichtet, um den Einfluss des organisierten Verbrechens auf die Wahlen einzudämmen.

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