Brasilien steigt im globalen Ranking der Pressefreiheit

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Brasilien hat im weltweiten Ranking der Pressefreiheit, das am Donnerstag (30. April) von der Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen (RSF) veröffentlicht wurde, den 52. Platz erreicht (Foto: Archiv)
Datum: 04. Mai 2026
Uhrzeit: 14:48 Uhr
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Autor: Redaktion
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Brasilien hat im weltweiten Ranking der Pressefreiheit, das am Donnerstag (30. April) von der Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen (RSF) veröffentlicht wurde, den 52. Platz erreicht. Das Ergebnis bedeutet einen Sprung um 58 Plätze seit 2022 und bringt das Land zum ersten Mal vor die Vereinigten Staaten, die auf Platz 64 liegen. Im Vergleich zu 2025 ist Brasilien um 11 Plätze gestiegen. In Südamerika belegt es den zweitbesten Platz, nur hinter Uruguay, das auf Rang 48 steht. Trotz der Verbesserung betont RSF, dass der brasilianische Fortschritt in einem globalen Kontext stattfindet, in dem sich die Bedingungen für die Ausübung des Journalismus verschlechtern. Laut dem Direktor der Organisation für Lateinamerika, Artur Romeu, sticht die Leistung Brasiliens inmitten des negativen Trends hervor. „Es ist ein bedeutender Fortschritt in einem Umfeld, das sich in den meisten Ländern verschlechtert“, bewertete er.

Seiner Ansicht nach hängt die Verbesserung unter anderem mit dem Abbau institutioneller Spannungen zwischen Regierung und Presse zusammen, nachdem es während der Amtszeit des ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro wiederholt zu Angriffen auf Journalisten gekommen war. „Es herrscht ein Klima größerer Normalität in den Beziehungen zwischen den staatlichen Stellen und der Presse“, erklärte er. Ein weiterer Punkt ist das Ausbleiben von Morden an Journalisten im Land seit 2022, als Dom Phillips im Amazonasgebiet ums Leben kam. Zwischen 2010 und 2022 wurden 35 Fälle registriert. Darüber hinaus hat die größte Volkswirtschaft in Lateinamerika Fortschritte bei Initiativen zum Schutz der journalistischen Tätigkeit und zur Bekämpfung von Desinformation gemacht. Zu den genannten Maßnahmen gehören die Einrichtung einer Nationalen Beobachtungsstelle für Gewalt gegen Journalisten und die Einführung spezifischer Protokolle zur Ermittlung von Straftaten gegen Medienschaffende.

Internationale Lage gibt Anlass zur Sorge

Trotz der Fortschritte in Brasilien weist der Bericht darauf hin, dass mehr als die Hälfte der Länder weltweit derzeit mit einer Situation konfrontiert ist, die als schwierig oder ernst für die Pressefreiheit eingestuft wird – der schlechteste Wert, der in den 25 Jahren der Erhebung jemals verzeichnet wurde. In den Vereinigten Staaten wird der Rückgang im Ranking laut RSF auf die Zunahme von Angriffen auf die Presse und die Verschärfung der politischen Polarisierung zurückgeführt. Der Bericht erwähnt zudem Praktiken wie Kürzungen bei öffentlichen Medien, politischen Druck auf die Medien und politisch motivierte Ermittlungen gegen Journalisten. In Lateinamerika verzeichneten Länder wie Argentinien, Ecuador und Peru erhebliche Einbußen. Argentinien beispielsweise hat seit 2022 insgesamt 69 Plätze verloren, während Ecuador den größten Rückgang in der Region verzeichnete, bedingt durch die Ausbreitung der organisierten Kriminalität und Gewalt gegen Journalisten. Mexiko hingegen gehört weiterhin zu den gefährlichsten Ländern für die Ausübung des Journalismus, während Nicaragua, Kuba und Venezuela auf den hinteren Plätzen des Kontinents verbleiben.

Druck und Herausforderungen in Brasilien

Trotz der Verbesserung im Ranking steht Brasilien weiterhin vor Herausforderungen. Dazu gehören das geringe Vertrauen der Bevölkerung in die Presse, Desinformationskampagnen und Cyberangriffe auf Journalisten sowie der Einsatz von Gerichtsverfahren zur Einschüchterung von Fachleuten und Medien. Laut RSF haben sich vier der fünf für das Land analysierten Indikatoren in den letzten Jahren verbessert. Der einzige, der einen Rückgang verzeichnete, steht im Zusammenhang mit der gesellschaftlichen Wahrnehmung der Presse und dem feindseligen Klima in der öffentlichen Debatte. Der Bericht warnt zudem vor wiederkehrenden Praktiken in verschiedenen Ländern, wie dem Einsatz von Gesetzen zur Einschränkung der journalistischen Tätigkeit, Einschränkungen beim Zugang zu öffentlichen Informationen und der Instrumentalisierung des Justizsystems.

Europäische Führung

An der Spitze der globalen Rangliste liegen weiterhin europäische Länder. Norwegen belegt den ersten Platz, gefolgt von den Niederlanden und Estland. Kanada ist mit Platz 20 das am besten platzierte Land Amerikas. Am anderen Ende der Skala stehen Länder wie der Iran, China, Nordkorea und Eritrea, in denen die Pressefreiheit als praktisch nicht existent gilt.

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