Brasilianische Touristen und Geschäftsreisende mit Ziel Europa werden das vertraute Ritual des Passstempels bald gegen eine vollständig digitale Einreiseabfertigung eintauschen. Die Europäische Union hat am 10. April ihre seit langem geplante elektronische Einreiseplattform in Betrieb genommen. Das System ermöglicht es Passagieren, bis zu 72 Stunden vor Abflug biografische Daten und ein Selfie hochzuladen und dann bei der Ankunft durch automatisierte E-Gates zu gehen, indem sie einen QR-Code auf ihrem Smartphone vorzeigen. Fingerabdrücke und Gesichtserkennung werden in Sekundenschnelle erfasst, wodurch der manuelle Stempel entfällt, der bei Langstreckenankünften, darunter Flüge aus Brasilien, oft zu Engpässen führte. Für brasilianische Unternehmen, die Projektteams innerhalb des Schengen-Raums entsenden, bedeutet diese Änderung eine strengere Reisevorbereitung – Fluggesellschaften verweigern jedem das Boarding, der die Vorabregistrierung nicht abgeschlossen hat.
Mobilitätsmanager sollten ihre Reise-Checklisten aktualisieren, den QR-Code-Schritt in die Online-Buchungsabläufe integrieren und Mitarbeiter daran erinnern, dass Registrierungen für Familien oder kleine Teams als Gruppe eingereicht werden können, um den Prozess zu optimieren. Branchenquellen in São Paulo gehen davon aus, dass die digitale Plattform mit der separaten ETIAS-Reisegenehmigung der EU, die Ende 2026 eingeführt werden soll, verzahnt wird, wodurch eine zweistufige Compliance-Kette entsteht: zuerst die Genehmigung, dann die Vorababfertigung bei der Ankunft. Fluggesellschaften rüsten bereits ihre Abflugkontrollsoftware auf, damit das brasilianische Bodenpersonal den QR-Code zusätzlich zum normalen Einlesen des Reisepasses scannen kann.
Da das System bei der Einführung kostenlos ist, entfallen für Arbeitgeber zunächst neue Gebühren; sie sollten jedoch mögliche Kosten einkalkulieren, sobald das System ausgereift ist. Zu Hause orientiert sich das Tourismusministerium am europäischen Vorbild. Embratur und das Ministerium lassen die papiergebundenen Hotel-Check-in-Karten zugunsten der digitalen Identität von Gov.br auslaufen, wodurch die Behörden Echtzeit-Belegungsdaten erhalten und Reisende schneller einchecken können.
