Streik: Verluste von mehr als 2,80 Milliarden US-Dollar – Update► Seite 2

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Inframérica berichtet, dass die Anzahl der gestrichenen Flüge wegen Treibstoffmangels in Brasilia bis 09:30 Uhr Ortszeit auf neun angestiegen ist (Fotos: Latinapress/AgenciaBrasil)
Datum: 24. Mai 2018
Uhrzeit: 04:45 Uhr
Leserecho: 2 Kommentare
Autor: Redaktion
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Update, 25. Mai

Die Regierung hat Zugeständnisse gemacht, der Dieselkraftstoff wird in den nächsten 30 Tagen um 10% reduziert. Am Freitagmorgen (Ortszeit) gehen die Streiks/Proteste allerdings in mindestens zwanzig Bundesstaaten weiter, die beiden Gewerkschaften „União Nacional dos Caminhoneiros“ (Unicam) und „Associação Brasileira dos Caminhoneiros“ (Abcam) haben die Absprache mit der Bundesregierung nicht akzeptiert. Der Zugang zum wichtigen Hafen in Santos ist blockiert, der Automobilverband „Anfavea“ kündigte die Einstellung der gesamten Automobilproduktion an. Der Flughafen Brasília hat nur noch bis zum Ende des Vormittags (Ortszeit) Treibstoff. Nur Maschinen, die ankommen und ohne Auftanken starten können, dürfen in der Hauptstadt landen. „Azul“ hat für Freitag acht Flüge annulliert, hauptsächlich am Flughafen von Recife (am Donnerstag wurden 17 Flüge abgesagt).

Weniger als die Hälfte der Busse der Stadt Rio de Janeiro zirkulieren, soeben fand eine Pressekonferenz von Inframérica, Flughafenbetreiber in Brasilia, statt: „Die Kerosin-Reserven sind am Freitagmorgen zu Ende gegangen. Flugzeuge, die auf dem Flughafen landen und Treibstoff benötigen, bleiben am Boden. Die Situation ist kritisch“. Aktuell gehen die Proteste in 25 Bundesstaaten weiter. Angesichts der Versorgungsschwierigkeiten, die durch den Streik der LKW-Fahrer verursacht wird, ging in vielen der Tankstellen des Landes der Treibstoff aus (80% bis 90% der Stationen im Bundesstaat Rio de Janeiro). Verbraucher, die am Freitag in Rio nach frischen Produkten suchen, finden leere Regale und exorbitante Preise. Die Preisanpassung erfolgt jetzt in Echtzeit, wie in Zeiten der Hyperinflation.

Die Anzahl der annullierten Flüge am Flughafen Brasilia stieg auf vier. Bisher wurde ein Flug von Azul nach Guarulhos gestrichen, ein weiterer von Latam nach Congonhas und einer von Gol nach Teresina. Darüber hinaus stornierte American Airlines den Flug nach Miami. Bundesweit wurde die Anzahl der von Azul gestrichenen Flüge aufgrund von Treibstoffmangel am Freitag auf 21 erhöht.

Inframérica berichtet, dass die Anzahl der gestrichenen Flüge wegen Treibstoffmangels in Brasilia bis 09:30 Uhr Ortszeit auf neun angestiegen ist. In Brasília hat ein Großteil der Tankstellen keinen Sprit, der Betrieb wurde eingestellt. Passagiere auf dem Gol-Flug von Brasilia nach Teresina werden in ein Hotel gebracht und können erst am Samstag um 16:00 Uhr weiterreisen. Die Generalstaatsanwaltschaft wird in den nächsten Stunden eine einstweilige Verfügung erlassen, um die „Befreiung der Straßen der Hauptstadt“ anzuordnen. Dadurch sollen öffentliche Dienstleistungen wie Müllabfuhr, Gesundheit, Sicherheit und Bildung gewährleisten werden. Der Generalstaatsanwalt hat 23 einstweilige Verfügungen verhängt, die eine Behinderung/Blockade der Bundesstraßen in Ceara, Rio Grande do Sul, Sergipe, São Paulo, Paraná, Pará, Minas Gerais, Rio Grande do Norte, Goiás, Santa Catarina, Pernambuco, Paraíba, Rondônia, Federal District, Rio Grande do Sul und Acre verbieten. Der Bürgermeister von São Paulo, Bruno Covas, hat wegen der Proteste in der Stadt den Ausnahmezustand verhängt.

Nach aktuellen Angaben der Fluggesellschaften und des Flughafens Brasília wurden in ganz Brasilien mindestens 39 Flüge wegen Treibstoffmangels abgesagt. Die meisten Stornierungen, 23, werden von Azul registriert. Die Aktivitäten des Unternehmens an mehreren Flughäfen wurden durch den Mangel an Flugbenzin beeinträchtigt. Ohne Treibstoff arbeitet der Flughafen Brasília mit Einschränkungen, zahlreiche Tank-Lastwagen sind auf den Straßen blockiert. Im Moment verhandelt die Regierungen mit mehreren Gewerkschaften, um den Streik zu beenden. Die Verhandlungen gestalten sich schwierig, die „Caminhoneiros“ sind in über achtzig verschiedenen Vereinigungen organisiert.

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  1. Transportstreik nach 4 Tagen vorübergehend beigelegt. Es soll jetzt in den nächsten 14 Tagen über die Preiserhöhung verhandelt werden.

    Stand: 24.05. 22:11 Ortszeit Peru

  2. 2
    Pancho Villa

    die ziehen das aber knallhart durch, leider in DE unmöglich , kein Arsch in der Hose !!!!!!

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