Millionen Menschen inszenieren sich per Selfie. Singles, Paare, Freunde und Familien postieren sich abgekämpft vom stressigen Touristenalltag vor einer Sehenswürdigkeit, jagen Pokemon im Freien und treiben die Selbstinszenierung auf die Spitze. Kritiker sprechen vom Verblöden der Gesellschaft und von Soziopathen, die weder Empathie noch Solidarität kennen und sich stattdessen im Selfie-Wahn aalen. Ein Tourist aus Kanada ist am Montag (17.) gegen 11:00 Ortszeit bei einer Selfie-Aufnahme in die Iguazú-Wasserfälle gestürzt. Der Unfall ereignete sich auf der argentinischen Seite, aber die Leiche wurde nach mehr als 24 Stunden Suche in der Nähe von Foz do Iguaçu (Brasilien) gefunden.
Nach Angaben der argentinischen Presse war der Kanadier sechzig Jahre alt und wohnte in einem Hotel in Puerto Iguazú. Seine Leiche wurde in der Nähe der Brücke Tancredo Neves gefunden, die die Städte Puerto Iguazú und Foz do Iguaçu verbindet. Der Tourist befand sich auf dem Steg der „Cataratas de Bosetti“. Zeugen berichteten, dass er auf das Schutzgeländer klettern wollte, um ein Selfie zu machen, dabei aber das Gleichgewicht verlor und stürzte. Die argentinischen Rettungsteams begannen sofort mit der Suche, doch die Arbeit wurde durch die großen Wassermengen der letzten Tage behindert. Seit letzter Woche fallen in der Region heftige Regenfälle und die Fußgängerbrücke der Iguaçu-Fälle in Paraná war letzte Woche für drei Tage geschlossen.
Am vergangenen Donnerstag wurde die zweithöchste Wassermenge in der Geschichte der Wasserfälle registriert. An diesem Tag erreichte der Durchfluss 16,5 Millionen Liter Wasser pro Sekunde, 11 Mal mehr als der Jahresdurchschnitt von 1,5 Millionen.
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