Der kolumbianische Präsident Gustavo Petro hat soeben angekündigt, dass der schwedische Kampfjet SAAB Gripen das neue Kampfflugzeug seines Landes sein wird. Diese Ankündigung erfolgte am selben Tag, an dem der ehemalige US-Präsident Donald Trump eine Erhöhung der Zölle ankündigte und die Steuern auf Exporte aus Brasilien und Kolumbien in die Vereinigten Staaten um 10 Prozent anhob. Petro sagte: „Heute ist der Neoliberalismus, der eine Politik des weltweiten Freihandels verkündete, tot. Diejenigen, die sich an diese extreme Ideologie der Opposition klammern, sollten wissen, dass sie sich an eine Leiche binden“, und dass er die gegenseitigen Zölle nach oben oder unten anpassen könnte, je nachdem, wie stark sich Trumps Zölle auf kolumbianische Arbeitsplätze auswirken werden.
Im Wettbewerb um Kolumbiens neues Kampfflugzeug waren der JAS-39E/F Gripen NG des schwedischen Unternehmens SAAB, die amerikanische F-16 Fighting Falcon/Viper von Lockheed Martin und die französische Rafale von Dassault Aviation im Rennen. Dass man sich nicht für die F-16 entschied, mag an den Reibereien gelegen haben, die Kolumbien seit Petros Amtsantritt mit den USA hat und die durch Trumps Rückkehr ins Weiße Haus noch verschärft wurden. Auf seinem offiziellen Twitter-Account teilte Petro mit: „Nach der von der Regierung des Königreichs Schweden unterzeichneten Absichtserklärung und der Anerkennung der strategischen Luftverteidigung des Landes als vorrangiges Projekt teile ich Ihnen mit: Die Flugzeugflotte, die erworben werden soll, ist völlig neu, mit Spitzentechnologie, die bereits in Brasilien eingesetzt wird, und besteht aus SAAB JAS-39 Gripen-Flugzeugen.“
Bislang ist nicht klar, wie viele Kampfflugzeuge erworben werden und welche Versionen (E, einsitzig, und F, zweisitzig). Die kolumbianische Luftwaffe (FAC) betreibt derzeit 19 IAI Kfir-Kampfflugzeuge, eine israelische Version der französischen Dassault Mirage V, die sich dem Ende ihrer Nutzungsdauer nähert und heute nur noch ein halbes Dutzend einsatzfähig ist. Die Ausmusterung der Flotte wurde nach dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Israel beschleunigt, obwohl vor kurzem ein Wartungsvertrag unterzeichnet worden war. Es ist zu befürchten, dass der Gripen für Kolumbien das Ziel von US-Sanktionen sein wird, da das kolumbianische Außenministerium bereits angedeutet hatte, dass es sich nicht für die Viper aus amerikanischer Produktion entscheiden würde. Bislang gab es jedoch weder offizielle noch inoffizielle Signale über mögliche Einschränkungen.
Mit der Entscheidung Kolumbiens wird der Gripen NG nun von drei Ländern betrieben, da Brasilien und Schweden bereits über das Kampfflugzeug verfügen. Thailand befindet sich in der Endphase des Kaufs und dürfte der vierte Nutzer des neuen schwedischen Kampfflugzeugs sein.
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